Mil Mi-24

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Mil Mi-24
Mi-24 der tschechischen Luftstreitkräfte
Mi-24 der Tschechischen Luftstreitkräfte
Typ: Kampfhubschrauber
Entwurfsland: SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Mil
Erstflug: 15. September 1969
Indienststellung: 1972
Stückzahl: ca. 2.000

Die Mil Mi-24 (NATO-Codename: Hind, deutsch Hirschkuh) bezeichnet einen Kampfhubschrauber, der in der Sowjetunion entwickelt wurde. Hersteller ist das Unternehmen Mil. Die sowjetischen bzw. russischen Piloten titulier(t)en ihre Maschinen indes летающий танк (letajuschtschi tank, Fliegender Panzer) oder Крокодил (Krokodil, aufgrund des Tarnfarbenmusters)[1] sowie Стакан (Stakan, Glas, wegen der großflächigen Cockpitverglasung der Mi-24A).

Der Mi-24 besitzt zwei Gasturbinen-Triebwerke und eine Haupt-Heckrotor-Anordnung mit fünfblättrigem Hauptrotor.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das Ausgangsmodell ist der Mil Mi-8, jedoch wurde der Rumpf vollkommen neu gestaltet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kampfhubschraubern kann der Mi-24 zudem Transportaufgaben übernehmen, beispielsweise acht ausgerüstete Soldaten transportieren. Als „fliegender Schützenpanzer“ gehörte es zu den Aufgaben des Mi-24, schnell auf dem Gefechtsfeld zu agieren. Seine Aufgaben sind die Panzerabwehr, Feuerunterstützung bei amphibischen Operationen, Ausheben gegnerischer Stützpunkte, Bekämpfung gegnerischer Hubschrauber und Begleitschutz für eigene Hubschrauber.

Die Entwicklung dieses Hubschraubers begann Mitte der 1960er-Jahre noch zu Lebzeiten von Michail Mil. Die als A-10 bezeichneten Prototypen erfüllten alle gestellten Forderungen. Zweimal wurde der Geschwindigkeitsrekord für Hubschrauber gebrochen, erst mit 334,46 km/h (Antrieb TW2-117A, weibliche Besatzung) und dann mit 368,40 km/h (TW3-Antrieb).

[Bearbeiten] Technischer Aufbau

Der Rumpf der Mi-24 ist eine vollständige Neuentwicklung. Er fasst in der Kabine acht Soldaten in kompletter Ausrüstung. Alternativ können in der Kabine auch ein Satz Munition und ein bis zwei Warte untergebracht werden, was ein Aufmunitionieren im Gelände ermöglicht. Auf beiden Seiten sind nach oben und unten aufklappende Kabinentüren angebracht, die ein schnelles Ein- und Aussteigen bzw. Be- und Entladen ermöglichen. An der unteren Einstiegstür ist eine durchgehende Trittstufe montiert. Unter dem Kabinenboden befinden sich beschussfeste Tanks.

Trotz ihrer vergleichsweise hohen Masse ist die Mi-24 ein bemerkenswert schneller Hubschrauber, nicht zuletzt, weil sie im Gegensatz zu anderen Kampfhubschraubern über ein aerodynamisch günstiges Einziehfahrwerk verfügt. Dies führt allerdings zu schlechteren Notlandeeigenschaften, da das Ausfahren des Fahrwerkes bei geringer Flughöhe zu lange dauern kann. Um den Aufprall bei einer Notlandung zu minimieren, wird das nach hinten einklappende Bugfahrwerk nicht komplett in den Rumpf eingefahren, so dass die Reifen teilweise sichtbar bleiben. Die ebenfalls nach hinten einfahrenden Hauptfahrwerksbeine verschwinden nach einer Drehung in den hinteren Fahrwerksschächten und werden von Klappen verdeckt.

