Mikroökonomie
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Die Mikroökonomie (gr. μικρός mikrós „klein“, οἶκος oíkos „Haus“ und -nomie), auch Mikroökonomik oder Mikrotheorie, ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Ihr Gegenstand ist das wirtschaftliche Verhalten einzelner Wirtschaftssubjekte (Haushalte und Unternehmen) und die Allokation von knappen Ressourcen und Gütern durch den Marktmechanismus. Insbesondere die neoklassische Mikroökonomie arbeitet mit mathematischen Modellen, die sie aus der Realität abstrahiert. Im einfachsten Modell des Wirtschaftskreislaufs sind die Haushalte Anbieter der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden sowie Nachfrager der angebotenen Güter (Waren und Dienstleistungen), die sie mit dem Ziel der Nutzenmaximierung konsumieren. Die Unternehmen setzen die Produktionsfaktoren zur Produktion von Gütern ein, die sie mit dem Ziel der Gewinnmaximierung auf dem Markt anbieten.
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[Bearbeiten] Teilgebiete
- Die Haushaltstheorie beschäftigt sich mit der Nachfrageseite auf dem Gütermarkt. Wichtiger Untersuchungsgegenstand ist hier der Nutzen, den ein Nachfrager durch den Warenkorb, die Menge aller Güter die er in einer bestimmten Periode kauft, hat. Dafür spielen Präferenzrelationen und Konvexitätsannahmen eine wichtige Rolle.
- Dem gegenüber steht die Produktionstheorie, die sich mit der Angebotsseite des Gütermarktes beschäftigt. Ausgehend von einer gegebenen Produktionsfunktion, die das Verhältnis von Input- zu Outputfaktoren angibt, wird untersucht, welche Produktionsmengen mit welchen Inputfaktoren produziert werden sollen.
- Die Preistheorie untersucht die Preisbildung als Ergebnis des Aufeinandertreffens von Angebot und Nachfrage auf Märkten unter unterschiedlichen Wettbewerbsformen sowie die Bedingungen für Erreichen und Stabilität eines Marktgleichgewichts.
Neben diesen drei grundlegenden Teilen der neoklassischen Mikroökonomie haben sich weitere Ansätze herausgebildet:
- In der Neuen Institutionenökonomik bzw. der Transaktionskostentheorie werden Faktoren wie asymmetrische Information, begrenzte Rationalität und Opportunismus berücksichtigt, um zu realitätsnäheren Annahmen zu gelangen.
- Die Spieltheorie erweitert die Mikroökonomie um die zeitlich aufeinander folgenden Interaktionen mehrerer Marktteilnehmer (strategisches Verhalten). In der Risikotheorie wird der Umgang mit statistischer Unsicherheit oder ungleicher Informationsverteilung betrachtet.
- Die Evolutionsökonomik untersucht im Unterschied zur neoklassischen Mikroökonomie nicht die Bildung von Marktgleichgewichten, sondern sie untersucht die Dynamik von Wirtschaftsprozessen.
- Die Experimentelle Ökonomik beschäftigt sich mit der experimentellen Überprüfung theoretischer Verhaltensannahmen der Mikroökonomie.
- Die Verhaltensökonomik sucht Erklärungen für Verhalten, das der Annahme des rationalen Nutzenmaximierers widerspricht.
- Die Ökonometrie befasst sich mit der quantitativen, in der Regel empirischen Untersuchung des Wirtschaftsgeschehens. Hierbei werden mathematische Methoden der Statistik und Stochastik verwendet und Testhypothesen abgegeben.
[Bearbeiten] Annahmen
In der Mikroökonomie werden meistens die Wirklichkeit abstrahierende Modelle benutzt, um die Fragestellungen beherrschbar zu machen. Dazu wird zum einen angenommen, dass alle Wirtschaftsakteure Nutzenmaximierung betreiben und rational handeln, also unter den zur Auswahl stehenden Handlungsalternativen immer die beste auswählen. Der so handelnde Ideal-Akteur wird auch Homo oeconomicus genannt. Neuere Ansätze relativieren allerdings die Annahmen des Homo oeconomicus-Modells und gehen von Annahmen wie asymmetrische Information oder begrenzte Rationalität aus.
Daneben werden oft weitere Annahmen getroffen. Die Indifferenzkurve beschreibt die Vorstellung über die Präferenzrelation eines Entscheiders, die Nichtsättigungsannahme beschreibt die Annahme, dass jede Einheit eines Gutes den Präferenzwert eines Güterbündels erhöht und mit der Teilbarkeitsannahme erleichtern sich die Mikroökonomen ihre Rechnungen, da sie damit nicht bedenken müssen, dass Güter nur in ganzzahligen Einheiten nachgefragt und produziert werden. Für die Betrachtung von Präferenzrelationen sind auch die Transitivitätsannahme und die Vollständigkeitsannahme wichtig. Erstere sagt aus, dass es keine Widersprüche in den Präferenzen eines Wirtschaftsakteurs gibt und mit der zweiten Annahme wird gefordert, dass er auch für je zwei Güterbündel sagen kann, welches er vorzieht.
[Bearbeiten] Abgrenzung zur Makroökonomie
Im Gegensatz zur Mikroökonomie arbeitet die Makroökonomie mit aggregierten Größen, also zum Beispiel mit dem Gesamteinkommen aller Haushalte. Mikroökonomische Aussagen lassen sich nicht ohne Weiteres zu makroökonomisch sinnvollen Aussagen zusammenfassen. So sucht die Makroökonomie oft, ihre Modellprämissen mikroökonomisch zu begründen (Mikrofundierung).
[Bearbeiten] Literatur
- Eberhard Feess: Mikroökonomie. Eine spieltheoretisch- und anwendungsorientierte Einführung. Metropolis, Marburg 2004/3. Auflg. ISBN 3-89518-491-8
- Michael Heine u. Hansjörg Herr: Volkswirtschaftslehre. Paradigmenorientierte Einführung in die Mikro- und Makroökonomie. Oldenbourg, München 2003 ISBN 3-486-27293-4
- Klaus Herdzina: Einführung in die Mikroökonomik. Vahlen, München 2005/10. Auflg. ISBN 3-8006-3272-1
- Robert S. Pindyck u. Daniel L. Rubinfeld: Mikroökonomie. Pearson Studium, München 2005/6. aktual. Auflg. ISBN 3-8273-7164-3
- Winfried Reiß: Mikroökonomische Theorie. Historisch fundierte Einführung. Oldenbourg, München 2007/6. Auflg. ISBN 978-3-486-58544-5
- Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomik. Oldenbourg, München 2003/6. Auflg. ISBN 3-486-27453-8
[Bearbeiten] Weblinks
- Winfried Reiß: Mikroökonomische Theorie.
- Online-Vorlesungen der FH Aachen
- Wilhelm Lorenz: Online-Einführung in die Mikroökonomie.