Militärgeschichtliches Institut der DDR

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Villa Ingenheim, Sitz des Militärgeschichtlichen Instituts der DDR

Das Militärgeschichtliche Institut der DDR, kurz MGI, war eine wissenschaftliche Einrichtung der Nationalen Volksarmee der DDR. Das Institut besaß den Charakter einer Hochschule.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Einrichtung wurde am 15. März 1958 als Institut für Deutsche Militärgeschichte gegründet. Vom 1. Dezember 1967 bis zum 31. Mai 1972 trug sie die Bezeichnung Deutsches Institut für Militärgeschichte und ab dem 1. Juni 1972 den Namen Militärgeschichtliches Institut der DDR mit Sitz in Potsdam.

Im September 1970 wurde der Einrichtung der Status eines wissenschaftlichen Instituts mit Hochschulcharakter und Promotionsrecht verliehen. Seit dieser Zeit betreuten Hochschullehrer und wissenschaftliche Mitarbeiter militärhistorische Aspiranturen. Zur Aus- und Weiterbildung von Offizieren und zivilen Kadern war ab 1972 auch ein Hochschulfernstudium möglich.

Das Institut besaß aufgabenspezifische Abteilungen, eine umfangreiche Fachbibliothek sowie eine Dokumentations- und Informationsstelle. Forschungsergebnisse wurden zumeist im Militärverlag der DDR publiziert. Seit 1962 war es Herausgeber der Zeitschrift Militärgeschichte und ab 1973 der Schriftenreihe „Militärhistorische Studien – Neue Folgen“.

Der Direktor und die Mitarbeiter des Instituts waren unter anderem Mitglieder im geschichtswissenschaftlichen Gremium, im Rat für Geschichtswissenschaften und im Präsidium der Historiker-Gesellschaft der DDR. Das Militärgeschichtliche Institut erhielt am 15. März 1983 den Scharnhorst-Orden.

Mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde das Militärgeschichtliche Institut der DDR fachlich dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr unterstellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Autorenkollektiv: Wörterbuch zur Deutschen Militärgeschichte. Militärverlag, Berlin 1985; ISBN 3327002398.