Frühe Version Mil Mi-24A mit breitem Flugdeck

Bei den frühen Modellreihen war für die Besatzung noch ein geräumiges Flugdeck gebaut worden. Damals setzte sich die Besatzung noch aus Pilot, Copilot, taktischem Navigator und Beobachter zusammen. Im Bug war ein einzelnes schwenkbares 12,7-mm-Maschinengewehr vorhanden. Ab dem Mi-24D wurde das Cockpit in zwei Kanzeln in Tandemanordnung unterteilt, wie es bei den meisten Kampfhubschraubern (Bell AH-1, Eurocopter Tiger, Hughes AH-64 und Mil Mi-28) üblich ist. In der vorderen Kanzel ist der Bordschütze/Waffensystemoffizier untergebracht. Die Besatzung besteigt die Kanzel über in den Rumpf eingelassene Stufen unterhalb der nach rechts schwenkenden Klapphaube. Dahinter befindet sich auf erhöhter Position die Kanzel des Piloten. Er erreicht diese über eingelassene Stufen und eine nach hinten aufschwingende Tür auf der Steuerbordseite. Die Frontscheiben beider Kanzeln sind plan und bis zum Kaliber 23 mm beschussfest. Zur weiteren Sicherung der Besatzung sind seitlich Panzerplatten eingebracht. Ein Querschott zwischen beiden Kanzeln soll die Gefahr eines Rumpfbruches an dieser Stelle reduzieren. Außerdem sitzen beide Besatzungsmitglieder auf Panzersitzen, die ebenfalls mit einem Aufprallschutz versehen sind. Am Bug befindet sich ein um 180° schwenkbares vierrohriges 12,7-mm-Gatling-Maschinengewehr. Ab der Version Mi-24P wurde dieses MG durch eine starre zweirohrige 30-mm-Maschinenkanone GSch-30/II ersetzt.

Über der Kabine sind die beiden Wellenturbinen nebeneinander angeordnet. Die Triebwerkseinlässe haben dabei unter großen Kuppeln Abscheider für Fremdkörper. Leicht oberhalb zwischen den Triebwerken ist der Ölkühler mit einem Einlass in Flugrichtung untergebracht. Auf Höhe der Hinterkante der Kabinentür sind auf beiden Seiten die Abgasrohre angebracht. An diese können Maskierungsgeräte montiert werden, welche die heißen Abgase mit kalter Umgebungsluft mischen und somit die Wärmesignaturen reduzieren. Diese Konfiguration wurde von der Mi-8 übernommen. Am hinteren Ende des Triebwerksbuckels ist ein Hilfstriebwerk untergebracht. Dessen Lufteintritt befindet sich auf der Steuerbordseite, der Austritt auf der Backbordseite.

Die Rotornabe ist als Schmiedeteil aus Titan gefertigt. Die Blattverstellung erfolgt über konventionelle Schlag- und Schwenkgelenke. Die fünf Hauptrotorblätter sind bis zur Mi-24U aus einem Holm mit angeklebten Aluminiumtaschen gefertigt. Später bestanden die Hauptholme aus einem extrudierten Stahlrohr, das mit seiner D-Form die Nasenkante des Rotorblattes bildet. Diese Nasenkante ist elektrisch beheizbar. Das Profil hinter dem Holm ist eine Glasfaser-Wabenstützkern-Sandwich-Konstruktion. Die Rotorblätter werden hydraulisch verstellt. Alle Bauteile des Hauptrotors sollen 23-mm-Geschossen widerstehen können.

Der dreiblättrige Heckrotor befand sich bei der ersten Serienversion (Mi-24A) noch auf der Steuerbordseite, wurde dann aber auf die Backbordseite versetzt. Am Heck befinden sich zudem bewegliche Höhenflossen und ein Notsporn zur Vermeidung von Bodenberührungen des Heckauslegers. Am Heckausleger ist weiterhin ein Antikollisionslicht angebracht.

Die Tragflächenstummel der Mi-24 tragen im Vorwärtsflug zu etwa 25 % zum Auftrieb bei. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass es bei scharfen Wendungen mit niedriger Geschwindigkeit zu übermäßigen Auftriebsverlusten und Rollen des Helikopters kommen kann. In diesen Flugsituationen muss daher besonders aufmerksam und vorsichtig manövriert werden.

Die Mi-24 verfügt ab Hind-D am Bug über eine markante Sensorsonde für Messungen von Fluggeschwindigkeit, Gier- und Anstellwinkel. Ergänzt werden die Fluglageinstrumente durch zwei elektrisch beheizte Pitotrohre auf beiden Seiten der Kanzel des Bordschützen. Am Heckausleger befinden sich eine Antenne für das Instrumentenlandesystem, ein Kreiselkompass und ein Funkhöhenmesser. Außerdem sind Systeme zur Warnung vor gefährlichen Flugzuständen vorhanden. Im Notfall kann auch der Bordschütze die Steuerung des Hubschraubers übernehmen.

