Militärputsch in der Türkei 1960

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Der Militärputsch vom 27. Mai 1960 in der Türkei war eine Reaktion auf Proteste gegen die Regierung unter Adnan Menderes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zustimmung zur Regierung von Adnan Menderes und der Demokratischen Partei ließ Ende der 1950er nach. Bei vorgezogenen Neuwahlen kam die Partei nur noch auf einen Stimmenanteil von 48 %. Allerdings sorgte das Wahlrecht dafür, dass die Partei über 70 % der Sitze erhielt. In der Folge gab es innerhalb der Partei von bekannten Mitgliedern Kritik an diktatorischen Tendenzen von Menderes. Parteiaustritte waren eine Folge. Das Regime verlor bei der Bevölkerung immer mehr an Rückhalt, weil der wirtschaftliche Fortschritt nur Wenigen zugutekam.

Auf Kritik reagierte die Regierung äußerst gereizt. Im Parlament setzte die Mehrheit der Regierungspartei einen Ausschuss ein, dem es erlaubt war die Presse zu zensieren, Zeitungen zu verbieten und Haftstrafen zu verhängen. Daraufhin kam es im Frühjahr 1960 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Studenten und den Sicherheitskräften. Obwohl der Ausnahmezustand verhängt wurde, rissen die Proteste nicht ab. Den Protesten schlossen sich auch Kadetten der Militärakademie in Ankara an. Unterstützt wurden die Proteste von Teilen der akademisch gebildeten Elite und Angehörigen des Militärs unterhalb der Generalsebene.[1]

Am 27. Mai 1960 übernahmen die Türkischen Streitkräfte dann die Macht in der Türkei.

Einer der offiziellen Gründe für den Aufstand war der Vorwurf, dass sich die Demokratische Partei über kurdische Stammesführer und Scheichs in ihren Reihen für einen Regionalismus zugunsten der Kurden eingesetzt hätte.[2] Unter General Gürsel, der später Präsident der Türkei wurde, bildete sich das Komitee der Nationalen Einheit. Die Demokratische Partei wurde verboten. Die Putschisten leiteten ein Gerichtsverfahren, die Yassıada-Prozesse, gegen Staatschef Adnan Menderes und Funktionäre seiner Regierung und Partei ein, gegen insgesamt 592 Menschen.

Im Mai 1971 und im September 1980 putschte das Militär erneut.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Kreiser, Christoph K. Neumann: Kleine Geschichte der Türkei. Bonn 2005, S. 427 f.
  2. Martin Strohmeier, Lale Yalçın-Heckmann: Die Kurden, C.H.Beck Verlag, München 2000, ISBN 3-406-42129-6, S. 103