Milos
| Gemeinde Milos Δήμος Μήλου (Μήλος) |
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Griechenland | |
| Region: | Südliche Ägäis | |
| Regionalbezirk: | Milos | |
| Geographische Koordinaten: | 36° 41′ N, 24° 25′ O36.67916666666724.418611111111Koordinaten: 36° 41′ N, 24° 25′ O | |
| Fläche: | 160,147 km² | |
| Einwohner: | 4.736 (2001[1]) | |
| Bevölkerungsdichte: | 29,6 Ew./km² | |
| Gemeindelogo: | ||
| Sitz: | Plaka | |
| LAU-1-Code-Nr.: | 821200 | |
| Gemeindebezirke: | 1 Gemeindebezirk | |
| Ortschaften: | 5 Ortschaften | |
| Website: | www.milos.gr | |
| Lage in der Region Südliche Ägäis | ||
Milos (neugriechisch Μήλος (f. sg)), auch Melos (von altgriechisch Mēlos Μῆλος), ist eine griechische Insel in der Ägäis. Zusammen mit Andimilos, einigen kleineren, unbewohnten Inselchen und der etwa 23 km südwestlich liegenden Ananes-Inselgruppe bildet die Kykladen-Insel eine Gemeinde (δήμος, Dimos) innerhalb der Region Südliche Ägäis (Περιφέρεια Νότιου Αιγαίου).
Mit einer Fläche von rund 160 Quadratkilometern bei fast 5.000 Einwohnern ist Milos vergleichsweise dicht besiedelt. Der Hauptort Plaka liegt oberhalb des Hafenorts Adamas. Weitere Orte der Insel sind Tripiti, Triovassalos und Pollonia. Von Pollonia aus fährt täglich eine Fähre zur kleinen Nachbarinsel Kimolos.
Eine Besonderheit von Milos sind die Syrmata, direkt an der Wasserlinie gebaute Häuser, deren Erdgeschoss im Winter als sicherer Unterstellort für Fischerboote dient. Mit ihren bunten ‚Garagentoren‘ bieten sie einen einmaligen Anblick, vor allem wenn die Syrmata zu kleinen Dörfern wie Klima oder Mandrakia zusammengefasst die Küste säumen.
Milos ist der Fundort der Venus von Milo, in Griechenland korrekterweise bekannt als Aphrodite von Milos. Das Original ist in Paris im Louvre ausgestellt. In Plaka (Archäologisches Museum) kann eine Kopie besichtigt werden.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Die Insel umschließt fast vollständig eine ausgedehnte Bucht, an der die wenigen Hafen-Dörfer liegen. Die höchste Erhebung ist mit 748 Metern Höhe der Profitis Ilias im Westen der Insel. Die Felsenküste um den flacheren Ostteil der Insel wird von einigen Stränden gesäumt, die vor allem durch vielfarbige Gesteine und Sände auffallen.
Etwa 20 Kilometer nordwestlich von Milos liegt die unbewohnte Insel Andimilos.
Geologie [Bearbeiten]
Die Insel Milos gehört zu den aktiven Vulkanen des Ägäischen Inselbogens (Methana, Santorin und Nisyros). Sie wird von einem alten Schichtvulkan gebildet, der mit jüngeren Lavadomen, pyroklastischen Kegeln und Tuffringen übersät ist.
Auch wenn der letzte Vulkanausbruch etwa 60.000 Jahre (Tsingrado-Vulkan) her ist, so gibt es weiterhin Anzeichen starker magmatischer Aktivitäten im Untergrund. Eine Magmakammer in etwa 6–8 km Tiefe sorgt weiterhin für starke, hydrothermale Aktivitäten. Dadurch gibt es an zahlreichen Stellen der Insel heiße Quellen (bis etwa 80 °C) und Fumarolen bis etwa 98 °C (heiße Austritte von Wasserdampf und Schwefelgasen). Der Großteil der Insel ist durch heiße Lösungen chemisch völlig verändert. Dies führte zur Anreicherung wertvoller Industriemineralien wie Bentonit, Perlit, Baryt, Zeolith, Quarz und sogar zu größeren Vorkommen abbauwürdigen Goldes. Durch die Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung wurde der Goldabbau in der Umgebung des Profiti-Ilias-Gipfels rechtzeitig gestoppt.
Der Vulkanismus führte auch zum wichtigsten Produkt der Insel: Der melische Obsidian wurde seit der ausgehenden Altsteinzeit genutzt, wie Funde zum Beispiel aus der Höhle von Franchthi belegen. Seit dem frühen Neolithikum (Proto-Sesklo) findet er sich in der gesamten östlichen Ägäis. Obsidian ist ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Waffen und Werkzeug. Seit der Bronzezeit wurde er auf Milos in großem Maßstab abgebaut.
Auffällige Vulkane auf Milos [Bearbeiten]
- Tsingrado-Vulkan und ein umgebendes Feld aus über zwanzig phreatischen Kratern
- Bucht von Milos (zwei oder drei ehemalige Vulkankrater)
- Profitis-Ilias-Gipfel (auffälliger Vulkandom)
- Vulkane im Nordosten der Insel, die langsam von Bergwerken abgetragen werden
Thermalquellen und heiße Gasaustritte [Bearbeiten]
- heiße Quellen im Meer beim Elektrizitätswerk von Adamas
- ehemaliges, inzwischen gesprengtes Geothermiekraftwerk bei Zephyria
- Schwefelbergwerk bei Zephyria
- Thermalquellen und Fumarolen bei Paliohori und Agia Paraskevi
- Fumarolen von Kalamos
Geschichte [Bearbeiten]
Wie Funde belegen, ist Milos schon seit 5000 v. Chr. ständig bewohnt. Aus der Bronzezeit rund um das Jahr 2500 v. Chr. stammen Siedlungsfunde, die der Keros-Syros-Kultur zuzuordnen sind. Ab dem Ende der frühkykladischen Zeit um das Jahr 2000 v. Chr. lag mit Phylakopi eine der ersten städtischen Siedlungen auf Milos, die neben Agia Irini auf Kea und später auch Akrotiri auf Santorin bis in die mykenische Zeit und bis zum Zusammenbruch der Zivilisation ab 1200 v. Chr. zu den fortschrittlichsten Städten des Mittelmeerraumes gehörte. Milos war damals ein Zentrum des Handels mit Keramiken und Obsidian, dem Material für die meisten Werkzeuge der Zeit.
Zur Zeit des Peloponnesischen Krieges im 5. Jahrhundert v. Chr. widersetzten sich die Bewohner Milos dem mächtigen Athen und wurden daraufhin von den Athenern versklavt. Thukydides hat dies im Melierdialog geschildert.
Wirtschaft und Verkehr [Bearbeiten]
Milos ist eine der wenigen griechischen Inseln, auf der mehr Menschen im Bergbau und Tagebau und der damit verbundenen Industrie arbeiten als im Tourismussektor. Abgebaut wird unter anderem Bimsstein, aber auch Schwefel und seltene Erze wie Bentonit, Kaolin, Bimsotil und Perlit. Nahe dem kleinen Flughafen sind noch die Reste von Salinen (griechisch Αλυκές) samt Verladestation zu sehen, die bis in die 1980er-Jahre der Salzgewinnung dienten.
Trotz der gesunden Bergbau-Industrie wird der lukrative Tourismus auch auf Milos immer bedeutender. Dabei entwickelt sich die Insel vor allem zum Erholungsort für besser verdienende Athener und Nordgriechen, die dank der guten Anbindung nach Milos reisen. Auch der Anteil an ausländischen Immobilienbesitzern wächst zudem stetig an und trägt zum Imagewandel der Insel bei.
2008 wurde eine windkraftbetriebene Salzwasser-Entsalzungsanlage in Betrieb genommen. Angetrieben wird diese von einer 600 kW Windenergieanlage, der Trinkwasserbehälter hat eine Kapazität von 3.000 m³. Die Anlage ersetzt die Versorgung mit dem Tankschiff.[2]
Milos hat einen kleinen Flughafen, auf dem zweimal täglich eine 36-sitzige Dash-8-100 der Olympic Airlines nach Athen startet. Internationale Fluglinien fliegen Milos nicht direkt an.
Neben dem Luftweg ist Milos auch gut per Schiff zu erreichen. Es bestehen ein bis zwei Fährverbindungen pro Tag ab Piräus, Fahrzeit etwa 6–7 Stunden, darunter fast täglich die Fähre Pireäus–Milos–Kreta–Karpathos–Rhodos, und ein bis zwei Schnellfährverbindungen ab Piräus (AegeanSpeedLines/HellasDolphin), Fahrzeit etwa 3–4 Stunden. Darüber hinaus verkehren mehrmals wöchentlich Fähren und Schnellfähren zu anderen Kykladeninseln. Im Winter ist der Fahrplan allerdings stark eingeschränkt.
Inselpartnerschaft [Bearbeiten]
Die Insel Milos unterhält seit dem 8. Oktober 1989 eine Inselpartnerschaft mit Shōdoshima, Japan. [3]
Literatur [Bearbeiten]
- Colin Renfrew, Malcolm Wagstaff (Hrsg.): An Island polity: the archaeology of exploitation in Melos. Cambridge University Press, Cambridge 1982.
- R. Torrence: Monopoly or direct access? Industrial organization at the Melos obsidian quarries. In: B. Purdy, J. E. Ericson (Hrsg.): Quarry Production Analysis. Cambridge 1984, S. 49–63.
- R. Torrence: Die Obsidiangewinnung und -bearbeitung auf der griechischen Insel Melos. Ein Beitrag zum Tauschhandel. In: Der Anschnitt. Band 3, 1981, S. 86–103.
- R. Torrence: Macrocore production at the Melos obsidian quarries. In: Lithic Technology. Band 8, 1979, S. 51–60.
- I. Palmer: Milos – Geological history. KOAN, ISBN 960-7586-43-3.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Internetpräsenz der Gemeinde Milos (englisch und griechisch)
- Milos im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Informationen des griechischen Statistischen Dienstes
- ↑ Desalination from wind in Milos Island. Ios Aegean Energy Agency, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, 20 KB).
- ↑ greecejapan.com: Aδερφοποιήσεις πόλεων Ελλάδας-Ιαπωνίας, Stand 25. September 2012
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