Mikogo

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Mikogo
Mikogo-logo.png
Entwickler BeamYourScreen GmbH
Aktuelle Version 4.0
(20. Juli 2011)
Betriebssystem Windows-NT-Linie ab Windows XP, Mac OS, Linux
Kategorie Desktop-Sharing-Software
www.mikogo.de

Mikogo (Swahili für „zeigen, präsentieren“) ist eine für private [1] Nutzung kostenlose Desktop-Sharing-Software für Fernwartung, Webkonferenzen, Online-Präsentationen und E-Learning.

Geschichte[Bearbeiten]

Mikogo wurde 2007 von der BeamYourScreen GmbH, einem Mannheimer Software-Unternehmen, veröffentlicht.[2] Laut Firmenangaben wurde die Software Ende 2009 mittlerweile in 180 Ländern benutzt.[3]

Im März 2009 veröffentlichte Mikogo zudem eine Version für Mac, die von der britischen Macworld in einer Review den „Editor's Choice 4-Star Award“ erhielt.[4]

Seit Sommer 2011 ist die kommerzielle Nutzung kostenpflichtig.[5]

Technologie und Sicherheit[Bearbeiten]

Die Verbindung zwischen den Teilnehmern erfolgt im Gegensatz zu VNC-Lösungen über eine Tunneling-Technik unter der Verwendung der Ports 80 und 443 und der Protokolle TCP und HTTP. Durch den Einsatz dieser Standardports, die auch für das Surfen im Internet offen sein müssen, bedarf es keiner weiteren Portöffnungen oder Konfigurationen, um die Software nutzen zu können.

Eine durchgehende 256-Bit-AES-Verschlüsselung sorgt während der Sitzung für die Sicherheit bei der Datenübertragung.[6]

Funktion und Anwendungsbereiche[Bearbeiten]

Um den eigenen Bildschirm über das Internet zu übertragen, muss der Nutzer das Programm installieren und ausführen. Teilnehmer an Sitzungen können das Programm entweder ebenfalls installieren oder von der Produktwebseite aus eine Ausführungsdatei laufen lassen. Beim Start einer Sitzung bekommt der Nutzer eine Sitzungsnummer angezeigt. Sobald er diese an die Teilnehmer z. B. per E-Mail weitergegeben hat, können diese an der Sitzung teilnehmen.

Nach dem Start der Sitzung ist es jederzeit möglich, die Blickrichtung zu wechseln, so dass auch Teilnehmer ihren Bildschirm übertragen können. Es ist zudem möglich, die Sitzung aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen können allerdings nur im Mikogo-eigenen Session Player abgespielt werden, der kostenlos von der Webseite heruntergeladen werden kann.[7]

Mikogo ermöglicht auch eine Übertragung der Fernsteuerungsrechte für Maus und Tastatur. Dies bedarf der ausdrücklichen Erlaubnis des jeweiligen Nutzers, der diese Rechte jederzeit durch eine Tastenkombination (F12 unter Windows, Strg+Esc unter Mac OS) sofort wieder entziehen kann.[8]

Weitere enthaltene Features:

  • Auswahl der Anwendungen, die sichtbar übertragen werden
  • Dateitransfer
  • Whiteboard
  • Zeigepfeil
  • Backmonitor
  • Sitzungsplaner

Mikogo in den Medien[Bearbeiten]

Im April 2009 thematisierte Mikogo im eigenen Blog und in einem Newsletter die Möglichkeit von virtuellen Meetings als Präventionsmaßnahme gegen die Schweinegrippe.[9] Hierfür geriet Mikogo in Teilen der Internetgemeinschaft in Kritik, die dem Unternehmen vorwarfen, den Ausbruch der Schweinegrippe für die Bewerbung ihrer Software zu nutzen.[10]

Im Januar 2010 geriet Mikogo erneut in die Schlagzeilen, als die Stadt Mannheim die Freigabe des Twitter-Accounts „Mannheim“ von Mikogo-Mitbegründer Mark Zondler forderte, den dieser 2007 registriert hatte.[11] Das als harsch angesehene Vorgehen der Stadt wie auch das Aufwerfen grundsätzlicher Fragen des Internetrechts rückten den Fall in das öffentliche Interesse; er endete in einer außergerichtlichen Einigung.[12][13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. neues Geschäftsmodell
  2. Mikogo Steps Up to be the Leading Free Online Meeting Provider for Private Users (Pressemitteilung)
  3. Mikogo auf dem Weg zu globalem Ruhm mit drei neuen Sprachen (Pressemitteilung)
  4. Mikogo review (Macworld UK)
  5. Lizenzbedingungen für Mikogo
  6. Technologie (Mikogo)
  7. Download des Mikogo Session-Players
  8. Mikogo Sicherheitshinweise Windows bzw. Mikogo Sicherheitshinweise Mac OS
  9. Web Conferences to Avoid Swine Flu Infection (Mikogo Blog)
  10. Pandemic Profiteering (The Consumerist)
  11. Mannheim will Twitter-Account einklagen (Pressemitteilung)
  12. Stadt fischt im Netz nach ihrem Namen (Mannheimer Morgen, 23. Januar 2010), Twitter-Streit ruht vorerst (Mannheimer Morgen, 29. Januar 2010)
  13. German City Threatens to Sue Holder of its Twitter Name (Techcrunch)

Weblinks[Bearbeiten]