Mike Bullard

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KanadaKanada Mike Bullard Eishockeyspieler
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 10. März 1961
Geburtsort Ottawa, Ontario, Kanada
Größe 180 cm
Gewicht 93 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Center
Schusshand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1980, 1. Runde, 9. Position
Pittsburgh Penguins
Spielerkarriere
1978–1981 Brantford Alexanders
1981–1986 Pittsburgh Penguins
1986–1988 Calgary Flames
1988–1990 Philadelphia Flyers
1990–1991 HC Ambrì-Piotta
1991–1992 Toronto Maple Leafs
1992–1993 SC Rapperswil-Jona
1993–1998 EV Landshut
1998–2000 Eisbären Berlin
2000–2003 Schwenninger Wild Wings

Michael Brian Bullard (* 10. März 1961 in Ottawa, Ontario) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler, der in der National Hockey League, der Nationalliga A und der Deutschen Eishockey Liga aktiv war. Seine Position war Mittelstürmer. Seit seinem Karriereende ist er als Trainer tätig.

Karriere[Bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten]

Bullard begann seine Karriere 1978 in der kanadischen Juniorenliga Ontario Hockey League bei den Brantford Alexanders. Nachdem er in seiner ersten Saison als Spieler der Alexanders bereits 99 Scorerpunkte erzielen konnte und ein Jahr später mit 150 Punkten zu den besten Stürmern der OHL gehörte wurden die Talent-Scouts der National Hockey League auf den Linksschützen aufmerksam. Während des NHL Entry Draft 1980 war es das Management der Pittsburgh Penguins, das ihn in der ersten Runde als insgesamt neunter Spieler auswählte. Er blieb eine weitere Saison in der OHL, ehe er 1981 in die NHL zu den Penguins wechselte.

Dort absolvierte er in der Spielzeit 1980/81 seine ersten 23 Partien in der nordamerikanischen Liga. Bullard spielte daraufhin eine gute Rookie-Saison. So konnte er in 85 Spielen 67 Mal punkten. In den folgenden Jahren nahm er schnell eine Führungsrolle ein und war zwischen 1984 und 1987 Mannschaftskapitän. Als er seine Leistungen weiter steigern konnte und 1986 zu den punktbesten Angreifern der NHL gehörte, nominierte ihn der damalige kanadische Nationaltrainer für das kanadische Eishockeynationalteam, mit dem er an der Weltmeisterschaft 1986 teilnahm. Am Ende erreichte er mit Kanada den dritten Platz.

Am 12. November 1986 tauschten ihn die Verantwortlichen der Penguins gegen Dan Quinn und Bullard wechselte nach Calgary zu den dortigen Flames. Bei seinem neuen Klub stand er allerdings nur zwei Jahre unter Vertrag. In seiner letzten Saison 1987/88 konnte er mit 103 Punkten in 79 Partien seinen Karrierebestwert in der NHL aufstellen. Dennoch tradeten ihn die Calgary Flames Anfang September 1988 zusammen mit Craig Coxe und Tim Corkery zu den St. Louis Blues, die im Gegenzug Mark Hunter, Doug Gilmour, Steve Bozek und Michael Dark erhielten. Auch die Blues verließ er nach kurzer Zeit wieder und wurde von seinem Klub am 29. November 1988, nach nur drei Monaten, für Peter Zezel an die Philadelphia Flyers abgegeben. In Philadelphia konnte Bullard trotz allem erneut überzeugen und beendete dort die Saison 1988/89. Anschließend war er ein weiteres Jahr bei den Flyers aktiv, ehe er im Sommer 1990 nach Europa in die Schweizer Nationalliga A zum HC Ambrì-Piotta wechselte.

Es folgte eine erfolgreiche Saison in der Schweiz, die das Interesse einiger NHL-Klubs auf ihn zog. Bullard war mit insgesamt 79 Punkten in 41 NLA-Spielen vor dem Schweizer Peter Jaks erfolgreichster Scorer seines Teams. Schließlich ging er nach dem Jahr beim HC Ambrì-Piotta noch einmal nach Nordamerika zu den Toronto Maple Leafs, konnte dort jedoch nicht an seine früheren Leistungen anknüpfen und kehrte zur Saison 1992/93 in die Schweiz zurück und unterschrieb einen Einjahres-Vertrag beim damals in der Nationalliga B spielenden SC Rapperswil Jona. Dort war er erneut der beste Stürmer seines Teams und erhielt im Sommer 1993 lukrative Angebote anderer, höherklassig agierender Mannschaften aus der Schweiz und aus dem europäischen Ausland. Bullard entschied sich letztendlich für den EV Landshut und wechselte in die damals höchste deutsche Spielklasse, die Bundesliga.

