Mihr-Narseh

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Mihr-Narseh war im 5. Jahrhundert ein einflussreicher Politiker und Militär im Reich der Sassaniden.

Mihr-Narseh war ein Politiker und General während der Regierungszeit der Großkönige Yazdegerd I., Bahram V. und Yazdegerd II. So bezeichnete er sich in einer Inschrift aus Firuzabad als vuzurg-framadar, während die einfache Bezeichnung für einen Heerführer nur framadar war. Nach Ansicht mancher Forscher war ein vuzurg-framadar dabei mit einem Großwesir vergleichbar.

Mihr-Narseh führte sich selbst - ebenso wie die Könige - auf die mythischen Kayaniden zurück. In der Überlieferung wird ihm die Schaffung von wichtigen Ämtern (so z. B. des artēštārān sālār, übersetzt: Anführer der Krieger) im administrativen, religiösen und militärischen Bereich zugeschrieben. Nach Tabari setzte er seine Söhne Zurvandad, Mah-Gušnasp und Kadar in die Ämter eines herbedan herbed (übersetzt: Oberster der Priester), vastaryošan sālār (übersetzt: Oberster Grundsteuereintreiber) und artēštārān sālār ein. Armenische Quellen berichten, dass Mihr-Narseh unter Yadzegerd II. großen Anteil an dem Versuch hatte, den Christen im Reich den Zoroastrismus aufzuzwingen. Aus dem Namen eines seiner Söhne (Zurvandad) und der Anpflanzung von 12.000 Bäumen durch Mihr-Narseh, hat man den Schluss gezogen, dass dieser wohl Anhänger des Zurvanismus war (die Anzahl der Bäume weist in die Richtung der Weltaltersspekulationen des Zervanismus). Mihr-Narseh soll auch mehrere Feuerheiligtümer in der Provinz Fars gegründet haben.

Folgt man der späteren Überlieferung, so war er unter Bahram V. noch ein Priester im Feuertempel, so musste er angeblich unter Yazdegerd II. wegen eines Vergehens als Tempelsklave auf einer Krondomäne arbeiten, durfte jedoch unter Peroz I. wieder als Freier dienen.

Literatur[Bearbeiten]