Mike Conway

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Mike Conway (2009)

Mike Conway (* 19. August 1983 in Bromley, Kent) ist ein britischer Automobilrennfahrer. Er gewann 2006 die britische Formel-3-Meisterschaft. Von 2006 bis 2008 war er in der GP2-Serie aktiv. Seit 2009 tritt er in der IndyCar Series an. 2013 war er zudem in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) aktiv.

Karriere[Bearbeiten]

Conway begann seine Motorsportkarriere im Alter von acht Jahren im Kartsport, in dem er bis 2000 aktiv war. Unter anderem gewann er 2000 die britische Formel-A-Kartmeisterschaft. 2001 wechselte er in den Formelsport und startete zunächst in der britischen Formel-Ford-Juniorenmeisterschaft, in der er auf Anhieb mit einem Sieg den sechsten Platz in der Gesamtwertung belegte. Nachdem er bereits in dieser Saison an einigen Rennen der regulären britischen Formel Ford teilgenommen hatte, trat er 2002 in dieser Meisterschaft an und belegte mit sechs Podest-Platzierungen den vierten Gesamtrang. 2003 wechselte er zu Fortec Motorsport in die britische Formel Renault. Er gewann ein Rennen und wurde am Saisonende Vierter. 2004 blieb Conway in dieser Meisterschaft und gewann mit acht Siegen souverän den Meistertitel vor Westley Barber. Darüber hinaus startete er in den beiden Saisons bei insgesamt drei Rennen des Formel Renault 2.0 Eurocups, von denen er eines für sich entschied.

2005 wechselte Conway in die britische Formel-3-Meisterschaft, in der er zunächst erneut für Fortec Motorsport antrat. Ihm gelang ein Rennsieg und er wurde Dritter in der Meisterschaft hinter Charlie Kimball und dem Meister Álvaro Parente. 2006 wechselte Conway zu Räikkönen Robertson Racing, für die er seine zweite Saison in der britischen Formel-3-Meisterschaft bestritt. Er entschied 8 von 22 Rennen für sich und gewann den Meistertitel vor Oliver Jarvis und seinem Teamkollegen Bruno Senna. Außerdem gewann er den prestigeträchtigen Macau Grand Prix.

Conway fuhr von 2006 bis 2008 in der GP2-Serie

Nachdem Conway bereits in der Saison 2006 für DPR Direxiv zwei Rennen in der GP2-Serie absolviert und den 29. Gesamtrang belegt hatte, wechselte er 2007 in die GP2-Serie zum britischen Rennstall Super Nova Racing, bei dem er Teamkollege von Luca Filippi wurde. Während Filippi Vierter in der Fahrerwertung wurde, belegte Conway den 14. Gesamtrang. Ein zweiter Platz bei seinem Heimrennen in Silverstone war sein bestes Ergebnis. Außerdem war er 2007 einer von drei Formel-1-Testfahrern des japanischen Rennstalls Honda.[1] 2008 wechselte Conway in der GP2-Serie als Teamkollege von Ho-Pin Tung zu Trident Racing. Er erzielte in der Saison bei einigen Rennen Punkte und gewann das Sprintrennen in Monte Carlo. In der Gesamtwertung belegte Conway, der besser als sein Teamkollege Tung war, den zwölften Platz. Außerdem war er erneut ein Formel-1-Testfahrer des Honda-Teams und er nahm an einigen Rennen der International GT Open teil.

2009 verließ Conway Europa und wechselte nach Amerika in die IndyCar Series. Bei Dreyer & Reinbold Racing erhielt er ein Cockpit für die komplette Saison. Mit einem dritten Platz als bestes Resultat belegte er am Ende seiner ersten Saison den 17. Platz im Gesamtklassement. Im Dezember durfte er für Brawn GP, dem Gewinner der Konstrukteursweltmeisterschaft, Formel-1-Testfahrten absolvieren.[2] 2010 blieb er bei Dreyer & Reinbold Racing und erhielt mit seinem Landsmann Justin Wilson einen permanenten Teamkollegen.[3] Beim Saisonhöhepunkt, dem Indianapolis 500, machte Conway zunächst mit Führungsrunden auf sich aufmerksam. In der 199. von 200 Runden kollidierte er mit Ryan Hunter-Reay, dem, nachdem sein Tank kein Benzin mehr enthielt, der Motor ausgegangen war. Conways Bolide wurde bei der Berührung in die Luft katapultiert und flog in den Fangzaun. Am Ende des Unfalls war von dem Rennwagen nur noch die Fahrerzelle übrig.[4]. Conway überlebte den Unfall mit schweren Verletzungen. Er zog sich mehrere Brüche des linken Beins, eine Gewebeverletzung am linken Bein und einen Kompressionsbruch an einem Brustwirbel zu.[5] Er wurde bei den restlichen Rennen durch verschiedene Piloten ersetzt. In der Saison 2010, die er nach dem schweren Unfall beim Indianapolis 500 auf dem 15. Gesamtrang liegend beenden musste, belegte er am Saisonende den 25. Platz in der Fahrerwertung.

