Milovice nad Labem

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Milovice
Wappen von Milovice
Milovice nad Labem (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Nymburk
Fläche: 3119 ha
Geographische Lage: 50° 14′ N, 14° 53′ O50.22888888888914.890555555556221Koordinaten: 50° 13′ 44″ N, 14° 53′ 26″ O
Höhe: 221 m n.m.
Einwohner: 10.042 (1. Jan. 2013) [1]
Postleitzahl: 289 23 - 289 24
Verkehr
Straße: Lysá nad Labem - Krchleby
Bahnanschluss: Lysá nad Labem–Milovice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 4
Verwaltung
Bürgermeister: Milan Kraus (Stand: 2008)
Adresse: 5. května 71/54
289 24 Milovice nad Labem 3
Gemeindenummer: 537501
Website: www.mesto-milovice.cz

Milovice (deutsch Milowitz) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt zwölf Kilometer nordwestlich von Nymburk und gehört zum Okres Nymburk.

Geographie[Bearbeiten]

Milovice befindet sich am rechten Ufer des Baches Mlynařice auf der Böhmischen Tafel am Rande der Elbniederung. Nordwestlich der Stadt liegt die Strafvollzugsanstalt Jiřice.

Nachbarorte sind Lipník im Norden, Boží Dar, Vanovice und Všejany im Nordosten, Straky und Zbožíčko im Osten, Vápensko im Südosten, Stratov und Ostrá im Süden, Lysá nad Labem im Südwesten, Stará Lysá, Mladá und Benátecká Vrutice im Westen sowie Čihadla und Jiřice im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Milewicz wurde 1396 als Sitz des Vladiken Holomka erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1454 besaßen die Smiřický von Smiřice das Dorf. Im Dreißigjährigen Krieg erhielt der kaiserliche Johann von Wörth für seine Verdienste den Ort. Im folgte Susanne von Klenau (Zuzana z Klenové), die einen Teil ihres Besitzes ihrer Mutter Susanne Marie Gräfin von Schützen überließ. 1768 erwarb der Prager Erzbischof Anton Peter Příchovský von Příchovice die Güter.

Panzerhalle des Truppenübungsplatzes 1985
Alte Postkarte von 1908

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Milovice ab 1850 eine Gemeinde im Bezirk Jung Bunzlau. Bedeutsam für die Geschichte der Stadt war die Errichtung eines Truppenübungsplatzes mit Schießplatz und großem Übungsgelände an der Stelle des Hofes Bozidar durch die k.u.k. Armee im Jahre 1904. Das nördlich der Stadt gelegene Dorf Mladá wurde bei der Errichtung des Militärgebietes aufgelöst. Im darauf folgenden Jahr erwarb Rudolf Franz Graf Kinsky die Herrschaft. 1914 entstand das Kriegsgefangenenlager Milowitz, in dem bis zu seiner Auflösung im Jahre 1916 46.000 Kriegsgefangene interniert waren.

Nach der deutschen Besetzung übernahm 1939 die Wehrmacht den Truppenübungsplatz Milowitz. Im Zuge einer Bodenreform wurden daraufhin die Grafen Kinsky enteignet. Der Truppenübungsplatz wurde 1945 von der tschechoslowakischen Armee übernommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Gemeinde zum Okres Nymburk. Das Militärgelände wurde nach dem Einmarsch der Warschauer Paktstaaten 1968 von der Sowjetarmee besetzt und von 1968 bis 1991 befand bei Milovice das sowjetische Hauptquartier, ein Truppenübungsplatz und der Militärflugplatz Boží Dar. Westlich von Milovice entstanden die Plattenbausiedlungen Mladá I und II, die heute den Ortsteil Mladá bilden. Die frühere sowjetische Militärkolonie bildet heute den Ortsteil Boží Dar. Am 3. September 1991 wurde Milovice zur Stadt erhoben. 1996 begann die Revitalisierung des Militärgeländes.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Milovice besteht aus den Ortsteilen Benátecká Vrutice (Wrutitz b. Benatek), Boží Dar (Bozidar), Mladá und Milovice (Milowitz).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche der hl. Katharina, das ursprünglich barocke Bauwerk wurde zwischen 1906 — 1907 umgestaltet
  • barocke Statue des hl. Antonius von Padua, geschaffen 1738
  • italienischer Militärfriedhof aus der Zeit des Kriegsgefangenenlagers im Ersten Weltkrieg, südwestlich der Stadt
  • Stadtmuseum in Mladá

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Milovice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2013 (PDF; 543 KiB)