Milorad Dodik

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Milorad Dodik (2010)

Milorad Dodik (kyrillisch Милорад Додик, * 12. März 1959 in Laktaši, Jugoslawien) ist ein bosnisch-serbischer Politiker. Seit dem 15. November 2010 ist er Präsident der Republika Srpska, einer von zwei Entitäten von Bosnien und Herzegowina.[1]

Leben[Bearbeiten]

Milorad Dodik studierte an der Universität Belgrad Politikwissenschaft. Er bekleidete in seiner Heimatstadt Laktaši ab 1986 das Amt des Präsidenten des Stadtrats.[2] 1990 gelang ihm bei den ersten Parlamentswahlen in Bosnien und Herzegowina als Kandidat des Savez reformskih snaga Jugoslavije (SRSJ, Bund der Reformkräfte Jugoslawiens) der Einzug ins Parlament.

Später gehörte er dem Parlament der Republika Srpska an, wo er in Opposition zur regierenden Serbischen Demokratischen Partei (SDS) von Radovan Karadžić stand. 1996 gründete er die Stranka nezavisnih socijaldemokrata (SNSD, Partei der unabhängigen Sozialdemokraten), die sich 2002 mit einer kleineren Partei zum Savez Nezavisnih Socijaldemokrata (SNSD, Allianz der unabhängigen Sozialdemokraten) zusammenschloss. Dodik ist seit 1996 ohne Unterbrechung Vorsitzender der SNSD.[3]

In den Jahren 1998 bis 2001 war er Premierminister der Republika Srpska, von 2006 bis 2010 hatte er dieses Amt erneut inne.[2] Dodik stellte wiederholt die staatliche Existenz von Bosnien und Herzegowina in Frage. Bei den Wahlen im Gesamtstaat Bosnien und Herzegowina sowie in den Entitäten am 3. Oktober 2010 wurde er zum Präsidenten der Republika Srpska gewählt.

Nach Angaben einer Belgrader Nachrichtenagentur erstattete die bosnische Ermittlungsbehörde SIPA im Februar 2009 Strafanzeige gegen Milorad Dodik und weitere Personen, darunter mehrere Minister sowie Geschäftsleute. Ihnen wurde „die Bildung einer verbrecherischen Organisation mit Premier Milorad Dodik an der Spitze“ vorgeworfen.[4] Eine SIPA-Sprecherin sagte später, es habe sich nicht um eine Strafanzeige gehandelt, sondern um einen Bericht an die Staatsanwaltschaft, der ohne Wissen und Zustimmung des bosnisch-serbischen Direktors von SIPA weitergegeben worden sei.[5]

Sonstiges[Bearbeiten]

Position zum Massaker von Srebrenica[Bearbeiten]

Besonderes Aufsehen erregte Dodik im Zusammenhang mit dem im Jahre 1995 von serbischen Milizen verübten Massaker von Srebrenica, bei dem Tausende erwachsene und jugendliche Muslime ermordet wurden. Im April 2010 leugnete er in einem Gespräch mit der Belgrader Zeitung Novosti diesen Völkermord, wie er beispielsweise von der UNO und der EU verurteilt wird. Des Weiteren behauptete er, die Zahl der Opfer habe 3.500 betragen und nicht – wie allgemein anerkannt – etwa 8.000.[6]

Beschuss von Zagreb[Bearbeiten]

Am 13. April 2011 schrieb der Verband der ehemaligen Gefangenen Bosnien-Herzegowinas einen Brief an den kroatischen Präsidenten Ivo Josipović, indem sie Dodik zitierten, der sich klar für einen Beschuss Zagrebs aussprach. Laut bosnischen Medien soll Dodik im Jahre 1995 gesagt haben: Ja se slažem da trebamo tući Zagreb, ali ne smijemo to reći (auf Deutsch: Ich bin dafür, dass wir Zagreb schlagen, allerdings dürfen wir dies nicht aussprechen).[7] Sie forderten, dass Dodik wegen Kriegsverbrechen vor dem obersten Gericht Kroatiens belangt werde.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.b92.net/info/vesti/index.php?yyyy=2010&mm=11&dd=15&nav_category=167&nav_id=472366. b92.net, 15. November 2010
  2. a b Kurzbiographie von Milorad Dodik bei der Southeast European Times
  3. Historische Entwicklung der SNSD auf deren Website
  4. Krivična prijava protiv Dodika i ministara, Noviska Agencija Beta, 20. Februar 2009, Strafanzeige gegen Premier Dodik derStandard.at 19. Februar 2009
  5. Bosnian Serb leader accused of corruption, International Herald Tribune Europe, February 24, 2009
  6. Dodik leugnet Völkermord, erschienen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. April 2010, Ausgabe Nr. 98, S.7
  7. http://www.vijesti.ba/vijest-dana/37279-Transkripti-Tako-govorio-Dodik-slazem-trebamo-tuci-Zagreb-ali-smijemo-reci.html