Militärflugplatz Villacoublay

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Base aérienne 107 Villacoublay
BW
Militärflugplatz Villacoublay (Frankreich)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code LFPV
Koordinaten
48° 46′ 23″ N, 2° 11′ 59″ O48.7730555555562.1997222222222178Koordinaten: 48° 46′ 23″ N, 2° 11′ 59″ O
178 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 15 km südwestlich von Paris
Straße A86
Basisdaten
Eröffnung August 1936
Betreiber Armée de l’air
Start- und Lande-Bahn
09/27 1813 m × 45 m Asphalt

i1 i3


i8 i10 i12

i14

Die Base aérienne 107 Villacoublay (B.A. 107) ist ein Militärflugplatz der französischen Luftstreitkräfte (Armée de l’air). Die Basis liegt in der Region Île-de-France im Département Yvelines im Süden des Gemeindegebiets von Vélizy-Villacoublay, etwa 15 Kilometer südwestlich von Paris. Sie ist u.a. Heimatbasis der Escadron de transport, d’entraînement et de calibration (ETEC), der Flugbereitschaft der französischen Regierung. Die Landebahn ist zurzeit geschlossen, sie wird 2012/2013 saniert und um 146 Meter verlängert und auf den Betrieb von Airbus A400M vorbereitet. Der Flugbetrieb mit Flächenflugzeugen findet in dieser Zeit vom benachbarten Orly aus statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Ballonfahrten fanden in Villacoublay bereits Ende des 19. Jahrhunderts statt. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg machten sich einige der bekanntesten französischen Flugpioniere wie Breguet, Morane-Saulnier oder Dassault um die Fliegerei in Villacoublay verdient. Während des Krieges kam es zur ersten militärischen Nutzung bei der Verteidigung von Paris. Nach dem Krieg wurde das Aérodrome Schauplatz von Luftsport-Veranstaltungen aller Art. Die militärische Nutzung dauerte an, der Platz diente der Schulung und Erprobung. Die „Base aérienne 107 – Sous-lieutenant Dorme“ wurde schließlich 1936 im Zuge der Aufrüstung im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges für die französischen Luftstreitkräfte aufgestellt.

Während des Krieges nutzte die Luftwaffe der Wehrmacht nach dem Ende des Westfeldzuges den Platz ab Juni 1940. Während der folgenden zwölf Monate, in der insbesondere die Luftschlacht um England stattfand, diente Villacouiblay als Bomberstützpunkt von Heinkel He 111P/H des Kampfgeschwaders 55 (KG 55), im Juni/Juli zunächst auch noch einige Wochen solchen des Kampfgeschwaders 27 (KG 27). Zwischen November 1940 und Mai 1941 nutzten den Platz ebenfalls Junkers Ju 88 der Aufklärungsgruppe 14 (AFG 14). Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 diente Villacoublay bis Februar 1943 der mit Messerschmitt Bf 109 ausgerüsteten Jagdfliegerschule 5 (JFS 5). Aufgrund der Verstärkung der alliierten Bomberoffensive gegen das Reich wurde die Basis jedoch wieder Stützpunkt von Kampfverbänden. Villacoublay wurde Heimathorst von Tagjägern zur Abwehr einfliegender Bomberverbänder der 8. US-Luftflotte, bis August 1943 Bf-109 des Jagdschulgeschwaders 105 (JG 105) und nach einer einjährigen Unterbrechung kam es als unmittelbare Folge der alliierten Invasion in der Normandie ab Juni 1944 zu einer Nutzung durch Focke-Wulf FW 190 des Jagdgeschwaders 54 (JG 54). Bis zur Eroberung des Flugplatzes durch die Westalliierten Ende August wurde der Platz regelmäßig durch leichte (Jagd-)Bomber der 9. US-Luftflotte – meist synchronisiert mit Angriffen der Schweren Bomber der 8. US-Luftflotte – attackiert.

Wenige Tage später wurde Airfield A.42, so der alliierte Codename, für einige Wochen Basis von P-47 Thunderbolt der 48. Fighter Group der 9. Luftflotte. Mit dem alliierten Vormarsch Richtung Deutschland folgte sie der Front und infolgedessen wurde Villacoublay logistische Basis und als solche Stützpunkt einer Vielzahl wechselnder C-47 Skytrain Lufttransportstaffeln. Ende August 1946 wurde die Einrichtung an Frankreich zurückgegeben. Die Armée de l’air nutzt Villacoublay seit diesem Zeitpunkt in ihrer heutigen Funktion.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Die Basis beherbergt zur Zeit (2012) zwei fliegende Staffeln:

Hinzu kommen weitere nichtfliegende Verbände.

Weblinks[Bearbeiten]