Miloševo (Negotin)

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Милошево
Miloševo
Милошево
Miloševo (Negotin) führt kein Wappen
Miloševo (Negotin) (Serbien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Serbien
Okrug: Bor
Opština: Negotin
Koordinaten: 44° 15′ N, 22° 32′ O44.25694444444422.531388888889Koordinaten: 44° 15′ 25″ N, 22° 31′ 53″ O
Einwohner: 517 (2002)
Telefonvorwahl: (+381) 019
Postleitzahl: 19300
Kfz-Kennzeichen: NG [1]
Struktur und Verwaltung (Stand: 2008)
Gemeindeart: Dorf
Gliederung: 2 Ortsteile
Bürgermeister: Dragoljub Atanasijević[2][3]
Postanschrift: MK Miloševo 19300
Negotin
Sonstiges
Stadtfest: Spasovdan

Miloševo (Kyrillisch: Милошево) ist ein Dorf in der Opština Negotin im Okrug Bor im Osten Serbiens. Es liegt drei Kilometer nördlich von Negotin.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Miloševo liegt in der Opština Negotin, einer der östlichsten Gemeinden Serbiens, im Okrug Bor in Zentralserbien. Das Dorf befindet sich im nördlicheren Teil der Region Timočka Krajina, und somit am Fuße der Karpaten.

Die Jasenička Reka bei Miloševo

Klima[Bearbeiten]

In Miloševo herrscht ein gemäßigtes kontinentales Klima mit den für Europa üblichen vier Jahreszeiten.

Natur und Gewässer[Bearbeiten]

Die Jasenička Reka durchfließt einen Teil des Dorfes und markiert die nördliche Grenze Miloševos. Dort wird der Fluss auch von zwei kleinen Brücken überspannt. Er mündet rund 20 Kilometer flussabwärts in die Donau.

Gliederung[Bearbeiten]

Das Dorf befindet sich östlich des Fußes der Karpaten. Das Zentrum Miloševos liegt auf einem kleinen, etwa zehn Meter hohen Hügel. Deshalb wird das Dorf inoffiziell in zwei Ortsteile gegliedert: Donjo Miloševo (dt. Unteres Miloševo) im Norden und Gornjo Miloševo (dt. Oberes Miloševo) im Süden.

Dorfform[Bearbeiten]

Siehe auch: Dorf

Das Dorf ist eine Mischung aus Rundplatzdorf und Streusiedlung. Ursprünglich wurde Miloševo um den Platz, auf dem jetzt der Kulturdom steht, gebaut. In den letzten Jahrzehnten allerdings wurden die Merkmale einer Streusiedlung deutlicher.

Nahe Städte und Dörfer[Bearbeiten]

Miloševo liegt recht zentral in der Gemeinde Negotin. Deshalb befinden sich auch viele Dörfer und Städte in der Umgebung Miloševos.[4][5]

Dupljane
7 km
Dušanovac
4 km
Prahovo
8 km
Vidrovac
3 km
Nachbargemeinden Samarinovac
2 km
Jasenica
5 km
Negotin
3 km
Srbovo
7 km

Geschichte und Namen[Bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Mal wird das Dorf im Jahre 1530 in osmanischen Aufzeichnungen der Region erwähnt. Damals hatte das Dorf vermutlich noch einen türkischen Namen. Erst später wurde es Okruglac (dt. Runder) genannt. Davon leitet sich auch der vlachische Name Kolograš (fälschlicherweise oft Koroglaš genannt) ab. Dies bezog sich auf die Form von Miloševo, da das Dorf damals rund um den Kulturdom (okolo Doma Kulture) gebaut war.

Aufstände und Serbien[Bearbeiten]

Während des Ersten und des Zweiten Serbischen Aufstandes wurde das Dorf noch nicht an Serbien angeschlossen. Erst mit der beim Berliner Kongress beschlossenen Erweiterung der serbischen Grenzen kam es unter serbische Herrschaft. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts behielt Miloševo seinen alten Namen. Danach wurde es nach Miloš Obrenović in Miloševo umbenannt.[6]

Miloševo und Jugoslawien[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Dorf Bulgarien zugesprochen. Miloševo wurde von deutschen, italienischen, kroatischen und bulgarischen Einheiten besetzt. Im Zuge der Befreiung durch Titos Partisanen und die sowjetische Rote Armee wurden zahlreiche Gebäude beschädigt und Menschen getötet.