Für die Waffenanlage sind an der Unterseite des Bugs steuerbord ein optisches Sensorenpaket mit einem Restlichtverstärker und einem Infrarot-Zeilenabtaster angebracht. An der Unterseite backbord ist eine Radarlenkanlage für die Panzerabwehrraketen angebracht. Ein Laserzielmarkierer befindet sich an der Endplatte des Backbord-Stummelflügels. Für den Waffeneinsatz verfügt die Mi-24 über eine Visiereinrichtung/Waffenrechner. Die Bedienung der Waffenanlage ist auch durch den Piloten aus der hinteren Kanzel möglich. Am Bug und am Heck befinden sich je eine Antenne für die Freund-Feind-Erkennung. Für die Kommunikation über Funk sind eine Drahtantenne vom Anfang des Heckauslegers bis zu den Höhenflossen und weitere Ultrakurzwellen-Antennen auf der Oberseite des Heckauslegers angebracht.

[Bearbeiten] Versionen

Mi-24D
ATE „SuperHind“ Mk.III
  • W-24 – zwei Prototypen mit Isotow-TW3-117A-Wellenturbinen. Erstflug am 15. September 1969.
  • Mi-24A (Isdelije 245) (NATO-Codename: „Hind-B“) – Erste Serienversion mit zwei Isotow-TW3-117WM–Wellenturbinen und durchgehender Kabine.
  • Mi-24B (Isdelije 241) „Hind-A“ – kampfwertgesteigerte Mi-24A, wurde zugunsten der Mi-24D aufgegeben.
  • A-10 „Hind-A/C“ – Rekordversion
  • Mi-24U (Isdelije 244) „Hind-C“ – Ausbildungs- und Trainerversion der Mi-24A aus dem Jahre 1974 ohne Kanonenbewaffnung.
  • Mi-24D (Isdelije 246) „Hind-D“ – schwerbewaffneter Kampfhubschrauber mit vierläufigem 12,7-mm-MG JakB im Kinnturm.
  • Mi-24DU (Isdelije 249) „Hind-D“ – unbewaffnete Schulversion der Mi-24D mit Doppelsteuerung.
  • Mi-24E – Version für die Umweltüberwachung.
  • Mi-24K „Hind-G2“ – mit großer Kamera und Objektiv in der Kabine ausgestattet
  • Mi-24Rch „Hind-G1“ – Version zur Aufklärung von ABC-Verseuchung
  • Mi-24P (Isdelije 243) „Hind-F“ – Kampfhubschrauber mit zweiläufiger 30-mm-Kanone auf der rechten Rumpfseite.
  • Mi-24PN – aufgerüstete Mi-24P mit Nachtsichtausrüstung (BREO-24) vorne in der Nase
  • Mi-24PS – Umbauversion als Rettungs- und Polizeihubschrauber (Patrul'nospasatelny: „patrouillieren/retten“) für das russische Innenministerium.
  • Mi-24W „Hind-E“ - verbesserte Version der Mi-24D „Hind-D“ mit 9M114 Schturm-W-(AT-6 „Spiral“)-Panzerabwehrraketen und Selbstschutzausrüstung
  • Mi-24WK-2 – mit Verbesserungen Block 1-5 (Rotorblätter und Heckrotor der Mi-28, 9M120-PAL, Klimow-VK-2500-Turbine und FLIR-Turm) aufgerüstete Version der Mi-24W
  • Mi-24PK-2 – mit Verbesserungen Block 1-5 aufgerüstete Version der Mi-24P
  • Mi-25 „Hind-D“ – Exportversion der Mi-24D „Hind-D“.
  • Mi-35 „Hind-E“ – Exportversion der Mi-24W „Hind-E“.
  • Mi-35D – Verbesserte Exportvariante.
  • Mi-35M „Hind-E“ – modernste Exportvariante mit komplett neuer Avionik Block 1 bis Block 5.
  • Mi-35P „Hind-F“ – Exportversion der Mi-24P „Hind-F“.
  • Mi-35PN – Exportbezeichnung für Mi-24PN
  • Mi-35PS – Exportversion der Mi-24PS.
  • Mi-35U – Unbewaffnete Export-Trainerversion.
  • ATE „SuperHind“ Mk.III – Upgrade des südafrikanischen Unternehmens Advanced Technologies & Engineering Co. (PTY) mit verbesserter Avionik und Bewaffnung.

