Minetest

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Minetest
Minetest screenshot.png
Screenshot aus dem Spiel
Studio Perttu Ahola und Andere
Erstveröffent-
lichung
Februar 2011
Plattform Linux, FreeBSD, Mac OS, Android[1] und Windows
Lizenz GNU Lesser General Public License
Spiel-Engine Irrlicht
Genre Open-World-Spiel, Rollenspiel
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler (Überleben, Kreativ)
Steuerung Tastatur, Maus
Medium Download[2]
Sprache Englisch, durch GNU gettext auch weitere Sprachen wie Deutsch, Dänisch, Italienisch und Französisch
Aktuelle Version 0.4.10 (7. Juli 2014)[3]

Minetest (ursprünglich Minetest-c55) ist ein freies Open-World-Spiel für Windows, Linux, FreeBSD, Android und Mac OS. In der zufällig generierten Welt, die größtenteils aus Blöcken besteht, kann der Spieler verschiedene Rohstoffe gewinnen, die weitere Spielmöglichkeiten eröffnen. Das Spiel wurde 2010 unter der Leitung von Perttu Ahola (alias „celeron55“) entwickelt und seitdem mit Hilfe einer wachsenden Community weiterentwickelt.

Minetest ist inspiriert von Infiniminer, Minecraft und ähnlichen Sandbox-Computerspielen[4][5] und fokussiert sich auf das kreative Errichten von Bauwerken aus Blöcken mit verschiedenen Texturen in einer 3D-Welt, auch bekannt als Voxel-Welt.[4][5]

Dem Spieler stehen zwei Spielmodi zur Verfügung: Survival, in dem der Spieler alle Rohstoffe von Hand sammeln und sich vor Gefahren schützen muss, und Creative, in dem der Spieler unbegrenzt über Rohstoffe verfügen kann, sowie mit der Fähigkeit zu fliegen und sich zu teleportieren ausgestattet wird, um die Kreativität frei auszuleben. Beide Modi können sowohl im Einzel- oder im Mehrspielermodus gespielt werden.[6]

Technisch ist das Spiel besonders auf zwei Ziele fixiert. So soll es einfach modifizierbar sein (mittels Lua) sowie nativ auf älteren und neuen Maschinen zu laufen.[6][4] Deshalb ist Minetest in C++ implementiert und nutzt die 3D-Grafik-Engine Irrlicht.[6][4]

Gameplay[Bearbeiten]

Zu Spielbeginn startet der Spieler in einer zufällig generierten Welt. Die Welt besteht aus 3D-Würfeln mit verschiedenen Texturen, die verschiedene Materialien (z. B. Holz, Erde, Stein) repräsentieren. Sie sind in einem festen Koordinatensystem angeordnet und entsprechen 1 m3 in der realen Welt. Die Blöcke sind so angelegt, dass sie die echte Welt möglichst genau nachbilden: Es gibt Hügel, Seen, Höhlen und andere Landschaften. Es gibt außerdem verschiedene Biome wie Wüsten.[5] Der Spieler kann sich frei in der Landschaft bewegen.[4]

Der Spieler kann die Materialien, die er um sich herum findet, abbauen, sodass diese in seinem Inventar erscheinen. Diese neu erworbenen Materialien kann er nun wieder in der Welt platzieren.[6][4][5] Auf diese Weise kann der Spieler nahezu jedes Gebäude oder anderes Gebilde, das er sich vorstellen kann, errichten. Um neue Gegenstände oder Blöcke zu erlangen, muss der Spieler sie erstellen (im Spiel heißt dieser Vorgang „craften“) oder er erstellt Werkzeuge, um sie abzubauen (zum Beispiel braucht er eine Spitzhacke, um Stein oder Eisenerz abzubauen). Außerdem steht dem Spieler noch ein Ofen zur Verfügung (dieser muss auch erst erstellt werden), um Materialien zu schmelzen oder zu kochen.[6][4][7]

Es gibt viele Mineralien und Ressourcen in Minetest, von Holz über Erde zu selteneren Materialien wie „MESE“. „MESE“ war der seltenste Rohstoff in Minetest. Zurzeit sind Nyan Cats wesentlich seltener. „MESE“ kann in Höhlen sehr tief unter der Erde gefunden werden, um mit ihm sehr starke Werkzeuge zu erstellen. Er ist außerdem das Ausgangsmaterial der Schaltungs-Mod „Mesecons“, welcher vergleichbar mit „Redstone“ in Minecraft ist.

