Millî İstihbarat Teşkilâtı

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abzeichen des MIT

Millî İstihbarat Teşkilâtı MİT (Türkisch für Nationaler Nachrichtendienst) ist der türkische Nachrichtendienst.

Der Geheimdienst wurde 1926 unter der Bezeichnung „Millî Emniyet Hizmeti Riyâseti“ gegründet. Der MIT sieht sich selbst in der Tradition der Teşkilât-ı Mahsusa („Sonderorganisation“) und des Karakol Cemiyeti („Polizeikomitee“) im Osmanischen Reich.[1] 1965 folgte die Umbenennung auf die heutige Bezeichnung.[2]

Aufgaben des Geheimdienstes sind gemäß Gesetz Nr. 2937 vom 1. Januar 1984 der Schutz des türkischen Territoriums, des türkischen Volkes, Aufrechterhaltung der staatlichen Integrität, Wahrung des Fortbestehens, der Unabhängigkeit und der Sicherheit der Türkei sowie deren Verfassung und der verfassungskonformen Staatsordnung. Ferner gehört zu seinen Aufgabenbereichen die Spionageabwehr sowie die Abwehr sonstiger subversiver Aktivitäten, die sich gegen die Türkei richten.

Der MİT ist dem Präsidenten, dem Premierminister, dem Chef des Generalstabes sowie dem Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates zur Rechenschaft verpflichtet, untersteht jedoch alleine dem Ministerpräsidentenamt der Türkei.

Zur Bewältigung seiner Aufgaben ist dem MİT neben dem Recht auf unbeschränkten Zugriff auf jede staatliche Information auch volle Polizeibefugnis eingeräumt, was seine Ermächtigungen grundlegend von denen der deutschen Nachrichtendienste (BND, BfV), die keine Polizeirechte genießen, unterscheidet.

Außerdem darf der MİT mit Erlaubnis des Premierministers auch außerhalb seines Aufgabenbereiches liegende Straftaten verfolgen.

Der Nachrichtendienst wird durch einen Staatssekretär (müsteşar) geleitet. Angehörige des MİT dürfen laut Gesetz Nr. 2937, §29 „in solchen Fällen, in denen es die Geheimhaltung der Mission und die Interessen des Staates zwingend gebieten“ nur mit Erlaubnis des Staatssekretärs vor anderen Behörden aussagen. Seit dem 25. Mai 2010 wird die Stelle von Hakan Fidan besetzt.

Liste der Direktoren des MİT[Bearbeiten]

Name Amtsübernahme Ablösung
1 Avni Kantan 14. Juli 1965 2. März 1966
2 Mehmet Fuat Doğu 2. März 1966 27. März 1971
3 Nurettin Ersin 2. August 1971 25. Juli 1973
4 Bülent Türker 26. Juli 1973 27. Februar 1974
5 Bahattin Özülker 28. Februar 1974 26. September 1974
6 Bülent Türker 26. September 1974 24. November 1974
7 Hamza Gürgüç 25. November 1974 13. Juli 1978
8 Adnan Ersöz 13. Juli 1978 19. November 1979
9 Bülent Türker 19. November 1979 7. September 1981
10 Burhanettin Bigalı 7. September 1981 14. August 1986
11 Hayri Ündül 5. September 1986 29. August 1988
12 Teoman Koman 29. August 1988 27. August 1992
13 Sönmez Köksal 9. November 1992 11. Februar 1998
14 Şenkal Atasagun 11. Februar 1998 11. Juni 2005
15 Emre Taner 11. Juni 2005 25. Mai 2010
16 Hakan Fidan 25. Mai 2010 derzeit im Amt

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tessa Hofmann: Mit einer Stimme sprechen – gegen Völkermord. In: Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Christen im Osmanischen Reich 1912–1922. LIT Verlag, Berlin 2007, S. 39.
  2. www.mit.gov.tr (Version vom 31. Oktober 2010 im Internet Archive) www.mit.gov.tr