Mike Davis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Mike Davis (* 1946 in Fontana, Kalifornien) ist ein amerikanischer Sozialkommentator, Soziologe und Historiker. Sein Hauptinteresse galt lange Zeit der Untersuchung der Gesellschaftsstrukturen und der urbanen Entwicklung in seiner Heimat Südkalifornien. International bekannt geworden ist er 1990 mit seinem Bestseller City of Quartz, einer Sozialgeschichte von Los Angeles. Seine jüngeren Veröffentlichungen beschäftigen sich mit den vergessenen großen Hungersnöten in der entstehenden "Dritten Welt", den Slums und ihrem Zusammenhang mit El Niño-Ereignissen, und mit der Vogelgrippe.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biographie

Im Jahr 1946 wurde Mike Davis in Fontana, einem Vorort von Los Angeles, geboren. Im Alter von 16 Jahren unterbrach er zunächst die High School, um als Arbeiter in einer Fleischfabrik zum Unterhalt seiner Familie beizutragen.

Anfang der 1960er Jahre studierte er kurze Zeit am Reed College in Oregon, wurde Mitglied der Students for a Democratic Society (SDS), trat der Kommunistischen Partei bei und leitete deren Buchladen in Los Angeles. In den folgenden vier Jahren arbeitete er als LKW-Fahrer an der Westküste, bis er sich entschied, seine akademische Ausbildung an der University of California, Los Angeles fortzusetzen. Neben Geschichte und Wirtschaft an der University of California, studierte er irische Geschichte in London, Edinburgh und Belfast und setzte sich dort für die nordirische Unabhängigkeit ein.

In den 1970ern erwarb er an der University of California, Los Angeles den Titel des Bachelor und des Master in Geschichte. Er bekam den MacArthur Stipendium-Preis 1998 und war ein Fellow am Getty Center.

Davis lehrt seit 2002 am Department of History an der University of California in Irvine und schreibt für die britische Monatszeitung Socialist Review, dem Organ der britischen Socialist Workers Party. Zuvor lehrte Davis an der Stony Brook University.

Davis schrieb 1990 "City of Quartz. Ausgrabungen der Zukunft in Los Angeles", das heute als Klassiker der Stadtsoziologie gilt. Zuletzt erschien von ihm in deutscher Sprache "Eine Geschichte der Autobombe" (2007).

Im Dezember 2008 wurde Mike Davis mit dem in jenem Jahr erstmals verliehenen Kulturpreis der Münchener Universitätsgesellschaft ausgezeichnet.[1]

Davis ist Mitglied der irischen Socialist Workers Party. Er lebt mit seiner Familie in San Diego, Kalifornien.

[Bearbeiten] Schriften

[Bearbeiten] Bücher (Auswahl)

  • City of Quartz. Excavating the Future in Los Angeles (1990, 2006). Dt. Übersetzung: Ausgrabungen der Zukunft in Los Angeles, Berlin, Verlag Schwarze Risse 1994, 520 S., ISBN 3-924737-23-1, Neuauflage Assoziation A, Berlin 2006, ISBN 978-3-935936-37-8 (Zusammenfassungen der Kap.)
  • Casino Zombies und andere Fabeln aus dem Neon-Westen der USA, Berlin, Schwarze Risse 1999, 270 S., ISBN 3-924737-44-4 (Zusammenstellung von Aufsätzen, die zwischen 1992 und 1999 in verschiedenen US-amerikanischen Zeitungen erschienen sind)
  • Ecology of Fear: Los Angeles and the Imagination of Disaster (2000). Dt. Übersetzung: Ökologie der Angst. Das Leben mit der Katastrophe, München, Kunstmann 1999, 540 S., ISBN 3-88897-225-6
  • Late Victorian Holocausts: El Niño Famines and the Making of the Third World (2001). Dt. Übersetzung: Die Geburt der Dritten Welt. Hungerkatastrophen und Massenvernichtung im imperialistischen Zeitalter, Assoziation A 2004, ISBN 3-935936-43-5
  • The Monster at Our Door: The Global Threat of Avian Flu (2005). Dt. Übersetzung: Vogelgrippe. Zur gesellschaftlichen Produktion von Epidemien, Berlin, Assoziation A 2005, ISBN 3-935936-42-7
  • Planet of Slums (2006). Dt. Übersetzung: Planet der Slums. Aus dem Amerikanischen von Ingrid Scherf. Assoziation A. Hamburg/Berlin. 2007. ISBN 978-3-935936-56-9
  • Mitautor von: No One Is Illegal: Fighting Racism and State Violence on the U.S.-Mexico Border (2006). Dt. Übersetzung: Crossing the Border. Migration und Klassenkampf in der US-amerikanischen Geschichte, Assoziation A. Hamburg/Berlin 2007, ISBN 978-3-935936-59-0
  • Buda's Wagon: A Brief History of the Car Bomb (2007). Dt. Übersetzung: Eine Geschichte der Autobombe. Aus dem Englischen von Klaus Viehmann. Assoziation A. Hamburg/Berlin. 2007 ISBN 978-3-935936-58-3

[Bearbeiten] Artikel

englisch

in tomdispatch.com:

deutsch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. [1]
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen