Mijaín López

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López (blaues Trikot) bei der WM 2009 gegen Dremiel Byers

Mijaín López Núñez (* 20. August 1982 in Consolación del Sur, Pinar del Río) ist ein kubanischer Ringer. Er ist zweifacher Olympiasieger (2008 und 2012) und vierfacher Weltmeister (2005, 2007, 2009 und 2010) im griechisch-römischen Stil im Schwergewicht

Werdegang[Bearbeiten]

Mijaín López Núñez begann im Alter von 11 Jahren im Jahre 1993 mit dem Ringen. Er konzentrierte sich dabei auf den griechisch-römischen Stil. Er ist Mitglied des Sportvereins Cerro Pelado Havanna und sein Trainer ist Pedro Val. Der 1,95 Meter große Athlet ringt in der schwersten Gewichtsklasse, die ihr Gewichtslimit seit dem Jahre 2002 bei 120 kg Körpergewicht hat. Er ist Sportlehrer.

Die internationale Laufbahn von Mijaín López begann im Jahre 1999. Er startete dabei bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Bukarest, kam aber im Halbschwergewicht nur auf den 9. Platz. Nicht viel besser erging es ihm bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2000 in Nantes. Er kam dort, wieder im Halbschwergewicht ringend, auf den 8. Platz. Im Jahre 2001 nahm er erstmals an einer Weltmeisterschaft bei den Senioren teil. In Patras kam er dabei im Schwergewicht nach zwei gewonnenen Kämpfen und einer Niederlage im 3. Kampf gegen Xenofon Koutsioubas aus Griechenland auf den 6. Platz.

Im Jahre 2001 gewann er seinen ersten internationalen Meistertitel. Er wurde in Maracaibo Sieger bei den Pan Amerikanischen Meisterschaften vor dem US-Amerikaner Dremiel Byers, mit dem er in den folgenden Jahren noch häufig die Klingen kreuzen würde. 2002 startete er auch erstmals beim Großen Preis von Deutschland in Dortmund und siegte dort vor Eddy Bengtsson aus Schweden. An diesem Turnier nahm er dann, immer siegreich, noch weitere dreimal teil. Bei der WM in Moskau musste er noch Lehrgeld bezahlen, denn er verlor dort in seinem ersten Kampf gegen Juri Patrikejew, der damals noch für Russland startete und kam trotz eines Sieges in seinem nächsten Kampf über Sergej Mureiko aus Bulgarien nur auf den 13. Platz.

2003 verlor Mijaín López bei der Pan Amerikanischen Meisterschaft in Guatemala-Stadt im Finale gegen Dremiel Byers, siegte aber wenig später bei den Pan Amerikanischen Spielen in Santo Domingo vor dem Olympiasieger von 2000 Rulon Gardner aus den Vereinigten Staaten. Bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr in Creteil war er aber wieder wenig erfolgreich. Er siegte in Creteil zwar über Miriani Giorgadse aus Georgien, verlor aber seinen nächsten Kampf gegen Juha Ahokas aus Finnland und landete damit auf dem 16. Platz.

2004 schaffte er mit einem Turniersieg in Novi Sad die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Athen und wurde, wieder in Guatemala-Stadt, Pan Amerikanischer Meister vor Ross Davie aus den Vereinigten Staaten. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen siegte er im Schwergewicht über Juri Ewseitschik aus Israel und Yekta Yilmaz Gül aus der Türkei und verlor dann gegen Chassan Barojew aus Russland, der in den folgenden Jahren zu seinem Hauptkonkurrenten wurde. Mit einem Sieg über Yannick Szczepaniak aus Frankreich kam er danach nur mehr auf den 5. Platz.

Ab 2005 begann dann für Mijaín López eine Erfolgsserie, die bis zum Jahre 2012 anhielt. Bei jeder internationalen Meisterschaft, an der er teilnahm, siegte er, oder belegte zumindest den 2. Platz. Er wurde 2008 in Peking Olympiasieger und besiegte dabei im Endkampf Chassan Barojew klar mit 2:0 Runden und 6:1 Punkten. Im Jahre 2012 wiederholte er in London den Olympiasieg. Im Halbfinale bezwang er dabei den Weltmeister von 2011 Riza Kayaalp aus der Türkei und im Finale Heiki Nabi aus Estland.

