Mikropunkt

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Mark IV Mikropunkt-Kamera

Die von Emanuel Goldberg erfundenen[1] Mikropunkte (engl. micro-dots) sind ein Mittel der technischen Steganographie, die als eine Erscheinungsform eines Mikrofilms bezeichnet werden können. Verwendet wurden diese vor allem im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten, die in ihnen als i-Punkt oder auch Satzzeichen getarnt Briefe oder sogar Lagepläne versteckten.

Herstellung[Bearbeiten]

Ein Mikropunkt wurde mit einer Kamera, die an ein Mikroskop gekoppelt war, hergestellt. Er war so groß wie ein mit einer Schreibmaschine getippter Punkt (ca. 1 mm²). Zunächst wurde eine Schreibmaschinenseite mit einer Präzisionskamera auf die Größe einer Briefmarke verkleinert, dann durch ein umgedrehtes Mikroskop photographiert, wobei die Glasplatte als Negativ diente. Diese wurde entwickelt, mit einer Kollodiumschicht überzogen, woraufhin der Punkt mit einer Injektionsnadel aus der Glasplatte herausgestochen und mit Iod behandelt wurde, um die durchsichtigen Stellen ebenfalls schwarz zu färben. Oft spaltete man die Ecke einer Postkarte mit einer Rasierklinge, schob den Punkt hinein und verklebte das Ganze. Der Empfänger legte den Punkt in ein Rodinalbad (welches hier als Reduktionsmittel wirkt und das schwarz-violette Iod zu farblosem Iodid reduziert) und konnte so nach wenigen Minuten den Text unter dem Mikroskop erkennen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Schmeh: Versteckte Botschaften; Die faszinierende Geschichte der Steganografie. Dpunkt, Heidelberg 2008
  • Janusz Piekalkiewicz: Weltgeschichte der Spionage. Augsburg 1993, ISBN 3-89350-568-7, S. 518

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „One of the most famous of the technical stenographic methods, employed by the Germans during World War II, was the use of the microdot (invented by Emanuel Goldberg in the 1920s) as a period in typewritten documents.“ Richard A. Mollin: RSA and Public-key Cryptography. 2002, ISBN 1-58488-338-3, 9781584883388. S. 2