Der Kanadier avancierte zum Topscorer und zum besten Torschützen der Bundesliga 1994. Außerdem wurde er zum Spieler des Jahres ausgezeichnet. Trotz dieser persönlichen Erfolge schied er mit dem EV Landshut im Playoff-Viertelfinale gegen den Kölner EC aus. In einer engen Serie verlor das Team mit 3:4-Niederlagen. Im folgenden Sommer 1994 wurde die Deutsche Eishockey Liga gegründet und Bullard zog mit dem EVL in das Endspiel der Playoffs um die deutsche Meisterschaft ein. Dieses ging, wie bereits im Vorjahr das Viertelfinale, gegen die Kölner Haie verloren. Bullard war nach 1994, zum zweiten Mal hintereinander der erfolgreichste Hauptrunden-Torschütze in der höchsten deutschen Spielklasse. In den Playoffs war er mit 27 Punkten in 18 Spielen sogar der Topscorer. Damit hatte er großen Anteil am Einzug in das Playoff-Finale.

In der Saison 1995/96 erreichte er mit den Landshutern das Halbfinale der Playoffs und schied dort gegen die Kölner Haie aus. Der EVL scheiterte somit in drei Jahren, drei Mal in den Playoffs an den Haien aus Köln. Der Kanadier war erneut einer der besten Scorer der Liga und erzielte in 50 Hauptrunden-Partien 69 Punkte. Es folgten weitere sechs Tore und elf Assists in den Playoffs. Er blieb bis 1998 in Landshut und wechselte anschließend zu den damals hoch verschuldeten Eisbären Berlin. Im Jahr 1997 war er, noch im Trikot des EV Landshut, der erfolgreichste Vorlagengeber der DEL-Hauptrunde und 1998 wurde er von den Fans und Journalisten für das erste DEL All-Star Game in Frankfurt nominiert. Dort war er Bestandteil des DEL All-Star Teams, konnte jedoch keinen Scorerpunkt erzielen.

Bei den Eisbären Berlin stagnierten Bullards Leistungen erstmals in seiner Karriere. Zwar erzielte er in seiner ersten Saison im Eisbären-Trikot 50 Scorerpunkte, diese verringerten sich allerdings auf 46 im Jahr darauf. Dennoch war er zusammen mit seinem Landsmann Marc Fortier der wichtigste ausländische Spieler des Teams und erreichte mit dem Klub 1999 den zweiten Platz beim IIHF Continental Cup. Nachdem er den Eisbären in der Spielzeit 1999/00 zum Klassenerhalt verhalf, unterschrieb er einen Vertrag beim damaligen Ligakonkurrenten Schwenninger Wild Wings. Die Schwenninger behielten den Angreifer zwei Jahre in ihrem Team und mussten ihn im Jahr 2002 zum Heilbronner EC in die 2. Bundesliga ziehen lassen.

Dort wollte Bullard seine Karriere nach dem Ende der Saison 2002/03 beenden. Als sich die Schwenninger Wild Wings während der DEL-Spielzeit 2002/03 auf dem letzten Tabellenrang platzierten und der Klassenerhalt in der höchsten deutschen Liga in Gefahr geriet, entschied er sich, seinen alten Verein zu verstärken. So ging er für die Wild Wings in den letzten zehn Hauptrunden-Partien aufs Eis, sowie in den anschließenden Playdowns gegen die Frankfurt Lions. Diese konnten in einer „Best-of-Seven“-Serie mit 4:2-Spielen besiegt und der Klassenverbleib somit gesichert werden. Die Schwenninger stiegen trotzdem in die 2. Bundesliga ab, da die DEL-Lizenz wegen eines laufenden Insolvenzverfahrens entzogen wurde. Mike Bullard beendete anschließend seine aktive Eishockeykarriere im Alter von 42 Jahren.

In der DEL absolvierte er insgesamt 460 Spiele, in denen er 521 Scorerpunkte erzielte (218 Tore/303 Vorlagen) und 602 Strafminuten sammelte. Damit lag er vor Beginn der Saison 2009/10 auf Platz 2 der ewigen Scorerwertung und auf Platz 1 der Torschützenliste. Zudem ist er der achtbeste Vorlagengeber der bisherigen DEL-Geschichte.[1] Mike Bullard war somit einer der prägendsten und erfolgreichsten Spieler, der jemals in der 1994 neu gegründeten Deutschen Eishockey Liga aktiv war. Des Weiteren absolvierte er insgesamt 727 NHL-Spiele und erreichte dabei 674 Scorerpunkte (329 Tore, 345 Vorlagen).

Als Trainer[Bearbeiten]

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere, übernahm er zur Saison 2003/04 beim Schwenninger ERC das Amt des Trainers. Mit dem SERC erreichte er zweimal das Playoff-Viertelfinale. Im November 2005 wurde er von seinen Aufgaben als Chef-Coach freigestellt und durch Marcel Breil ersetzt. Im Sommer 2006 ging er nach Österreich und trainierte dort die Graz 99ers. Dort war er jedoch nur wenige Monate aktiv und wurde bereits Ende Oktober 2006 wieder entlassen. Es folgte ein Engagement beim ESV Kaufbeuren in der 2. Bundesliga, welches er am 8. Februar 2007 antrat. Bullard wurde als Interimstrainer für den Rest der Saison 2006/07 verpflichtet und sollte mit dem ESV den Klassenerhalt sichern.[2] Dieses sportliche Ziel konnte nicht erreicht werden und der ESV stieg nach 4:3-Niederlagegen in den Playdowns gegen den ETC Crimmitschau in die Oberliga ab.

Nachdem ein geplantes Engagement bei den Moskitos Essen aus finanziellen Gründen scheiterte, unterschrieb er am 15. Mai 2008 für die Saison 2008/09 bei seinem Ex-Club, den Landshut Cannibals einen Vertrag als Chef-Coach. Dort wurde er nach der 1:4-Niederlage gegen die Freiburger Wölfe am 14. Februar 2009 beurlaubt.[3]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1994 Bundesliga-Topscorer
  • 1994 Erfolgreichster Torschütze der Bundesliga
  • 1994 Eishockeyspieler des Jahres
  • 1995 Erfolgreichster Torschütze der DEL
  • 1995 Topscorer der DEL-Playoffs
  • 1997 Erfolgreichster Vorlagengeber der DEL
  • 1998 DEL All-Star Game
  • 1999 DEL All-Star Game
  • 2001 DEL All-Star Game
  • 2002 DEL All-Star Game

International[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga GP G A Pts PIM GP G A Pts PIM
1978–79 Brantford Alexanders OHL 66 43 56 99 66
1979–80 Brantford Alexanders OHL 66 66 84 150 86
1980–81 Brantford Alexanders OHL 42 47 60 107 55
1980–81 Pittsburgh Penguins NHL 15 1 2 3 19 4 3 3 6 0
1981–82 Pittsburgh Penguins NHL 75 36 27 63 91 5 1 1 2 4
1982–83 Pittsburgh Penguins NHL 57 22 22 44 60
1983–84 Pittsburgh Penguins NHL 76 51 41 92 57
1984–85 Pittsburgh Penguins NHL 68 32 31 63 75
1985–86 Pittsburgh Penguins NHL 77 41 42 83 69
1986–87 Pittsburgh Penguins NHL 14 2 10 12 17
1986–87 Calgary Flames NHL 57 28 26 54 34 6 4 2 6 2
1987–88 Calgary Flames NHL 79 48 55 103 68 6 0 2 2 6
1988–89 St. Louis Blues NHL 20 4 12 16 46
1988–89 Philadelphia Flyers NHL 54 23 26 49 60 19 3 9 12 32
1989–90 Philadelphia Flyers NHL 70 27 37 64 67
1990–91 HC Ambrì-Piotta NLA 41 41 37 78 39
1991–92 Toronto Maple Leafs NHL 65 14 14 28 42
1993–94 EV Landshut BL 44 37 26 63 45 7 3 1 4 10
1994–95 EV Landshut DEL 38 22 43 65 83 18 17 10 27 28
1995–96 EV Landshut DEL 50 29 41 70 56 11 6 11 17 20
1996–97 EV Landshut DEL 47 19 51 70 69 7 5 4 9
1997–98 EV Landshut DEL 45 12 24 36 63
1998–99 Eisbären Berlin DEL 50 21 30 51 58 8 1 4 5 6
1999–00 Eisbären Berlin DEL 54 21 25 46 71 11 7 6 13 24
2000–01 Schwenninger Wild Wings DEL 44 20 20 40 32
2001–02 Schwenninger Wild Wings DEL 48 19 14 33 32 7 3 3 6 8
2002–03 Schwenninger Wild Wings DEL 10 5 5 10 6 6 4 7 11 2
2002–03 Heilbronner EC 2.BL 28 7 13 20 39
OHL gesamt 194 156 200 356 207
2.BL gesamt 28 7 13 20 39
BL gesamt 44 37 26 63 45 7 3 1 4 10
DEL gesamt 386 168 253 421 470 68 43 45 88 88
NLA gesamt 41 41 37 78 39
NHL gesamt 727 329 345 674 705 40 11 17 28 44

Quellen[Bearbeiten]

  1. DEL Rekordbuch. Zahlen, Daten und Fakten aus zwölf Jahren DEL, in: DEL. Die 1. Bundesliga. Sonderheft Saison 06/07, Eishockey-News Folge 01/06, S. 155-178 (Stichtag 10. August 2006)
  2. hockeyweb.de, Mike Bullard wird Trainer beim ESV Kaufbeuren (8. Februar 2007)
  3. la-cannibals.com, Landshut Cannibals beurlauben nach 1:4 gegen Freiburg Trainer Mike Bullard

Weblinks[Bearbeiten]