Mindestpreis

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Mindestpreise sind ein politisches Marktregulierungsmittel. Es sind staatlich festgesetzte Preise, die nicht unter-, wohl aber überschritten werden dürfen (administrierte Preise).

Mindestpreise werden eingesetzt, um die Einkommen der Produzenten bestimmter Produkte zu erhöhen, den Absatz bestimmter Produkte zu reduzieren oder einen angenommenen ruinösen Wettbewerb zu unterbinden.

Für Mindestpreise auf dem Arbeitsmarkt siehe: Mindestlohn.

Ökonomische Wirkung[Bearbeiten]

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In den Wirtschaftswissenschaften werden Mindestpreise mehrheitlich kritisch bewertet. Zwei Fälle werden unterschieden:

  1. Liegt der Marktpreis über dem Mindestpreis, so bleibt der Mindestpreis ohne ökonomische Wirkung.
  2. Liegt der Marktpreis unter dem Mindestpreis, so wird mehr angeboten als nachgefragt. Der Markt wird ineffizient. Es kommen keine markträumenden Preise zustande

Ein Mindestpreis führt zu (gegenüber dem Marktpreis) überhöhten Preisen für die Konsumenten. Damit trägt die Einführung von Mindestpreisen zur Inflation bei. Insbesondere wird bei Preiseingriffen (also auch bei Mindestpreisen) auf die ansonsten natürlich zustande gekommene Produzentenrente und Konsumentenrente Einfluss genommen. In jedem Fall wird bei Mindestpreisen die ökonomische Wohlfahrt des Marktes minimiert.

Der Angebotsüberhang führt zu verstärktem Export sowie gegebenenfalls zu Schwarzmärkten, auf denen die betreffenden Güter unterhalb des Mindestpreises verkauft werden.

Zur Vermeidung eines Angebotsüberhangs ist es möglich, dass der Staat weitere Maßnahmen vorschreibt bzw. realisiert. Diese könnten sein:

  • Staat tritt als Abnehmer auf
  • Auszahlung von Stilllegungsprämien, um Angebotsrückgang zu bewirken
  • Anregung der Nachfrage
  • Zwang der Nachfrager zur Abnahme

Weitere Bedeutungen[Bearbeiten]

Übernahmeangebote börsennotierter Aktiengesellschaften[Bearbeiten]

Bei freiwilligen Übernahmeangeboten und bei Pflichtangeboten ist der Käufer verpflichtet, ein Kaufangebot für die verbleibenden Aktien zu einem angemessenen Preis vorzulegen.

Der Mindestpreis, den der Käufer anbieten muss, regelt sich nach § 5 Abs. 3 WpÜG-Angebotsverordnung.

Versteigerungen[Bearbeiten]

Bei Zwangsversteigerungen ist ein Mindestpreis (das sogenannte "niedrigste Gebot") vorgeschrieben. Eine Unterschreitung dieses Mindestpreises führt dazu, dass das Gebot nicht gültig ist.

Auch bei Internetauktionen schreiben Anbieter meist Mindestpreise vor.

Weblinks[Bearbeiten]