Seit November 2003 ist die „Superhind G“ auf dem Markt. Der Hubschrauber ist eine Gemeinschaftsentwicklung verschiedener Avionikunternehmen. Sie kann mehr Last aufnehmen, ist schneller und effektiver als ihr Vorgänger.

[Bearbeiten] Einsatz

Mi-24 mit 30-mm-Kanonen
Drei Mil Mi-24 im Anflug

Staaten, in denen die verschiedenen Mi-24-Versionen eingesetzt wurden:

  • AthiopienÄthiopien Äthiopien
  • AfghanistanAfghanistan Afghanistan: ca. 40 Hubschrauber wurden geliefert und im Kampf gegen die Mudschaheddin eingesetzt
  • AlgerienAlgerien Algerien: ca. 40 Hubschrauber Mi-24A und Mi-24D wurden erworben. 38 Mi-24 werden zu Mi-24MKIII „SuperHind“ aufgerüstet.
  • AngolaAngola Angola: fünf Mi-25 wurden im Zeitraum 1982–1983 geliefert, zehn Mi-35 wurden später erworben.
  • ArmenienArmenien Armenien: die unabhängig gewordene Republik erbte von der Sowjetarmee 16 Mi-24P/K/R. Hiervon sind noch zwölf Mi-24 P im Einsatz.
  • AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan: u.a. 24 Mi-35M[2]
  • BrasilienBrasilien Brasilien: zwölf Mi-35M (alias Mi-24WK-1) mit Vierblattrotor, digitalem Cockpit und Klimow WK-2500-02-Triebwerken. Auslieferung begann im Oktober 2009.[3]
  • BulgarienBulgarien Bulgarien: in den WAPA-Zeiten wurden 54 Mi-24 betrieben. Heute sind es noch zwölf Mi-24D sowie sechs Mi-24W.
  • Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik/DeutschlandDeutschland Deutschland: von August 1978 bis 1983 wurden 42 Mi-24D und ab Dezember 1989 zwölf Mi-24P an die NVA geliefert. Nach der Wiedervereinigung wurden einige Maschinen bei der WTD61 (Wehrtechnische Erprobungsstelle) der Bundeswehr erprobt, je eine Mi-24D und P ging zur Feinddarstellung an die US-Armee. Die restlichen wurden bei der HFS Ost und HFS 80 (Heeresfliegerstaffel) im nichtregulären Dienst geflogen und schließlich am 14. September 1994 außer Dienst gestellt. Einige Mi-24D wurden an Polen abgegeben und beim 49. PSB (Kampfhubschrauberregiment) in Pruszcz-Gdansk eingesetzt. Ungarn übernahm die übriggebliebenen Mi-24 – sofern sie nicht an Museen abgegeben wurden – und nutzte sie als Ersatzteilspender.[4]
  • GeorgienGeorgien Georgien: erbte von der Sowjetarmee eine Anzahl Mi-24. Nun sind nach diversen Kleinkriegen noch 15 Mi-24W „Hind-E“/Mi-24P „Hind-F“ im Einsatz.
  • GuineaGuinea Guinea: angeblich zwei Mi-24D
  • IndienIndien Indien (Indian Air Force)
  • IndonesienIndonesien Indonesien: die Heeresflieger betreiben acht moderne Mi-35M.
  • IrakIrak Irak: über 40 Mi-24 wurden beschafft und im Krieg gegen den Iran eingesetzt. Heute sind diese ausgemustert.
  • JemenJemen Jemen: 14 Mi-24D und 8 Mi-35
  • KasachstanKasachstan Kasachstan: erbte von der Sowjetarmee eine größere Anzahl von Mi-24. Heute sind noch rund 36 Mi-24W und Mi-24P im Einsatz.
  • KirgisistanKirgisistan Kirgisistan: erbte von der Sowjetarmee rund 40 Mi-24. Hiervon sind 31 eingelagert und neun flugfähig.
  • Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo: 6 Mi-35
  • KroatienKroatien Kroatien: 2002 wurden alle neun Mi-24W außer Dienst gestellt[5]
  • KubaKuba Kuba: von den einst 20 eingeführten Mi-24D sind noch 17 im Einsatz.
  • LibyenLibyen Libyen: mindestens 25 Mi-24 wurden geliefert, darunter auch Mi-24A
  • MazedonienMazedonien Mazedonien: acht Mi-24W/K aus Weißrussland eingeführt
  • MongoleiMongolei Mongolei: erbte von der Sowjetarmee eine größere Anzahl von Mi-24. Heute sind noch rund zwölf Mi-24W im Einsatz.
  • MosambikMosambik Mosambik: soll 1975 mit zwölf Mi-25 ausgerüstet worden sein. Heute sind wohl noch fünf davon im Einsatz.
  • MyanmarMyanmar Myanmar: 60 Mi-35M sind bestellt worden, wovon einige bereits ausgeliefert wurden.
  • NicaraguaNicaragua Nicaragua: 18 Mi-25 wurden an die Fuerza Aerea Sandinista/Defensa Antiaйrea (FAS/DAA) geliefert. Heute sind sie außerdienst gestellt.
  • NigeriaNigeria Nigeria: durch Mineralölkonzerne finanziert erhielt die Luftwaffe sechs Mi-35. Deren Einsatzstatus ist unbekannt.
  • Korea NordNordkorea Nordkorea: von den angeblich bis zu 50 ausgelieferten Mi-24D sind noch rund 20 im Einsatz.
  • PeruPeru Peru: 27 Mi-25
  • PolenPolen Polen: 35 wurden geliefert, darunter Mi-24D und Mi-24W
  • RuandaRuanda Ruanda: zwei Mi-24W
  • SowjetunionSowjetunion Sowjetunion/RusslandRussland Russland: erbte von der Sowjetarmee rund 700 Mi-24 aller Varianten. Heute sind noch rund 620 im Einsatz, wobei auch 2011 neue Mi-35M ausgeliefert wurden.
  • SerbienSerbien Serbien: zwei Mi-24W, die früher für die Polizeisondereinsatzkräfte verwendet wurden
  • Sierra LeoneSierra Leone Sierra Leone drei Mi-24W
  • SimbabweSimbabwe Simbabwe: sechs Mi-35P
  • SlowakeiSlowakei Slowakei: nach der Teilung der Tschechoslowakei erhielt die Slowakei acht Mi-24D, eine Mi-24DU und zehn Mi-24W. Am 21. September 2011 wurden die verbliebenen ausgemustert.
  • Sri LankaSri Lanka Sri Lanka: von den einst 25 beschafften Maschinen (vier Mi-24D, eine Mi-24P, zehn Mi-24W und zehn Mi-35P) sind noch 14 im Einsatz, da einige bei Kampfhandlungen zerstört wurden.
  • SudanSudan Sudan: zehn Mi-25 von Libyen erhalten, sechs Mi-24 aus Weißrussland, vier Mi-24 aus Kirgisistan, 24 Mi-35 [6]
  • SyrienSyrien Syrien: von rund 48 beschafften Mi-25 sind noch rund 35 im Dienst.
  • TadschikistanTadschikistan Tadschikistan: erbte von der Sowjetarmee zwölf Mi-24. Heute sind noch etwa vier Mi-24 im Einsatz, der Rest ist eingelagert.
  • TschadTschad Tschad: von den fünf beschafften Mi-24W sind noch zwei im Einsatz.
  • TschechienTschechien Tschechien: nach der Teilung der Tschechoslowakei erhielt Tschechien 20 Mi-24D und 20 Mi-24W. Später kamen noch zehn Mi-35 als Schuldenausgleich der UDSSR hinzu. Heute sind 18 Mi-24W und zehn Mi-35 im Einsatz.
  • TurkmenistanTurkmenistan Turkmenistan zehn Mi-24, unbekannte Version
  • UgandaUganda Uganda: von zwölf gelieferten Mi-24 unbekannter Variante sind noch fünf eingelagert und eine flugfähig.
  • UkraineUkraine Ukraine: erbte von der Sowjetarmee 278 Mi-24 aller Varianten. Heute sind noch rund 48 im Einsatz.
  • UngarnUngarn Ungarn: acht Mi-24D, 16 Mi-24D und acht Mi-24W
  • WeissrusslandWeißrussland Weißrussland: erbte von der Sowjetarmee rund 80 Mi-24 aller Varianten. Heute sind nach dem Verkauf einiger Maschinen in afrikanische Luftwaffen und der Vermietung an die UNO noch rund 14 Mi-24W und zwölf Mi-24P im Einsatz.
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten (U.S. Army, opposing force (OPFOR) setzt für Feinddarstellungszwecke drei Mi-24W/Mi-24P ein. Während die deutsche Luftwaffe eine Mi-24P der NVA schenkte, gelangten zwei Mi-24 durch Deserteure aus Afganistan via Pakistan in die USA. Weitere zwei Mi-24D aus Libyen und dem Irak sind in Museen ausgestellt.
  • UsbekistanUsbekistan Usbekistan 51 Mi-24
  • VenezuelaVenezuela Venezuela: von den zehn beschafften Mil Mi-35M-2 „Caribe“ ist bereits einer abgestürzt. [7]
  • VietnamVietnam Vietnam: 36 Mil Mi-24A und Mi-24D
  • Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern / (Nationalgarde): von den zwölf beschafften Mil Mi-35P „Black Panther“ ging einer bei einem Absturz verloren.

[Bearbeiten] NVA

Mi-24D der NVA, heute im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow

Bei der Nationalen Volksarmee (NVA) wurde die Mi-24 in den Kampfhubschraubergeschwadern (KHG) 3 und 5 der Armeefliegerkräfte eingesetzt, zuvor waren die beiden Einheiten bis 1984 unter den Bezeichnungen KHG-75 und 67 der LSK/LV unterstellt gewesen. Das Ende 1981 auf dem Flugplatz Brandenburg-Briest als KHG-67 aufgestellte und 1982 nach Cottbus verlegte KHG-3 „Ferdinand von Schill“ übernahm am 19. Juni 1982 ihre ersten Mi-24D. Das KHG-3 wurde dem Militärbezirk III Leipzig unterstellt.[8] Am 30. September 1990 verfügte das Geschwader über 19 Mi-24D. Das KHG-5 „Adolf von Lützow“, ehemals KHG-57, mit Standort Stavenhagen-Basepohl bekam die ersten vier Mi-24D im August 1978. 1979 kamen dann weitere vier und 1981 nochmal 18 Mi-24D hinzu. 1984 wurde das Geschwader dem Militärbezirk V Neubrandenburg unterstellt. Die erste von zwölf Mi-24P kam am 15. Dezember 1989 zum Geschwader. Die beiden KHG stellten regelmäßig auf grenznahen Stützpunkten im Rahmen des Diensthabenden Systems der Luftverteidigung Hubschrauber zur „Abwehr von Grenzverletzern“ ab.[9] Drei Mi-24 gingen während ihrer NVA-Dienstzeit verloren.

Die „Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland“ verfügte 1989 je Panzer-/Allgemeine Armee über je eine Hubschrauberstaffel mit jeweils vier Mi-24 und zwei Kampfhubschrauberregimenter mit jeweils 26 bis 42 Mi-24.[10]

[Bearbeiten] Bekämpfung

Aufgrund der starken Bodenpanzerung der Mi-24 positionierten sich die Mudschahid im Afghanistankrieg 1979-1989 oft auf Berggipfeln und nahmen die in den Tälern fliegenden Hubschrauber von oben unter Feuer, von wo sie verwundbarer waren. Belegt ist durch Filmaufnahmen der Beschuss einer „Hind“ aus überhöhter Feuerstellung mit einem PKT-MG, nachdem der Start des Hubschraubers trotz Treffern im Rotorbereich möglich war. Erst die Lieferung US-amerikanischer Flugabwehrraketen vom Typ FIM-92 Stinger gab dem afghanischen Widerstand eine wirksame Waffe gegen die Mi-24.

[Bearbeiten] Technische Daten (Mil Mi-24D „Hind-D“)

Risszeichnung Mi-24
Kenngröße Daten
Rotorkreisdurchmesser 17,30 m
Hauptrotorfläche 235 m²
Heckrotordurchmesser 3,90 m
Rumpflänge 17,30 m
Höhe 4,44 m
Kabinenhöhe 1,20 m
Kabinenlänge 2,61 m
Kabinenbreite 1,47 m
Radstand 4,63 m
Spurbreite 3,44 m
Leermasse 8.400 kg
Startmasse 11.000 kg
Triebwerk 2 × Klimow TW3-117A–Gasturbinen
Leistung je 1120 kW
Höchstgeschwindigkeit 315 km/h (max. Startmasse)
335 km/h (norm. Startmasse)
Marschgeschwindigkeit 260 km/h
Steiggeschwindigkeit 12,5 m/s
Gipfelhöhe 4.500 m
Reichweite 750 km
Besatzung 2–3 (1 Pilot, 1 Schütze (Operator), 1 Bordtechniker)
Passagiere 8 vollausgerüstete Soldaten bzw. zehn Soldaten ohne Ausrüstung

[Bearbeiten] Bewaffnung

Kanone JakB-12,7 im Kinnturm

fest installierte Bewaffnung im Bug

Bewaffnung an vier BDZ-57KrW-Pylon unter den Stummelflügeln

[Bearbeiten] Selbstverteidigungssysteme

Aufgrund der Erfahrungen aus dem Einsatz in Afghanistan versahen die Sowjets ihre Mi-24D am Ende des Heckauslegers mit zwei in Doppelreihe angeordneten (Mi-24V und Mi-24P auf jeder Seite des Heckauslegers in Dreifachreihe) Düppelwerfern ASO-2W. Die Mi-24 verfügt für den Selbstschutz weiterhin über Infrarot-Störstrahler (Mi-24P mit Modell L-166) am Heckauslegeransatz und Warnsystemen (Mi-24P Warnsystem mit Richtungsanzeige).

oder 1 × Infrarot-Störstrahler SOEP-W1A „Lipa“

[Bearbeiten] Sensoren

Die Mi-24 verfügt über eine Reihe von passiven und aktiven Sensoren, um Ziele aufzuklären und für die Waffen zu beleuchten.

  • Raduga-F ist ein Leitgerät in Mi-24D/P/W und Mi-35 und dient der Beobachtung des Geländes, dem Suchen, Erkennen und Identifizieren von Zielen mittels TV- und Wärmebild. Das Raduga-F übernimmt anschließend die manuelle oder halbautomatische Lenkung der Panzerabwehr-Lenkflugkörper bis zum ausgewählten Ziel. Die Sicht ist mit max 18° Abweichung auf beide Seiten eng nach vorne begrenzt auf eine maximale Reichweite von 5 km. Das Gehäuse befindet sich rechts unterhalb des Kinnturms.

Die Mi-35M verfügt zusätzlich über eine gyrostabilisierte Sensorkugel mit einer TV-Kamera mit gekoppeltem Wärmebildgerät.

[Bearbeiten] Mediale Rezeption

  • Die „Hind“ fungierte als Inspirationsquelle für das Kanonenboot der Klonkrieger in den STAR-WARS-Episoden II und III, in seiner Doppelfunktion als Kampfinstrument und Truppentransporter. [11]

[Bearbeiten] Literaturquellen

  • Wilfried Kopenhagen: Die Luftstreitkräfte der NVA. Motorbuch Verlag, 2002, ISBN 3-613-02235-4.
  • de Agostini: AIRCRAFT, Die neue Enzyklopädie der Luftfahrt. TOPIC Verlag GmbH, München-Karlsfeld, 1993.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Mil Mi-24 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dwayne A Day: Mi-24 Hind „Krokodil“. US Centennial of Flight Commission. Abgerufen am 13. Januar 2011.
  2. RIA Novosti: Russland liefert 24 Mi-35-Hubschrauber an Aserbaidschan (13. Dezember 2011). Abgerufen am 13. Dezember 2011.
  3. FliegerRevue Januar 2010, S. 8, Erste Mi-35M
  4. Detlef Billig, Manfred Meyer: Flugzeuge der DDR. Typenbuch Militär- und Zivilluftfahrt. III Band bis 1990. Friedland 2003, ISBN 3-613-02285-0. S. 146–152
  5. Kroatiens Luftwaffe. Teil 3. In: Fliegerrevue Extra. Juli 2008, S. 100
  6. FliegerRevue Extra 20. Juli 2008, S. 86, – Darfur-Krieg der Antonow-Bomber
  7. n-tv: Venezuela wird „Festung“, n-tv, 20. September 2006
  8. Die Luftstreitkräfte der NVA. S. 68.
  9. Die Luftstreitkräfte der NVA. S. 69–70.
  10. FliegerRevue Extra 20. Juli 2008, S. 34 – Die russische Luftmacht im Umbruch
  11. http://web.archive.org/web/20100330042459/http://www.starwars.com/databank/vehicle/republicgunship/index.html
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