Mikrokosmos (Bartók)

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Mikrokosmos (ungarisch Mikrokozmosz) ist eine Klavierschule des ungarischen Komponisten Béla Bartók in sechs Bänden. Im Szőllősy-Verzeichnis trägt sie die Bezifferung Sz. 107, im Verzeichnis von László Somfai BB 105.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Stücke entstanden im Lauf von vielen Jahren, so stammt eines der Stücke schon aus dem Jahr 1926 und sollte zu Beginn den Zyklus 9 kleine Klavierstücke ergänzen. Bartók hegte jedoch schon lange den Gedanken, einen pädagogischen Klavierzyklus zu schreiben. Mit der endgültigen Ausführung dieser Idee begann er aber erst 1932. Zu dieser Zeit begann er auch seinem Sohn Unterricht zu erteilen, ihm sind auch die ersten zwei Hefte gewidmet. Bis ins Jahr 1937 entstanden so ca. 100 Stücke. 1939 beendete Bartók den ganzen Zyklus, welcher in seiner vollen Gänze 153 Stücke umfasst.

Zur Musik[Bearbeiten]

Das Werk ist eine didaktische Sammlung, progressiv geordnet. Sie beginnt mit leichten Stücken für Anfänger und endet mit Kompositionen für fortgeschrittene Pianisten. Laut T. A. Zieliński handelt es sich allerdings um eine sukzessive Einführung in die moderne Klangwelt, eine Enzyklopädie des modernen Klavierspiels und ein lebendiges „theoretisches Traktat“ über die Komposition, das ausgewählte Probleme hinsichtlich Skalen und Harmonik sowie Rhythmik illustriert.[1]

Teile des Mikrokosmos wurden Anfang der 1970er Jahre von der slowakischen Rockgruppe Collegium Musicum aus Bratislava adaptiert und aufgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Uhde: Bartók, Mikrokosmos: Spielanweisungen und Erläuterungen; eine Einführung in das Werk und seine pädagogischen Absichten. Zur Neubewertung von Béla Bartóks Mikrokosmos. Gustav Bosse Verlag, Regensburg, 1988. ISBN 3-764-92333-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tadeusz A. Zieliński: Bartók. Atlantis Verlag Zürich und Freiburg i. Br. S. 326