Millionenprogramm

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Der Malmöer Stadtteil Rosengård

Das Millionenprogramm (schwedisch miljonprogrammet) war ein Bauprogramm der schwedischen Regierung. Den Namen erhielt es daher, dass es zum Ziel hatte, innerhalb von zehn Jahren (zwischen 1965 und 1975) rund eine Million neue Wohnungen zu bauen.

Hintergrund[Bearbeiten]

In den 1950er und 1960er Jahren erlebte Schweden einen noch nie dagewesenen Wirtschaftsaufschwung, der zur Einrichtung des Wohlfahrtsstaates führte. Dieser Wirtschaftsaufschwung führte zum einen ein starkes Bevölkerungswachstum mit sich und erhöhte zum anderen die Nachfrage der Bevölkerung nach größerem und besserem Wohnraum, da der bisherige Standard in Schweden vergleichsweise niedrig war. Um dem Mangel an Wohnraum abzuhelfen, beschloss die Regierung deswegen den Bau von einer Million neuen Wohnungen bei einer damaligen Einwohnerzahl von weniger als 8 Millionen. Die neuen Wohnungen wurden oftmals in Massenproduktion in neu errichteten Satellitenstädten in Betonbauweise errichtet. Zunächst wurden die Wohnungen von der Bevölkerung auf Grund der erhöhten Wohnstandards und der modernen Raumarchitektur gut angenommen; doch schon bald wurden kritische Stimmen laut, die auf die negativen sozialen Folgen dieser Bauweise hinwiesen. Im Zuge der Ölkrise im Jahre 1973 und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Abschwächung lief das Millionenprogramm dann langsam aus.

Folgen[Bearbeiten]

Vorort Tensta, Stockholm

Die Wohnungen des Millionenprogramms hatten auf Grund der Massenfertigung oft eine schlechte Qualität. Dies und die soziale Isolation führten dazu, dass die Wohnungen nach und nach unattraktiv wurden. Mit dem Fortzug der schwedischen Bevölkerung siedelten sich in den Wohnzentren Flüchtlinge und Einwanderer an. Mit der Zeit wurden diese Gebiete teilweise zu Einwandererghettos, die von hoher Arbeitslosigkeit, hoher Kriminalität und schwachen Resultaten bei der Bildung geprägt sind. Ein extremes Beispiel ist der Stadtteil Rosengård in Malmö, aber auch in Stockholm und in anderen Großstädten gibt es etliche solcher Viertel. Da nun die Personen nichtschwedischer Abstammung unter sich waren, wurde und wird die Integration dieser erheblich erschwert. Nichtsdestoweniger mehren sich in letzter Zeit die Stimmen, die für eine Erhaltung dieser Wohngebiete als Baudenkmäler plädieren.