Kleinwuchs

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„Das Zwergendorf und seine Bewohner“ (Foto von „Photograpische Kunstanstalt Ludwig Hemmer“, um 1900)
Thomas Dilward, ein früher Akteur des Blackface-Minstrels (Aufnahme zwischen 1855/1865)
Der altägyptische minderwüchsige Hofbeamte Seneb mit seiner Familie (um 2475 v. Chr.)
Zärtliche Liebe (Zwerggruppe; Kupferstich von Daniel Chodowiecki)

Kleinwuchs, Kleinwüchsigkeit, Minderwuchs oder Mikrosomie[1][2] ist eine Bezeichnung für ein nicht der Norm entsprechendes, geringeres Körperlängenwachstum, das durch eine Vielzahl von angeborenen oder erworbenen Wachstumsstörungen hervorgerufen werden kann. Kleinwuchs ist in der Kinderheilkunde als Unterschreitung der 10. Perzentile definiert, d. h. weniger als zehn Prozent der Gleichaltrigen sind kleiner; Kleinwuchs oder Hyposomie kann vorliegen, wenn die Körpergröße das dritte Perzentil der Wachstumskurve für das entsprechende Alter unterschreitet bzw. den Mittelwert um mehr als zwei Standardabweichungen unterschreitet (d. h. nur 3 % der Gleichaltrigen sind kleiner).[3] Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Normalverteilung der Körperlänge bedeutet, dass auch Gesunde diese Grenzen unterschreiten können; zudem gibt es große regionale Unterschiede der Körpergrößen. Wichtiger als der Absolutwert ist deshalb die zeitliche Entwicklung des Kindes, d. h. sollte seine Entwicklung den Perzentilen folgen und sie nicht nach unten hin kreuzen.[4] Bei Erwachsenen bedeutet Kleinwuchs eine Körpergröße von unter 150 cm. Extremer Kleinwuchs (früher als Zwergwuchs oder Nanosomie bezeichnet) führt zu einer Endkörpergröße von unter 130 cm.[5]

Differenzialdiagnose und Ursachen[Bearbeiten]

Grob einteilend können pränatale und postnatale Ursachen definiert werden. Geläufig ist auch die Unterteilung in Primären Kleinwuchs und Sekundären Kleinwuchs.

Pränatale Ursachen (Primärer Kleinwuchs)[Bearbeiten]

Postnatale Ursachen (Sekundärer Kleinwuchs)[Bearbeiten]

Eine Sonderform nimmt die konstitutionelle Entwicklungsverzögerung ein, die zwar pränatal/familiär angelegt ist, jedoch erst sekundär in Erscheinung tritt und eine verzögerte Entwicklung der Knochenreife zur Folge hat. Hier kann eine normale Körpergröße erreicht werden, nur eben mit Verzögerung.[6]

Hinsichtlich der klinischen Präsentation unterscheidet man den proportionierten Kleinwuchs vom dysproportionierten Kleinwuchs:

Proportionierter Kleinwuchs (Beispiele)[Bearbeiten]

Dysproportionierter Kleinwuchs (Beispiele)[Bearbeiten]

Therapie[Bearbeiten]

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Ist eine mangelnde Versorgung mit den zum Wachstum benötigten Nährstoffen, Vitaminen und ähnlichem die Ursache, müssen die Defizite ausgeglichen werden, gegebenenfalls durch Umstellung der Ernährung. Bei Störungen der hormonellen Schiene muss der Hormonstatus ausgeglichen werden, zum Beispiel durch die Gabe von Wachstumshormonen.[7][6] Auf diese Weise lässt sich jedoch nur so lange korrigierend eingreifen, wie das Skelett noch im Wachstum befindlich ist. Nach Abschluss des Skelettwachstums bleiben diese Maßnahmen in der Regel erfolglos. Die Bestimmung des Knochenalters ist daher für die Therapieentscheidung ausschlaggebend.

Literatur[Bearbeiten]

  • S1-Leitlinie Kleinwuchs der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin(DGKJ). In: AWMF online (Stand 2010)
  • Betty M. Adelson: Dwarfism: Medical and Psychosocial Aspects of Profound Short Stature. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 0801881226, S. 50–54.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinwuchs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DocCheck Flexikon: Kleinwuchs, abgerufen 12. Oktober 2013.
  2. Peter Hoffmann: Kleinwüchsigkeit, abgerufen 12. Oktober 2013.
  3. Pädiatrie auf den Punkt Gebracht. Walter de Gruyter, 1999, ISBN 978-3-11-015552-5 (Zugriff am 29 January 2013).
  4. Klaus Buckup: Kinderorthopädie. Georg Thieme Verlag, 2001, ISBN 978-3-13-697602-9, S. 58–9 (Zugriff am 29 January 2013).
  5. Arbeitsbuch Pathologie. Facultas-Univ.-Verlag, 2002, ISBN 978-3-85076-492-6 (Zugriff am 29 January 2013).
  6. a b c Gustav-Adolf von Harnack, Berthold Koletzko: Kinder- und Jugendmedizin : mit 154 Tabellen ; [jetzt neu mit Fallquiz]. Springer-Medizin-Verl., Heidelberg 2007, ISBN 9783540486329.
  7. M. B. Ranke, H.-G. Dörr et al.: „Therapie des Kleinwuchses mit Wachstumshormon Entwicklungen 10 Jahre nach der Einführung von rekombinantem Wachstumshormon“, Monatsschrift Kinderheilkunde, Bd. 148, Number 8 / August 2000, S. 746–761, Springer-Verlag Berlin – Heidelberg, ISSN 0026-9298 (print), 1433-0474 (Online), DOI 10.1007/s001120050633; hier online (Abstract)
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