Mikasa (Prinz)

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Prinz Mikasa im Jahr 2012
Die vier Söhne Kaiser Taishōs im Jahr 1921: Hirohito, Takahito, Nobuhito und Yasuhito
Prinz Mikasa im Jahr 1946

Prinz Mikasa (Takahito) von Japan (jap. 三笠宮崇仁, Mikasa-no-miya Takahito-shinnō, * 2. Dezember 1915 in Tokio) ist der vierte und jüngste Sohn des japanischen Kaisers Taishō und der Kaiserin Teimei. Er ist ein jüngerer Bruder des ehemaligen japanischen Kaisers Hirohito und der einzige überlebende Onkel des derzeitigen Kaisers Akihito. Seit dem Tod seiner Schwägerin Prinzessin Takamatsu ist Prinz Mikasa das älteste lebende Mitglied des Japanischen Kaiserhauses. Der Prinz diente im Zweiten Weltkrieg als Junior-Kavallerieoffizier in der Kaiserlich Japanischen Armee, nach dem Krieg etablierte er sich als Gelehrter und Teilzeitdozent für Nahoststudien und Semitische Sprachen. Sein offizieller Titel ist „Seine Kaiserliche Hoheit“.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Prinz Takahito wurde im Kaiserpalast Tokio geboren. In seiner Kindheit wurde er Sumi no miya genannt. Er besuchte von 1922 bis 1932 die Jungengrundschule der Gakushuin-Schulen. Als er die weiterführende Schule besuchte, hatte sein Bruder bereits den Chrysanthementhron bestiegen und seine weiteren beiden Brüder, die Prinzen Chichibu und Takamatsu Karriere in der Kaiserlich Japanischen Armee bzw. der Kaiserlich-Japanischen Marine gemacht. Im Jahr 1932 schrieb er sich an der Kaiserlichen Militärakademie ein und wurde im Juni 1936 als Unterleutnant dem Fünften Kavallerieregiment zugeteilt. Mit dem Erreichen der Volljährigkeit im Dezember 1935 verlieh ihm der Kaiser den Titel Mikasa-no-miya (Prinz Mikasa) und die Genehmigung, einen neuen Zweig des Japanischen Kaiserhauses zu gründen.

Militärdienst[Bearbeiten]

Prinz Mikasa wurde 1937 zum Oberleutnant, 1939 zum Hauptmann und 1941 zum Major befördert. Er diente von Januar 1943 bis Januar 1944 als Stabsoffizier im Hauptquartier der Japanischen Expeditionsarmee in Nanjing, Republik China. Anschließend diente er als Stabsoffizier im Armeebereich des Kaiserlichen Generalhauptquartiers in Tokio bis zur japanischen Niederlage im August 1945.

Familie[Bearbeiten]

Am 22. Oktober 1941 heiratete Prinz Mikasa Takagi Yoriko, die zweite Tochter des Takagi Masanori. Prinz und Prinzessin Mikasa haben fünf Kinder, von denen noch zwei am Leben sind. Die zwei Töchter des Paares sind aufgrund der Bestimmungen des Gesetzes über den kaiserlichen Haushalt (皇室典範, kōshitsu tenpan) von 1947 durch Heirat aus dem Japanischen Kaiserhaus ausgeschieden:

  1. Konoe Yasuko, vormals Prinzessin Yasuko von Mikasa, * 26. April 1944, verh. am 16. Dezember 1966 mit Konoe Tadateru, dem jüngeren Bruder des früheren Premierministers Hosokawa Morihiro und adoptierten Enkel und Erben des früheren Premierministers Konoe Fumimaro, dem derzeitigen Präsidenten des Japanischen Roten Kreuzes.
  2. Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Tomohito von Mikasa (* 5. Januar 1946; † 6. Juni 2012)
  3. Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Katsura (Yoshihito) (* 11. Februar 1948; † 8. Juni 2014)
  4. Sen Masako, vormals Prinzessin Masako of Mikasa, * 23. Oktober 1951, verh. am 14. Oktober 1983 mit Sen Masayuki, dem ältesten Sohn von Sen Shoshitu XV und derzeit dem sechzehnten Erb-Großmeister (iemoto) der Urasenke Teezeremonie-Schule.
  5. Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Takamado (Norihito) (* 29. Dezember 1954; † 21. November 2002)

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb sich Prinz Mikasa in die literarische Fakultät der Universität Tokio ein und führte weitergehende Studien in Archäologie, Nahoststudien und Semitischen Sprachen durch. Seit 1954 war er Leiter der Japanischen Gesellschaft für Nahoststudien. Er ist Ehrenpräsident der japanischen Gesellschaft für Orientologie. Als Gastdozent war Prinz Mikasa in verschiedenen Universitäten in Japan und im Ausland aktiv, darunter die Tokioter Nationaluniversität für Feine Künste und Musik, der Tokioter Christlichen Frauen-Universität, der Universität London, der Universität von Hokkaido und der Universität von Shizuoka.

Die Hebräische Universität Jerusalem verlieh ihm 1975 die Ehrendoktorwürde.

Weblinks[Bearbeiten]