Bei den Weltmeisterschaften verzeichnete er folgende Erfolge: 2005 in Budapest, Weltmeister mit einem Sieg im Finale über Mihaly Deak Bardos aus Ungarn, 2006 in Guangzhou/China, Vize-Weltmeister nach einer überraschend hohen Niederlage im Finale gegen Chassan Barojew (0:2 Runden, 0:13 Punkte), 2007 in Baku Weltmeister mit einem knappen Sieg im Finale über Chassan Barojew (2:0 Runden, 2:2 Punkte), 2009 in Herning/Dänemark Weltmeister mit einem Sieg im Finale über Dremiel Byers, 2010 in Moskau, Weltmeister mit einem Sieg im Finale über den nunmehr für Armenien startenden Juri Patrikejew und 2011, Vize-Weltmeister nach einer Punktniederlage im Finale gegen Riza Kayaalp (0:2 Runden, 0:4 Punkte).

Daneben wurde er noch Pan Amerikanischer Meister in den Jahren 2005, 2006, 2007, 2009 und 2012 und Sieger bei den Pan Amerikanischen Spielen 2007 und 2011.

Im Jahre 2012 ist Mijaín López Núñez erst 30 Jahre alt, man darf gespannt sein, ob er nach seinem zweiten Olympiasieg seine Karriere fortsetzen wird.

International Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
1999 9. Junioren-WM in Bukarest Halbschwer Sieger: Garrett Lowney, USA vor Ilja Lejawa, Georgien
2000 8. Junioren-WM in Nantes Halbschwer Sieger: Chassan Barojew, Russland vor Georgios Koutsioubas, Griechenland
2001 6. WM in Patras Superschwer nach Siegen über Yerlan Oskejew, Kasachstan und David Vala, Tschechien und einer Niederlage gegen Xenofon Koutisoubas, Griechenland
2002 1. Pan Amerikanische Meisterschaft in Maracaibo Schwer vor Dremiel Byers, USA und Guillermo Talavera, Venezuela
2002 1. Pan-Amerikanische Junioren-Meisterschaft in Bogota Schwer vor Jorge Martinez, Mexiko und Marcellino Muriello, Kolumbien
2002 1. Großer Preis von Deutschland in Dortmund Schwer vor Eddy Bengtsson, Schweden und Juri Ewseitschik, Israel
2002 13. WM in Moskau Schwer nach einer Niederlage gegen Juri Patrikejew, Russland und einem Sieg über Sergej Mureiko, Bulgarien
2003 1. "Dave-Schultz"-Memorial International in Colorado Springs Schwer vor Rulon Gardner, USA und Georgi Tsurtsumia, Georgien
2003 2. Panb Amerikanische Meisterschaft in Guatemala-Stadt Schwer hinter Dremiel Byers, vor Edward Diaz, Venezuela
2003 1. Pan Amerikanische Spiele in Santo Domingo Schwer vor Rulon Gardner und Rafael Barrero Martinez, Venezuela
2003 16. WM in Creteil Schwer nach einem Sieg über Miriani Giorgadse, Georgien und einer Niederlage gegen Juha Ahokas, Finnland
2004 1. Olympia-Qualif.-Turnier in Novi Sad Schwer vor Yekta Yilmaz Gül, Türkei und Miriani Giorgadse
2004 1. Pan Amerikanische Meisterschaft in Guatemala-Stadt Schwer vor Ross Davie, USA und Andres Ayub Valenzuela, Chile
2004 1. Großer Preis von Deutschland in Dortmund Schwer vor Georgi Tsurtsumia, Fatih Bakir, Türkei und Chassan Barojew
2004 5. OS in Athen Schwer nach Siegen über Juri Ewseitschik und Yekta Yilmaz Gül, einer Niederlage gegen Chassan Barojew und einem Sieg über Yannick Szczepaniak, Frankreich
2005 1. Welt-Cup in Teheran Schwer vor Juri Patrikejew und Dawid Saldadse, Ukraine
2005 1. Pan Amerikanische Meisterschaft in Guatemala-Stadt Schwer vor Sergio Primera, Venezuela und Oscar Fajardo, Guatemala
2005 1. Großer Preis von Deutschland in Dortmund Schwer vor Mihaly Deak Bardos, Ungarn, Nico Schmidt, Deutschland und Marek Mikulski, Polen
2005 1. Universitäten-WM in Izmir Schwer vor Yekta Yilmaz Gül, Ghesmanat Azar Sharabiani, Iran und Mindaugas Mizgaitis, Litauen
2005 1. WM in Budapest Schwer nach Siegen über Ari Michael Taub, Kanada, Yekta Yilmaz Gül, Juha Ahokas, Georgi Tsurtsumia und Mihaly Deak Bardos
2006 1. Welt-Cup in Budapest Schwer vor Chassan Barojew und Mihaly Deak Bardos
2006 1. Pan Amerikanische Meisterschaft in Rio de Janeiro Schwer vor Dremiel Byers und Ari Michael Taub
2006 2. WM in Guangzhou Schwer nach Siegen über Liu Hao, China, Mindaugas Ezerskis, Ismail Güsel, Türkei und Mihaly Deak Bardos und einer Niederlage gegen Chassan Barojew
2007 1. Pan Amerikanische Meisterschaft in San Salvador Schwer vor Ross Davie und Ari Michael Taub
2007 1. Pan Amerikanische Spiele in Rio de Janeiro Schwer vor Dremiel Byers, Ari Michael Taub und Rafael Barrero Martinez
2007 1. WM in Baku Schwer mit Siegen über Anton Botew, Aserbaidschan, Dawid Saldadse, Usbekistan, Juri Patrikejew, Armenien, Iossif Tschugaschwili, Weißrussland, Mihaly Deak Bardos und Chassan Barojew
2008 3. "Iwan-Poddubny"-Memorial in Moskau Schwer hinter Chassan Barojew und Alexander Anuchin, beide Russland
2008 1. "Dave-Schultz"-Memorial International in Colorado Springs Schwer vor Dremiel Byers und Georgi Tsurtsumia
2008 1. Großer Preis von Deutschland in Dortmund Schwer vor Iossif Tschugaschwili, Sergej Artjuchin, Weißrussland und Ricardo Melz, Deutschland
2008 Gold OS in Peking Schwer nach Siegen über Sergj Artjuchin, Juri Patrikejew, Jalmar Sjoeberg, Schweden und Chassan Barojew
2009 1. Welt-Cup in Clermont-Ferrand Schwer vor Juri Patrikejew, Yannick Szczepaniak und Alexander Anuchin
2009 1. Pan Amerikanische Meisterschaft in Maracaibo Schwer vor Brandon Rupp, USA und Rafael berrero Martinez
2009 1. WM in Herning/Dänemark Schwer nach Siegen über Ali Nadhim Salman, Irak, Rafael Barrero Martinez, Iossif Tschugaschwili, Riza Kayaalp, Türkei und Dremiel Byers
2010 1. WM in Moskau Schwer nach Siegen über Nie Xiaoming, China, Lukasz Banak, Polen, Marek Svec, Tschechien, Nurmachan Tinalijew, Kasachstan und Juri Patrikejew
2011 2. WM in Istanbul Schwer nach Siegen über Johan Magnus Euren, Schweden, Murat Ramonow, Kirgisistan, Juri Patrikejew, Bashir Asgar Babajanzadeh, Iran und Lukasz Banak und einer Niederlage gegen Riza Kayaalp
2011 1. Pan Amerikanische Spiele in Guadalajara Schwer vor Rafael barrere Martinez und Antonio Ramon Garcia, Dominikanische Republik
2012 1. Granma-Cup in Havanna Schwer vor Yosmani Acosta Fernandez, Kuba und Ralf Böhringer, Deutschland
2012 1. Pan Amerikanische Meisterschaft in Colorado Springs Schwer vor Ramon Antonio Garcia und Peter Kowalczuk, USA
2012 1. Trofe Milone in Sassari Schwer vor Radhouane Chebbi, Tunesien und Rocco Daniele Ficara, Italien
2012 Gold OS in London Schwer mit Siegen über Abd El Rahman El Trabily, Ägypten, Guram Pherselidse, Georgien, Riza Kayaalp und Heiki Nabi, Estland

Erläuterungen[Bearbeiten]

  • alle Wettbewerbe im griechisch-römischen Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft
  • Halbschwergewicht, bis 2001 bis 97 kg, Schwergewicht, bis 2001 bis 130 kg, seit 2002 bis 120 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer
  • Website "Foeldeak Wrestling Database"
  • Website "www.themat.com"

Weblinks[Bearbeiten]