Mika Myllylä

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mika Myllylä Skilanglauf
Mika Myllylä (2001)
Voller Name Mika Kristian Myllylä
Nation FinnlandFinnland Finnland
Geburtstag 12. September 1969
Geburtsort Haapajärvi, Finnland
Sterbedatum 5. Juli 2011
Sterbeort Kokkola, Finnland
Karriere
Beruf Profi-Sportler
Verein Joutsan Pommi
Karriereende 2004
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 4 × Bronze
WM-Medaillen 4 × Gold 3 × Silber 2 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Silber 1994 Lillehammer 50 km klassisch
Bronze 1994 Lillehammer 30 km Freistil
Bronze 1994 Lillehammer Staffel
Gold 1998 Nagano 30 km klassisch
Bronze 1998 Nagano 10 km klassisch
Bronze 1998 Nagano Staffel
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Bronze 1995 Thunder Bay 10 km klassisch
Gold 1997 Trondheim 50 km klassisch
Silber 1997 Trondheim Verfolgung
Bronze 1997 Trondheim 10 km klassisch
Silber 1997 Trondheim Staffel
Gold 1999 Ramsau 50 km klassisch
Gold 1999 Ramsau 30 km Freistil
Gold 1999 Ramsau 10 km klassisch
Silber 1999 Ramsau Verfolgung
Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup
 Debüt im Weltcup 7. Dezember 1991
 Weltcupsiege 10
 Gesamtweltcup 2. (1996/97)
 Distanzweltcup 1. (1996/97)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Distanzrennen 10 7 8
letzte Änderung: 23. Februar 2013

Mika Kristian Myllylä [ˈmikɑ ˈmylːylæ] (* 12. September 1969 in Haapajärvi; † 5. Juli 2011 in Kokkola) war ein finnischer Skilangläufer. Mit sechs errungenen Olympia- und neun WM-Medaillen zählt er zu den erfolgreichsten Skisportlern seines Landes.

Leben[Bearbeiten]

Mika Myllylä wurde 1969 in Haapajärvi geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte und die Schule besuchte. Viel Zeit verbrachte er in der Natur und begann ab 1981 regelmäßig Skilanglaufsport zu betreiben. Seinen ersten internationalen Auftritt absolvierte er 1991 bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft im Fleimstal. Schon bald zählte Myllylä gemeinsam mit Jari Isometsä und Sami Repo zur jungen, aufstrebenden Garde der finnischen Längläufer.[1]

Seinen Durchbruch feierte Myllylä in der WM-Saison 1996/97, als er in Davos sein erstes Weltcup-Rennen über 10 km im klassischen Stil gewann, woraufhin weitere Weltcup-Siege auch in Freistilrennen folgten.[1] Bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 1997 in Trondheim gewann er Gold über 50 km, sowie zweimal Silber (Verfolgungsrennen, Staffel) und einmal Bronze (10 km).

Bei den folgenden Olympischen Winterspielen 1998 gewann Myllylä die Goldmedaille über 30 km klassisch. Es war der erste Olympiasieg eines finnischen Einzelläufers seit den Erfolgen Eero Mäntyrantas aus dem Jahr 1964. Dazu erreichte Myllylä bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1999 insgesamt drei weitere WM-Titel. Jeweils 1997 und 1999 wurde er zum Sportler des Jahres in Finnland gewählt.

Bei der WM 2001 in Lahti wurde Myllylä des Dopings überführt. Er, Jari Isometsä, Harri Kirvesniemi und weitere finnische Skilangläufer hatten Hydroxyethylstärke infundiert bekommen, ein Mittel, mit dem Blutplasma angereichert werden kann. Der zurückgetretene Cheftrainer Kari-Pekka Kyrö erklärte, im Team sei mit Wissen verantwortlicher Funktionäre bewusst gedopt worden.[1]

Nach Ablauf einer zweijährigen Sperre versuchte Myllylä ein Comeback, beendete aber seine Karriere im September 2004.[1] Danach verdiente er sich seinen Lebensunterhalt unter anderem im Immobiliengeschäft.[2]

Myllylä litt nach seiner Karriere an Alkoholsucht. Im März 2006 musste er sich wegen Herzrasens nach jahrelangem Alkoholmissbrauch in ärztliche Behandlung begeben.[1] Auch erhielt er eine Reihe von Strafen wegen Körperverletzung und anderen Delikten.[2]

2010 wurde bekannt, dass er bei einer Polizeivernehmung im April 2009 EPO-Missbrauch eingestanden hatte. Dem finnischen Sender Channel Four gegenüber gab Myllylä zu, sich die Spritzen selbst injiziert zu haben. Er war damit der erste finnische Langläufer aus der WM-Mannschaft von 2001, der das Benutzen von Dopingmitteln zugab.[3]

Mika Myllylä war verheiratet und Vater dreier Kinder. Die Ehe wurde 2007 geschieden. Im Frühjahr 2009 kam das Paar wieder zusammen, trennte sich aber erneut.[4][5][6]

Am 5. Juli 2011 wurde Myllylä tot in seiner Wohnung in Kokkola aufgefunden.[7]

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Winterspiele[Bearbeiten]

  • 1994 in Lillehammer: Silber über 50 km, Bronze über 30 km, Bronze mit der Staffel
  • 1998 in Nagano: Gold über 30 km, Bronze über 10 km, Bronze mit der Staffel

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

  • 1995 in Thunder Bay: Bronze über 10 km
  • 1997 in Trondheim: Gold über 50 km, Silber im Verfolgungsrennen, Bronze über 10 km, Silber mit der Staffel
  • 1999 in Ramsau: Gold über 50 km, Gold über 30 km, Gold über 10 km, Silber im Verfolgungsrennen

Weltcupsiege[Bearbeiten]

Nr. Datum Ort Land Distanz
1
7. Dezember 1996 Davos SchweizSchweiz Schweiz 10 km klassisch
2
4. Januar 1997 Kavgolovo RusslandRussland Russland 30 km Freistil
3
2. März 1997 Trondheim NorwegenNorwegen Norwegen 50 km klassisch
4
3. Januar 1998 Kavgolovo RusslandRussland Russland 30 km Freistil
5
14. Februar 1999 Seefeld OsterreichÖsterreich Österreich 10 km Freistil
6
19. Februar 1999 Ramsau OsterreichÖsterreich Österreich 30 km Freistil
7
22. Februar 1999 Ramsau OsterreichÖsterreich Österreich 10 km klassisch
8
28. Februar 1999 Ramsau OsterreichÖsterreich Österreich 50 km klassisch
9
2. Februar 2000 Trondheim NorwegenNorwegen Norwegen 10 km Freistil
10
20. Dezember 2000 Davos SchweizSchweiz Schweiz 30 km klassisch

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Mika Myllylä. In: Internationales Sportarchiv 36/1998 vom 24. August 1998, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 05/2010
  2. a b Mika Myllylä on kuollut bei hs.fi, 5. Juli 2011
  3. www.handelsblatt.com
  4. "Ei elämä tähän pääty" bei iltalehti.fi, 31. August 2007
  5. Mika ja Suvi Myllylä palasivat yhteen bei iltasanomat.fi, 23. Februar 2009
  6. 'Perhe jätti ryyppäämään ratkenneen Mika Myllylän bei iltasanomat.fi, 29. Oktober 2009
  7. Langlauf-Olympiasieger Myllylä tot aufgefunden bei zeit.de, 5. Juli 2011 (abgerufen am 5. Juli 2011).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mika Myllylä – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien