Mikrochirurgie

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Die Mikrochirurgie ist eine Operationstechnik, die sich aus der Minimal-Invasiven Chirurgie, der Gefäß- und der Handchirurgie entwickelt hat. Der Operateur arbeitet im OP-Feld mit einer stark vergrößernden Sehhilfe. Dabei kommen als Operationsmikroskop Lichtmikroskope zum Einsatz. Spezielle Instrumente erlauben Schnitte und Nähte in schwer zugänglichen Bereichen mit geringen Abmessungen.

Sie wird eingesetzt bei Eingriffen an kleinen Blutgefäßen, am Zentralnervensystem und bei peripheren Nerven, in der gesamten Hals-Nasen-Ohren- und Augenchirurgie. Auch in der Gynäkologie sind Vergrößerungshilfen mit 15- bis 30-facher Vergrößerung und die Lupenbrille sowie sehr feines Nahtmaterial bei bestimmten Eingriffen, z. B. Operationen an den Eileitern und den Eierstöcken, eine Voraussetzung zur erfolgreichen Therapie.

Die Handchirurgie ist ein Spezialgebiet in der Plastischen, der Unfallchirurgie und der Orthopädie. Dabei wird die Mikrochirurgie z. B. bei Replantationen von Körpergliedern wie der Handtransplantation nach Unfällen eingesetzt. Im Unterschied zur Minimal-Invasiven Chirurgie, bei der unterhalb der körpereigenen Deckschichten (Haut etc.) gearbeitet wird, wird bei der Mikrochirurgie der Zugang zum OP-Gebiet zunächst klassisch frei gelegt.

1962 beschreiben nach vorhergehenden Tierexperimenten Malt und McKhann erstmals eine Arm-OP bei einem zehnjährigen Jungen. 1963 beschreiben Goldwyn, Laub und White die gelungene Gefäßverbindungen eines amputierten Daumens.

Literatur[Bearbeiten]

  • Adolf Miehlke, Ulrich Tröhler: Illustrierte Geschichte der Mikrochirurgie. Historische Entwicklung der operativen Disziplinen. Voltmedia, Paderborn, 2007. 176 Seiten. ISBN 3-86763-200-6
  • Alfred Berger, Robert Hierner: Plastische Chirurgie. Grundlagen, Prinzipien, Techniken: Bd. 1. Verlag Springer, Berlin, 2003. 413 Seiten. ISBN 3-540-42591-8

Weblinks[Bearbeiten]