Zur Zeit der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien wurden 1954 die Stromleitungen verlegt und 1955 das Kulturhaus erbaut. Im Jahre 1974 wurden die unterirdischen Wasserleitungen mit den heutigen 4 Brunnen verlegt und gebaut. 1982 wurden die Straßen asphaltiert und 1984 wurde Miloševo an das staatliche Telefonnetz angeschlossen.

Gegenwart[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 wurden neue Schilder als Kennzeichnung für den Donauradweg angebracht. Dieses Unternehmen wurde von der Europäischen Union finanziert.[7]

Einwohner[Bearbeiten]

Nach zahlreichen Schwankungen im Laufe der Zeit nahm die Bevölkerungszahl nach den Jugoslawienkriegen stark ab, da zahlreiche Bewohner emigrierten um im Ausland als „Gastarbeiter“ zu arbeiten.

Laut Volkszählung 2002 (Eigennennung) gab es 517 Einwohner[8], davon waren:

Anzahl Prozent
Gesamt 517  100
Serben 406 78,55
Walachen 14 2,70
Rumänen 4 0,77
Jugoslawen 1 0,19
Unbekannt 92 17,79

Weitere Volkszählungen:

1921 1948 1953 1961 1971 1981 1991
692[9] 790 800 775 813 903 913

Kultur[Bearbeiten]

Dorfintern[Bearbeiten]

Das im Jahr 1955 erbaute Kulturhaus (Dom Kulture) ist das inoffizielle Wahrzeichen des Dorfes. Wie in allen Dörfern in der Umgebung finden über das ganze Jahr verteilt Veranstaltungen statt. Das Haus befindet sich im Zentrum des Dorfes, auf der Spitze des Hügels und ist der Haupttreffpunkt der Dorfbewohner.

Des Weiteren gibt es ein Denkmal aus dem Zweiten Weltkrieg. Es soll an die serbischen Soldaten erinnern, die das Dorf im gegen die Faschisten verteidigt haben.

Kloster Kolograš[Bearbeiten]

In der unmittelbaren Umgebung befindet sich das orthodoxe Kloster Kolograš (Manastir Kolograš), das heute nur noch als Ruine erhalten ist. Der serbische König Stefan Uroš II. Milutin ließ es am Anfang des 14. Jahrhunderts erbauen. Volkssagen lassen darauf schließen, dass hier Marko Kraljević begraben wurde, als er nach seinem letzten, erfolgreichen Feldzug über die Donau schwamm und in der Region Timočka Krajina verstarb. Im Kloster selbst gibt es zahlreiche Fresken die noch gut erhalten sind. Um das Kloster herum gibt es eine nur teilweise ausgegrabene Nekropole.[10]

Bildung[Bearbeiten]

Im Dorf gibt es eine Grundschule, die im Jahre 1896 erbaut wurde und 1935 restauriert wurde. Da es nur diese eine Schule gab, gingen die meisten Einwohner in die drei Kilometer entfernten Schulen in der Stadt Negotin. Heute gehen alle Kinder des Dorfes in die Schulen in Negotin und man denkt über die Schließung der Schule nach. Im letzten Schuljahr, 2006/2007, gingen nur fünf Schüler in die Dorfschule.[11]

Sport[Bearbeiten]

Das Stadion im Jahr 2008

Südlich des Dorf befindet sich das „Stadion“ Miloševo. Es handelt sich dabei um einen Rasenplatz mit einer Tribüne mit drei Sitzreihen. Es ist der Heimplatz des in der Regionalliga spielenden Fußballvereines FK Miloševo, welcher 1947 gegründet wurde.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die meisten Straßen im südlichen Teil des Dorfes wurden 1982 asphaltiert. Dort fließt der Transitverkehr nach Vidrovac und den anderen, weiter entfernten Dörfern und Städten. Außerdem verläuft durch den südlichen Teil des Dorfes ein Teil des Donauradweges.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. BO wird im Laufe des Jahres ausgemustert, siehe auch Kfz-Kennzeichen (Serbien)
  2. Webseite der Gemeinde Negotin - Mesne Kancelarije
  3. Kein Bürgermeister im westlichen Sinne, eher der Vorsitzende der Dorfbehörde
  4. Angaben bei der Seerose per Luftlinie
  5. Angaben laut Google Earth und diversen Landkarten
  6. Webseite der Gemeinde Negotin
  7. Donauradweg - Abschnitt Negotin & Umgebung
  8. Volkszählung Serbien 2002
  9. Webseite der Gemeinde Negotin (serbisch)
  10. Touristische Organisation der Gemeinde Negotin (serbisch)
  11. http://www.negotin.rs/article.php?lg=sr&id_article=1140

Weblinks[Bearbeiten]