2011 kehrte Conway nach seiner Verletzung in die IndyCar Series zurück und ging für Andretti Autosport an den Start.[6] Nachdem er bei den ersten zwei Rennen nicht ins Ziel kam, erzielte er beim dritten Rennen in Long Beach seinen ersten IndyCar-Sieg. Im weiteren Verlauf der Saison kam er nie innerhalb der Top-5 ins Ziel. Zum Indianapolis 500 schaffte er es nicht, sich zu qualifizieren. Da er in den ersten zehn Veranstaltungen durch zwei von ihm verursachte Kollisionen aufgefallen war, fuhr er bis zum Ende der Saison auf Bewährung.[7] Die Saison beendete er als schlechtester Andretti-Pilot auf dem 17. Gesamtrang. Zur Saison 2012 wechselte Conway zu A. J. Foyt Enterprises.[8] Beim Indianapolis 500 hatte er erneut einen schweren Unfall. Diesmal blieb er aber unverletzt. Beim Honda Indy Toronto erzielte er mit einem dritten Platz seine erste Podest-Platzierung für sein neues Team. Es blieb seine einzige Top-5-Platzierung der Saison. Kurz vorm Saisonabschluss, dem MAVTV 500, das auf dem Oval in Fontana stattfand, gab Conway seinen Startverzicht für dieses Rennen bekannt und schloss weitere Teilnahmen an Ovalrennen generell aus.[9] Conway erklärte, dass er sich auf den Ovalen nie wohl gefühlt habe und ihm die Rückkehr auf die Ovalkurse nach seinem schweren Unfall in Indianapolis 2010 nicht leichtgefallen war. Conway erntete für seine Entscheidung Respekt von mehreren Fahrern und Teamchefs der IndyCar Series.[10][11] Conway beendete die IndyCar-Saison auf dem 21. Gesamtrang.

2013 erhielt Conway bei dem von Alan Docking Racing betreuten Rennstall G-Drive Racing ein Cockpit in der LMP2-Klasse der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Er bildet ein Team mit John Martin und Roman Russinow. Bei vier von acht Rennen gewann das Trio die LMP2-Wertung. Ihre beste Gesamtplatzierung war ein dritter Platz beim Saisonfinale. In der Fahrerweltmeisterschaft belegten die drei Fahrer den siebten Platz. Im Rahmen der WEC debütierte er in diesem Jahr beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Das Trio wurde bei diesem Rennen disqualifiziert. Außerdem absolvierte er für Level 5 Motorsports ein Rennen in der American Le Mans Series (ALMS). Er vertrat dabei Ryan Briscoe, der verletzt ausfiel.[12] Außerdem bestritt er 2013 einzelne IndyCar-Rennen. Für Rahal Letterman Lanigan Racing nahm er am Rennen in Long Beach teil, bei Dale Coyne Racing erhielt er ein Cockpit für die drei Double-Header-Veranstaltungen in Detroit, Toronto und Houston. In Detroit gewann er das erste Rennen und wurde Dritter beim zweiten Lauf. Bei insgesamt sieben Starts kam Conway fünfmal in die Top-10.

2014 absolviert Conway für Ed Carpenter Racing alle IndyCar-Rennen auf Straßenkursen. Er teilt sich das Cockpit mit Teambesitzer Ed Carpenter, der auf den Ovalkursen das Fahrzeug übernimmt.[13] Darüber hinaus übernimmt Conway bei Toyota die Position des Test- und Ersatzfahrers in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft.[14]

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

  • 1992–2000: Kartsport
  • 2001: Britische Formel Ford Junior (Platz 6)
  • 2001: Britische Formel Ford (Platz 33)
  • 2002: Britische Formel Ford (Platz 4)
  • 2003: Britische Formel Renault (Platz 4)
  • 2003: Nordamerikanische Formel Renault, Winterserie (Platz 8)
  • 2003: Britische Formel Renault, Winterserie (Platz 8)
  • 2004: Britische Formel Renault (Meister)

