Militärflugplatz Orléans-Bricy

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Base aérienne 123 Orléans-Bricy
BW
Militärflugplatz Orléans-Bricy (Frankreich)
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Kenndaten
ICAO-Code LFOJ
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 15 km nordwestlich von Orléans
Basisdaten
Betreiber Armée de l’air
Fläche 715 ha
Start- und Landebahn
07/25 2400 m Beton

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Die Base aérienne 123 Orléans-Bricy (B.A. 123) ist ein Militärflugplatz der französischen Luftstreitkräfte (Armée de l’air). Die Basis liegt in der Region Centre im Département Loiret auf dem Gebiet von vier Gemeinden, u.a. Bricy, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Orléans. Sie ist mit Évreux eine von zwei Heimatbasen der mittelschweren taktischen Transportflugzeuge der Armée de l’air und als solche ist sie seit August 2013 weltweit erster Stationierungsort der Airbus A400M Atlas.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Basis 123 reicht bis in das Jahr 1933 zurück, als hier eine Materialversuchsanstalt etabliert wurde, der eigentliche Militärflugplatz wurde 1936/1937 errichtet und war vor dem Zweiten Weltkrieg Heimat der 22. Bomberstaffel (22e escadre de bombardement).

Während des Krieges nutzte die Luftwaffe nach dem Ende des Westfeldzuges den Platz ab Juni 1940 und nach der Befreiung der Gegend durch die US Army im August 1944 nutzten bis Kriegsende die US-Luftstreitkräfte den Platz. Der Luftwaffe diente der Flugplatz als Stützpunkt vom Stab sowie der I. und III. Gruppe des Lehrgeschwaders 1 (Stab, I., III./LG 1) mit Junkers Ju-88 A-5. Auch Messerschmitt Bf 109 und Heinkel He 111 waren hier stationiert. Den USA diente Airfield A-50 als Stützpunkt der 9. Air Foce. Hier lagen unter anderem im September/Oktober 1944 die 394. Bombardment Group mit B-26 und zwischen November 1944 und Oktober 1945 die 440. Troop Carrier Group mit C-47.

Nach dem Krieg und der Rückgabe an Frankreich wurde Bricy umfangreich neu aufgebaut und erneut für einige Jahre eine Basis für Flugversuche der ersten französischen Düsenjäger bevor sie 1953 ihre heutige Funktion als Transportflugzeugstützpunkt erhielt. Zunächst kamen die heutige escadron du transport ET 1/61 "Touraine" und ET 3/62 "Poitou" auf der B.A.123 an, und 1955, nach Frankreichs Niederlage im Indochinakrieg, verlegte als dritte fliegende Gruppe die ET 2/62 "Franche-Comté" aus Tonkin kommend zurück ins Mutterland. Das damalige Einsatzmuster war die Noratlas.

C160R, ET 1/61 "Touraine"

Die ET 1/61 erhielt 1967 die ersten Transalls und zwanzig Jahre später erhielt die ET 2/62 ihre ersten Hercules. Im Jahre 1994 erhielt die Basis den Namen "Commandant Charles Paoli". Die Ausserdienststellung der Transall begann 2012 bei der ET 1/61.

Im Zuge der Erneuerung der europäischen Lufttransportflotten mit der A400M bleibt Orléans-Bricy das Transportfliegerzentrum und wird französischer Typstützpunkt des neuen Einsatzmusters, von dem Frankreich 50 Stück bestellt hat.

Im Hinblick auf den Zulauf der Atlas-Flotte ab 2013 wird die Basis zur Zeit modernisiert und ausgebaut. Hierzu zählen die Verstärkung der Piste, die Modernisierung des großen Hangars 18, der Bau des neuen Hangars 19 für zwei A400M, eine Verdoppelung der Außenabstellflächen und ein neuer Tower.

Hinzu kommen neue Gebäude für die Besatzungs- und Technikerausbildung des neuen Luftfahrzeugtyps.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

C130H/H30, ET 2/61 "Franche-Comté"

Die Basis beherbergt zur Zeit (2013) drei Staffeln taktischer Transportflugzeuge plus eine spezielle internationale Atlas-Erprobungseinheit:

  • ET 1/61 "Touraine", Transportgruppe, zur Zeit inaktiv, soll ab September 2014 mit der Airbus A400M Atlas ausgerüstet werden
  • ET 2/61 "Franche-Comté", Transportgruppe, ausgerüstet mit der C-130H Hercules, seit 1982
  • ET 3/61 "Poitou", Gruppe für Spezialeinsätze, verwendet Luftfahrzeuge der anderen Staffeln.
  • MEST A400M 2/338, Multinational Entry into Service Team A400M, ausgerüstet mit der Airbus A400M, seit August 2013

Hinzu kommen noch folgende nichtfliegende Verbände.

  • Technische Gruppe (escadron de soutien technique aéronautique, ESTA 2E.061)
  • Fallschirmjägerkommando 10 (commando parachutiste no. 10, CPA 10), als Teil des Spezialeinsatzkommandos (COS)
  • Fernmeldegruppe 10.800 (groupe de telécommunication 10.800, GT 10.800)

A400M Einführung[Bearbeiten]

Analog der Tiger-Ausbildung werden Deutschland und Frankreich die Atlas gemeinsam betreiben. Das Herz sind zwei Thales "Full Flight" Simulatoren, die 2013 und 2016 in Dienst gestellt werden. Frankreich übernimmt im Rahmen der Übereinkunft mit Deutschland die Taktikausbildung der Einsatz-Besatzungen, Deutschland ünernimmt (ab 2017) die Grundausbildung gemäß JAR-FCL am deutschen Typstützpunkt Wunstorf. In einer Übergangsphase erfolgen die Schulungen bei Airbus Military in Sevilla. Da die britische Royal Air Force kein Äquivalent zum französischen pôle d'excellence pour la formation tactique in Bricy besitzt, wird spekuliert, ob auch Crews aus RAF Brize Norton die hiesigen Simulatoren mitnutzen.

Das in Mont-de-Marsan beheimatete Versuchszentrum der Militärfliegerei (centre d'expériences aériennes militaire, CEAM) unterstützt die Einführung vor Ort.

Weblinks[Bearbeiten]