Mikojan-Gurewitsch DIS

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Mikojan-Gurewitsch DIS
Mikojan-Gurewitsch DIS
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland: Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Mikojan-Gurewitsch
Erstflug: Sommer 1941
Indienststellung: -
Produktionszeit:
  • Prototyp 1: 1941
  • Prototyp 2: 1942
Stückzahl: 2 Prototypen

Mikojan-Gurewitsch DIS (russisch Микоян-Гуревич ДИС) ist die Bezeichnung für ein sowjetisches zweimotoriges Jagdflugzeug-Projekt vom Beginn der 1940er-Jahre. Nach zwei gebauten Prototypen wurden die Arbeiten an diesem Modell zugunsten der Pe-3bis eingestellt.

Entwicklung[Bearbeiten]

Konstruktionsziel war bei diesem Typ die Schaffung eines Langstrecken-Begleitjägers für die sowjetischen Bomberverbände, die Bezeichnung DIS (Dwuchmotorni Istrebitel Soprowoschdenija, zweimotoriges Begleitjagdflugzeug) weist auf diesen Verwendungszweck hin. Konkurrenzmuster war die TIS von Polikarpow, die jedoch ebenfalls nicht in die Serienfertigung gelangte.
Im Mai 1941 wurde das erste Exemplar fertiggestellt, im Sommer nahm es mit zwei Mikulin-AM-37-Motoren die Flugerprobung auf. Um den Einsatzbereich möglichst vielseitig zu gestalten, war die Mitnahme von Bomben am Rumpf sowie von Kameras im Bug vorgesehen. Ein zweiter Prototyp entstand 1942 und erhielt als Antrieb zwei Schwezow-ASch-82F-Triebwerke. Bei einer Serienfertigung sollte die Maschine die Truppenbezeichnung MiG-5 erhalten. Die Versuche mussten jedoch abgebrochen werden, als das Konstruktionsbüro, bedingt durch den Vormarsch der deutschen Truppen, hinter den Ural verlegt wurde.
Es soll 1945 noch eine modifizierte Version gebaut worden sein, deren Entwicklung aufgrund des Vorhandenseins von leistungsstarken Jagdflugzeugen jedoch nicht weiter verfolgt wurde.

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Die DIS war ein freitragender Tiefdecker in gemischter Holz/Metall Bauweise mit ovalem Rumpfquerschnitt. Die Tragflächen wiesen einen V-förmigen Knick sowie einen keilförmigen Grundriss auf. Das Seitenleitwerk bestand aus zwei Endscheiben, die am freitragenden Höhenleitwerk angebracht waren. Das Hauptfahrwerk konnte in die Triebwerksgondeln, das Heckrad in den Rumpf eingefahren werden.

Technische Daten[Bearbeiten]

Dreiseitenansicht
Kenngröße DIS mit AM-37 DIS mit ASch-82F
(errechnet)
Spannweite 15,10 m
Länge 10,87 m 11,85 m
Höhe 3,40 m  ?
Flügelfläche 38,90 m²
Flächenbelastung 207,20 kg/m² 205,65 kg/m²
Leistungsbelastung 3,83 kg/kW in 6.300 m Höhe 3,73 kg/kW in 7.100 m Höhe
Startmasse maximal 8.060 kg maximal 8.000 kg
Antrieb zwei flüssigkeitsgekühlte 12-Zylinder-V-Motoren Mikulin AM-37
mit je 1.030 kW (1.400 PS)
zwei luftgekühlte 14-Zylinder-Sternmotoren Schwezow ASch-82F
mit je 1.250 kW (1.700 PS)
Höchstgeschwindigkeit 610 km/h in 6.800 m Höhe 604 km/h in 5.000 m Höhe
Steigzeit auf 5.000 m Höhe 5,5 min 6,3 min
praktische
Gipfelhöhe
10.800 m 9.800 m
Reichweite 2.280 km 2.500 km
maximale
Flugdauer
5 h  ?
Bewaffnung vier 7,62-mm-MG SchKAS
zwei 12,7-mm-MG BS
eine 23-mm-MK WJa
vier 7,62-mm-MG SchKAS
zwei 12,7-mm-MG BS
zwei 23-mm-MK WJa
Bombenlast - eine Unterrumpfaufhängung für eine 1000-kg-Bombe bzw. einen Torpedo

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]