Einzelergebnisse in der IndyCar Series[Bearbeiten]

Saison Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Punkte Rang
2009 Dreyer & Reinbold Racing STP
22
LBH
21
KAN
19
INDY
18
MIL
20
TXS
19
IOW
8
RIR
18
WGL
6
TOR
22
EDM
20
KTY
17
MDO
20
SNM
3
CHI
16
MOT
22
HMS
15
    261 17.
2010 Dreyer & Reinbold Racing SAO
8
STP
19
ALA
9
LBH
10
KAN
14
INDY
19
TXS
INJ
IOW
INJ
WGL
INJ
TOR
INJ
EDM
INJ
MDO
INJ
SNM
INJ
CHI
INJ
KTY
INJ
MOT
INJ
HMS
INJ
    110 25.
2011 Andretti Autosport STP
23
ALA
22
LBH
1
SAO
6
INDY
DNQ
TXS1
24
TXS2
17
MIL
12
IOW
24
TOR
22
EDM
8
MDO
26
NHA
25
SNM
16
BAL
23
MOT
9
KTY
18
LSV
C
  260 17.
2012 A. J. Foyt Enterprises STP
20
ALA
7
LBH
22
SAO
19
INDY
29
DET
9
TXS
16
MIL
16
IOW
20
TOR
3
EDM
11
MDO
21
SNM
14
BAL
16
FON
 
        233 21.
2013 Rahal Letterman Lanigan Racing STP
 
ALA
 
LBH
25
SAO
 
INDY
 
    TXS
 
MIL
 
IOW
 
POC
 
    MDO
 
SNM
 
BAL
 
    FON
 
185 23.
Dale Coyne Racing   DE1
1*
DE2
3*
TO1
7
TO2
7
HO1
16
HO2
9
2014 Ed Carpenter Racing STP LBH ALA IGP INDY DE1 DE2 TXS HO1 HO2 POC IOW TO1 TO2 MDO MIL SNM FON  

(Legende)

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2013 RusslandRussland G-Drive Racing Oreca 03 AustralienAustralien John Martin RusslandRussland Roman Russinow disqualifiziert

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Honda verpflichtet Conway als Testfahrer“ (Motorsport-Total.com am 8. März 2007)
  2. „Conway und Ericsson vom Weltmeisterauto beeindruckt“ (Motorsport-Total.com am 3. Dezember 2009)
  3. „Überraschung: Wilson wechselt zu Dreyer & Reinbold“ (Motorsport-Total.com am 3. Februar 2010)
  4. „Beinbruch bei Conway - Unfallursache geklärt“ (Motorsport-Total.com am 31. Mai 2010)
  5. „Horrorcrash: Conway doch schwerer verletzt!“ (Motorsport-Total.com am 31. Mai 2010)
  6. “Conway lands Andretti Autosport drive” (autosport.com am 1. Februar 2011)
  7. „Drei IndyCar-Piloten auf Bewährung“ (Motorsport-Total.com am 3. August 2011)
  8. „IndyCar - Conway schließt sich AJ Foyt Racing an“ (Motorsport-Magazin.com am 20. Dezember 2011)
  9. Mario Fritzsche: „Gefahr im Oval zu groß: Conway verzichtet auf Fontana“. Motorsport-Total.com, 14. September 2012, abgerufen am 4. Dezember 2012.
  10. Mario Fritzsche: „Bekommt Conway noch eine Chance?“ Motorsport-Total.com, 21. September 2012, abgerufen am 4. Dezember 2012.
  11. “IndyCar drivers respect Conway for not racing”. cnn.com, 15. September 2012, abgerufen am 4. Dezember 2012 (englisch).
  12. Mario Fritzsche: „Level 5: Conway springt für verletzten Briscoe ein“. Motorsport-Total.com, 17. Juli 2013, abgerufen am 22. August 2013.
  13. Pete Fink: „Carpenter: Conway fährt die Nicht-Ovale“. Motorsport-Total.com, 15. Oktober 2013, abgerufen am 20. November 2013.
  14. Christian Menath: „WEC - Conway wird Toyota-Testpilot“. Weiterhin parallel IndyCar. Motorsport-Magazin.com, 2. Dezember 2013, abgerufen am 15. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mike Conway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien