Milton Nascimento

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Nascimento im April 2008

Milton Nascimento (* 26. Oktober 1942 in Rio de Janeiro, Brasilien) ist ein brasilianischer Musiker, der als eine der prägenden Persönlichkeiten der Música Popular Brasileira gilt.

Leben[Bearbeiten]

Nascimento wuchs in Laranjeiras und Tijuca auf. Im Alter von wenigen Monaten wurde er von einem Ehepaar adoptiert, für das seine Mutter arbeitete. Die Pflegeeltern waren Josino Brito Campos, ein Bankangestellter, Mathematiklehrer und Elektrotechniker, und Lília Silva Campos, eine Musiklehrerin. Als er achtzehn Monate alt war, starb seine leibliche Mutter, und er zog mit seinen Pflegeeltern nach Três Pontas in Minas Gerais.

Am Beginn seiner Karriere spielte Milton Nascimento in den Samba-Gruppen Evolussamba and Sambacana. 1963 ging er nach Belo Horizonte. Seine Freundschaft mit den Brüdern Borges brachte ihn in Kontakt mit der Clube da Esquina-Bewegung. Entdeckt wurde er von Eumir Deodato anlässlich eines Song Festivals um 1968. Deodatos Empfehlung an den Jazz-Produzenten Creed Taylor (Labelgründer unter anderem von CTI und Impulse!) führte zu der US-LP „Courage“.

Seine Musik basiert auf der Bossa Nova. Nascimento ist berühmt für seinen Falsettgesang und den großen Tonumfang seiner Stimme. In Brasilien steht er für so populäre Lieder wie „Canção da América“ und „Coração de Estudante“. Der Text von „Coração de Estudante“ erinnert an das Begräbnis des Studenten Edson Luís, der 1968 von einem Polizeioffizier getötet wurde. Das Lied wurde 1984 zur Hymne der Bewegung für demokratische Wahlen in Brasilien und es wurde beim Begräbnis von Tancredo Neves, des ersten frei gewählten Präsidenten Brasiliens nach der Militärdiktatur, gespielt.

Der internationale Durchbruch kam mit seinen Auftritten mit dem Jazzsaxophonisten Wayne Shorter. 1974 spielt er mit ihm auf dem Album Native Dancer. Im Laufe seiner Karriere trat er mit Jorge Ben, Caetano Veloso, Chico Buarque, Gilberto Gil und internationalen Stars wie Paul Simon, James Taylor, Peter Gabriel, Herbie Hancock, Quincy Jones und Pat Metheny auf. Durch seine Freundschaft mit dem Gitarristen Warren Cuccurullo, kam es 1993 zu einer Zusammenarbeit mit Duran Duran. Milton Nascimento wurde 1991, 1995 und 1998 für einen Grammy nominiert. 1998 gewann er ihn in der Kategorie Best World Music Album.

Aufnahmen[Bearbeiten]

  • Milton Nascimento, 1967
  • Courage, 1968
  • Milton Nascimento, 1969
  • Milton, 1969
  • Milton Nascimento & Lo Borges, Clube do Esquina, 1972
  • Milagre dos Peixes, 1973
  • Minas, 1975
  • Geraes, 1976
  • Milton, 1976
  • Milton Nascimento & Lo Borges, Clube do Esquina 2, 1978
  • Travessia, 1978
  • Journey to Dawn, 1979
  • Sentinela, 1980
  • Caçador de Mim, 1981
  • Anima, 1982
  • Quilombo, 1982
  • Ao Vivo, 1983
  • Encontros E Despedidas, 1985
  • A Barca dos Amantes, 1986
  • Yauaretê, 1987 (mit Herbie Hancock, Paul Simon und Wayne Shorter)
  • Miltons, 1989
  • Txai, 1990
  • O Planeta Blue na Estrada do Sol, 1992
  • Angelus, 1994
  • Amigo, 1995
  • Nascimento, 1997
  • Tambores de Minas, 1997
  • Crooner, 1999
  • Milton Nascimento & Daniel Barenboim, Brazilian Rhapsody, 2000
  • Milton Nascimento & Gilberto Gil. Gil & Milton, 2000
  • Pieta, 2002
  • Belmondo & Milton Nascimento 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Milton Nascimento – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien