Mikado (Lokomotive)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit den Dampflokomotiven der Achsfolge 1'D1'. Die ČSD-Baureihe 387.0 wird ebenfalls Mikado genannt, obwohl sie die Achsfolge 2'C1' (Pacific) hat.
41 1144-9, eine Mikado aus Deutschland

Mikado ist die auch in Europa gebräuchliche alte nordamerikanische Bezeichnung für Dampflokomotiven der Achsfolge 1'D1'. Das bedeutet, die Lokomotiven haben eine Vorlaufachse, vier angetriebene Achsen und eine Nachlaufachse. In dieser Bauform wurden vornehmlich Güterzug-Lokomotiven gebaut, aber auch Schnellzug- und Personenzuglokomotiven für den Einsatz in Hügelland und Gebirge.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten erfolgreichen Mikados in den USA gebaut und auch exportiert. Schon 1897 wurde eine von den Baldwin Locomotive Works gebaute Lokomotive nach Japan geliefert. Nach einem guten Dutzend amerikanischer Maschinen waren auch japanische Konstruktionen erfolgreich. In dieser Entwicklung dürfte auch die Bezeichnung Mikado (jap. „erhabene Pforte“, frühere Bezeichnung für den japanischen Kaiser) begründet sein.

Erst 1914 wurden die ersten Mikados in Europa für die österreichischen k.k. Staatsbahnen (KkStB) als Reihe 470 gebaut. Einer der wirtschaftlichsten und leistungsfähigsten Mikado-Typen war die in großer Stückzahl ab 1932 für die polnische PKP gebaute Reihe Pt31.

Frühe Typen in Deutschland waren die Sächsische XX HV und die Preußische P 10. Bei der Deutschen Reichsbahn wurden die Baureihe 19, Baureihe 39 und Baureihe 41 als Mikados bezeichnet. Meist gebaute Lok von diesen ist die Baureihe 41 mit 366 Exemplaren.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolfgang Messerschmidt: 1 D 1. Erfolg und Schicksal der Mikado-Lokomotiven. 2. Auflage. Franckh, Stuttgart 1965.
  •  Chronik der Eisenbahn. HEEL Verlag, Königswinter 2005, ISBN 3-89880-413-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mikado – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien