Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld
Originaltitel The Milagro Beanfield War
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1988
Länge 113 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Robert Redford
Drehbuch John Nichols,
David S. Ward
Produktion Moctesuma Esparza,
Gary Hendler,
Robert Redford
Musik Dave Grusin
Kamera Robbie Greenberg
Schnitt Dede Allen,
Jim Miller
Besetzung

Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld (Originaltitel: The Milagro Beanfield War) ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1988. Regie führte Robert Redford, das Drehbuch schrieben John Nichols und David S. Ward anhand des Romans Milagro (The Milagro Beanfield War) von Nichols.

Handlung[Bearbeiten]

Während des Anspanns sieht man einen Latino, der durch die Felder rennt und tanzt.

Der Immobilienunternehmer Ladd Devine plant den Bau einer Feriensiedlung im Ort Milagro in New Mexico. Es soll die größte Anlage dieser Art im Bundesstaat werden. Einer der Ortsbewohner, Joe Mondragon, bewirbt sich um Arbeit auf der Baustelle. Obwohl er bereit ist, jede Tätigkeit auszuüben, wird er nicht angenommen.

Mondragon spricht mit seinem Nachbarn, einem älteren Mann, der noch den verstorbenen Vater Joes kannte. Er beklagt die Dürre und entschließt sich, illegal das ihm nicht gehörende Wasser aus einem Bach in der Nähe für die Bewässerung seiner Felder zu entnehmen, nachdem er zufällig den Zufluss geöffnet hatte.

Die Kunde über seine Tat verbreitet sich schnell im Ort. Ruby Archuleta, die Besitzerin einer Tankstelle und einer Autowerkstatt, schaut sich das Feld an und lächelt. Sie besucht den sozialkritisch orientierten Anwalt und Verleger der örtlichen Zeitschrift Charlie Bloom. Archuleta überzeugt Bloom, über die Ereignisse in der Zeitschrift zu schreiben.

Der Soziologe Herbie Platt kommt von einer Universität an der Ostküste. Er hat ein Stipendium und will die Bräuche der Bevölkerung erforschen. Der erste Ortsbewohner, den er mit Entschuldigung anspricht, erwidert angenommen und fährt gleich weg. Der Bürgermeister Sammy Cantu sagt, dass vielleicht irgend jemand irgend jemanden informiert habe, aber nicht ihn selbst. Schließlich erklärt sich Mondragon bereit, Platt Unterkunft gegen Hilfe auf den Feldern zu gewähren.

Mondragon besitzt das einzige Stück Land auf dem Areal der geplanten Anlage, das noch nicht Devine gehört. Der Gouverneur des Staates beauftragt Kyril Montana mit dem Krisenmanagement. Sämtliche Exemplare der gedruckten Zeitschrift Blooms werden von einem Helfer Devines aufgekauft. Der Mann will sie verbrennen, aber der Wind verteilt die Zeitschrift im ganzen Ort. Dort wird zu einer Bürgerversammlung aufgerufen. Manche Bürger sind auf Mondragons Seite, manche hoffen auf Arbeitsplätze, die die Anlage bringen würde. Mondragon wird als Präsident eines Komitees vorgeschlagen, aber er will kein Präsident werden.

Bloom wird am Ende der Versammlung wegen Anstiftung zum Aufruhr verhaftet. Archuleta holt ihn erst am nächsten Tag auf Kaution aus dem Gefängnis. Bloom ist sauer auf sie.

Mondragon erhält Arbeit auf der Baustelle als Vorarbeiter angeboten. Er will den Job annehmen, aber seine Frau und Archuleta sind dagegen.

Die Mitarbeiter der staatlichen Forstverwaltung kommen auf die Idee, dass sie die Kuh Mondragons beschlagnahmen können, wenn sie diese in den staatlichen Wald treiben. Mondragon kommt und holt sie, ohne die fällige Geldstrafe in der Höhe von 100 US-Dollar zu zahlen. Die Förster wollen ihn aufhalten, aber ein paar Ortsbewohner halten sie im Visier ihrer Gewehre. Sheriff Bernabe Montoya kommt und deeskaliert die Situation. Er weist nach, die Kuh habe sich so kurz im staatlichen Wald aufgehalten, dass sie kein staatliches Gras gefressen habe.

In der darauffolgenden Zeit decken sich zahlreiche Ortsbewohner mit Munition für ihre Schusswaffen ein.

Die Investition wird gekappt. Die Ortsbewohner feiern auf einem Bohnenfeld, Archuleta und Bloom küssen einander.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in Espanola, Los Alamos, Santa Fe und Truchas, alle in New Mexico, gedreht. Er spielte in den Kinos der USA ca. 13,8 Millionen US-Dollar ein.

Kritiken[Bearbeiten]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 1. April 1988, dass der Film die Konfliktsituation nicht „in schwarz-weißen Farben“ darstelle. Einige Ortsbewohner würden den Widerstand der Bevölkerung unterstützen, einige bekämpfen und einige blieben neutral. Es könne ein Problem sein, dass der Regisseur genauso mit den Traditionen der spanischstämmigen Bevölkerung wie auch mit den Erfordernissen des Fortschritts sympathisiere. Ebert lobte die Darstellung von Sonia Braga.[1]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film halte Gleichgewicht zwischen „Mythos“ und „Wirklichkeit“ sowie biete „gute Unterhaltung mit nachdenklichem Unterton“.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Dave Grusin gewann im Jahr 1989 für die Beste Filmmusik den Oscar; er wurde 1989 für den Golden Globe Award nominiert. Der Film gewann 1989 den Political Film Society Award für Demokratie und wurde für den Political Film Society Award für Exposé nominiert.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmkritik von Roger Ebert
  2. Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld im Lexikon des Internationalen Films