Milton William Cooper

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Milton William „Bill“ Cooper (* 6. Mai 1943; † 6. November 2001 in Eagar, Arizona) war ein amerikanischer Sachbuchautor, Radiojournalist und Verschwörungstheoretiker.[1]

Leben[Bearbeiten]

Bill Cooper war der Sohn eines Offiziers der US Air Force. Auf Grund der unterschiedlichen Dienstorte seines Vaters zog die Familie oft um. 1961 machte er seinen High-School-Abschluss an einer amerikanischen Schule in Tachikawa in Japan.[2] Anschließend leistete er vier Jahre seinen Militärdienst bei der Air Force ab und wechselte 1965 zur US Navy. Dort brachte er es bis zum Petty Officer. Im Vietnam-Krieg kommandierte er ein Patrouillenboot. Nach eigenen Angaben war er anschließend für den Geheimdienst der Marine tätig.[3] 1991 veröffentlichte er sein Buch Behold a Pale Horse (der Titel zitiert Offb 6,8 EU), in dem er sich mit Ufologie, Verschwörungstheorien, Geheimgesellschaften und Korruption auseinandersetzt.[4] Dabei gab er an, es handele sich um interne Informationen, die er in seiner Zeit beim Geheimdienst bekommen habe. Seit 1992 verbreitete er seine Sicht auch in der Radiosendung „Hour of the Time“, die von einem Kurzwellensender ausgestrahlt wurde. 1995 warf er in einer Veröffentlichung der Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten und dem Amt für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe vor, in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein.[5] 1998 wurde er wegen Steuerhinterziehung angeklagt und drohte auf seiner Webseite, er werde sich einer Festnahme mit Waffengewalt widersetzen. William Cooper wurde in der Nacht auf den 6. November 2001 unweit seines Hauses in Eagar, Arizona von Polizisten erschossen, als er sich seiner Verhaftung widersetzte.

Theorien[Bearbeiten]

Cooper verbreitete Verschwörungstheorien zu verschiedenen Themen. In seinem Werk Behold a pale horse – nach Einschätzung der britischen Tageszeitung The Guardian ein „Manifest“ der rechtsradikalen Milizbewegung in den USA[6] – gibt er den Text der Protokolle der Weisen von Zion wieder, einer Fälschung, mit der um 1900 eine jüdische Weltverschwörung glaubhaft gemacht werden sollte. So wie die Verschwörungstheoretiker Nesta Webster 1921 und William Guy Carr 1957 deutet er den antisemitischen Text aber um und betont, statt „Jude“ solle man immer „Illuminat“ und statt „Goyim“ „Viehzeug“ lesen.[7] Das Attentat auf John F. Kennedy hielt er für ein zwischen Teilen der angeblichen „US-Schattenregierung“, die er im Council on Foreign Relations, der Trilaterale Kommission identifizierte, und der Central Intelligence Agency (CIA). Der eigentliche Mörder sei nicht Lee Harvey Oswald, sondern William Greer, der Chauffeur des Präsidenten.[8]

Cooper äußerte sich in den 1980er Jahren auch über angebliche geheime Kontakte der Regierung der USA bzw. der angeblich noch über ihr stehenden Schatten-Regierung mit verschiedenen außerirdischen Rassen. Danach soll Präsident Dwight Eisenhower mit Raumfahrern von der Beteigeuze einen Vertrag unterschrieben haben, der ihnen erlaube, Menschen zu entführen und gewaltige unterirdische Basen im Südwesten der Vereinigten Staaten anzulegen. Verteidigungsminister James V. Forrestal habe 1949 keinen Selbstmord begangen, sondern sei ermordet worden, weil er diese Informationen an die Öffentlichkeit habe geben wollen.[9]

In den 1990er Jahren revidierte er diese Ansichten und meinte nun, UFO-Verschwörungstheorien und Science-Fiction-Filme würden von der globalen Elite dafür instrumentalisiert, einen inszenierten Angriff Außerirdischer vorzubereiten, die die souveränen Staaten so erschrecken solle, dass sie sich einer Weltregierung unter Führung der Vereinten Nationen unterordnen würden.[10] Auch die Mondlandung erklärte er als Schwindel.[11] Cooper war der Überzeugung gewesen, Osama bin Laden sei ein CIA-Agent.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arthur Goldwag, Cults, Conspiracies, and Secret Societies. The Straight Scoop on Freemasons, the Illuminati, Skull and Bones, Black Helicopters, the New World Order, and Many, Many More, Vintage, London 2009, S. 136.
  2. Die Abschlussklassen von 1961 an der Yamamto High School
  3. William Cooper, Behold a Pale Horse Light Technology Publishing, Flagstaff, AZ 1991, S. 22
  4. William Cooper, Behold a Pale Horse Light Technology Publishing, Flagstaff, AZ 1991; deutsch: Die Apokalyptischen Reiter, Michaels-Verlag, Peiting 1996
  5. William Cooper, BATF/IRS . Criminal Fraud, in: Veritas 6, September 1995 (online, Zugriff am 28. Juli 2011)
  6. Ed Vulliamy und Bruce Dirks: New trial may solve riddle of Oklahoma bombing. In: The Guardian vom 3. November 1997 (online, Zugriff am 2. August 2013).
  7. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen, Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 206
  8. YouTube, Assassin Unmasked, Video von William Cooper (ca. 46 min.) und Coopers Dokumentarfilm Kennedy – The Sacrified King (ca. 80 min., DVD), YouTube (7 Teile), Bill Cooper Exposes the assassination of JFK Rare video MAY 15th, 1991 (5'36") YouTube sowie Video-Verzeichnis bei hourofthetime.com
  9. Angela Hague: UFOs. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, Bd. 2, S. 704.
  10. U. a.: William Coopers Video/DVD Behold A Pale Horse, Vortrag vom 23. Februar 1991, 4 Std. 39 Min., Youtube
  11. YouTube MOON HOAX by WILLIAM BILL COOPER (5 Teile) und Google Video: Moon Landing Hoax 1 und Moon Landing Hoax 2
  12. YouTube Video.

Weblinks[Bearbeiten]