Mikrosom

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Mikrosomen sind kleine (ca. 100 nm im Durchmesser) Membran-begrenzte Vesikel innerhalb von Zellen. Es handelt sich um Fragmente des glatten bzw. rauen endoplasmatischen Retikulums (ER), die z. B. auch bei der Homogenisierung von Gewebe entstehen. Mikrosomen lassen sich durch Zentrifugation leicht isolieren. Sie dienen der Untersuchung der ER-gebundenen Enzyme.

In Mikrosomen sind Cytochrom P450-Enzyme enthalten. Diese spielen eine große Rolle im oxidativen Metabolismus. Daher werden Mikrosomen oft im In-vitro-Metabolismus verwendet, um die einzelnen Isoenzyme zu identifizieren. Dabei werden hauptsächlich Mikrosomen aus der menschlichen Leber verwendet, aber z. T. auch aus der Lunge oder der Niere. Des Weiteren werden Mikrosomen oft auch aus tierischen Organen gewonnen, um damit oben beschriebene Versuche durchzuführen.

Außerdem enthalten Mikrosomen menschlicher Zellen das Enzym Phosphatidyl-Synthase, das der Katalyse zur Umwandlung des Phosphatidylethanolamin in Phosphatidylserin in der Glycerophospholipid-Biosynthese dient.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Joachim Rassow, Katrin Hauser, Roland Netzker, Rainer Deutzmann: Biochemie. 1. Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-13-125351-7.