Freundliche und feindliche NPCs, auch bekannt als Mobs, können zum Spiel durch Dritt-Modifikationen (Mods) hinzugefügt werden. Einige Mods fügen freundliche Tiere hinzu, die während des Tages erscheinen und oftmals nützliche Materialien wie Milch oder Wolle liefern, oder Monster, die nur nachts oder in dunklen Arealen erscheinen. Solche Kreaturen können den Spieler schädigen, indem sie entweder Feuerbälle auf den Spieler schießen oder ihn angreifen.

Die Spielwelt wird prozedural um den Spieler herum generiert, während er sich durch die Welt bewegt und ist in ihrer Ausdehnung, sowohl zu den Seiten, als auch auf der Z-Achse nur durch technische Grenzen limitiert.[8] Dies wird ermöglicht, indem die Daten der Spielwelt in kleinere Sektionen, sogenannte „MapBlocks“, zerteilt werden, von denen nur diejenigen welche im Moment von einem Spieler gesehen werden können in den Speicher geladen oder generiert werden. Minetest besitzt zwei Spielmodi, Survival (Überlebens-Modus) und Creative (Kreativ-Modus).[6] Der Server-Administrator (oder der lokale Spieler im Singleplayer-Spiel) kann wählen, welchen Modus er nutzen möchte.

Survival-Modus[Bearbeiten]

Der Spieler hat große Freiheiten in Minetest, das Hauptziel im Survival-Modus ist es sich eine Unterkunft zu bauen und zu überleben. In diesem Modus gibt es eine Lebensanzeige, welche von Angriffen von Monstern oder anderen Spielern, zu tiefem Fallen, Verbrennen oder das Schwimmen in Lava verringert wird. Wenn sie komplett geleert ist, stirbt der Spieler und respawnt mit voller Lebensanzeige und leerem Inventar am Spawnpunkt. Sie kann durch Essen von Äpfeln oder anderer Nahrung wiederhergestellt werden.

Der Spieler kann verschiede Ressourcen erwerben, um daraus Waffen, Werkzeuge und Essen herzustellen. Indem er bessere und seltenere Ressourcen erwirbt, kann er bessere und effektivere Gegenstände erzeugen. Zum Beispiel kann der Spieler einen Baum mit seiner Hand fällen, was ziemlich lange dauert, oder er stellt sich eine Axt her, um dies in kürzerer Zeit zu bewerkstelligen. Dadurch nutzt sich das Werkzeug aber ab und wird letztendlich ganz zerstört. Mit einer Spitzhacke kann der Spieler jedoch Mineralien wie Eisen abbauen und damit, nachdem er sie in einem Ofen eingeschmolzen hat, neue, schneller abbauende und länger haltende Werkzeuge und Waffen erstellen. In dem Standardspiel ist das beste Werkzeug die Diamantspitzhacke. Es kann jedes Material innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde abbauen und hält sehr lange.

Das Spiel hat ein Inventarsystem, sodass es eine maximale Anzahl an Gegenständen, die der Spieler tragen kann, gibt. Das Inventar hat Platz für 32 Stapel von einem bis zu beliebig vielen Gegenständen (meistens ist es auf 99 begrenzt).

In den Standardeinstellungen sind Spieler gegen Spieler (PvP)-kämpfe erlaubt. Diese Einstellung kann von Server-Administratoren geändert werden.

Creative-Modus[Bearbeiten]

Der Inventarbildschirm im Creative-Modus

Im Creative-Modus ist das hauptsächliche Ziel das Bauen. Deswegen verfügt der Spieler über unendlichen Zugriff zu Ressourcen im Creative-Modus-Inventar.[6] Die Items aus dem Creative-Menü können einfach in das normale Inventar gezogenen werden. Im Creative-Modus können alle Monster wie im Survival-Modus spawnen.

Wenn ein Spieler oder ein Administrator eine Modifikation hinzufügt, werden die neu hinzugekommenen Gegenstände und Blöcke automatisch, wenn nicht anders von der Mod festgelegt, in das Creative-Inventar aufgenommen. Theoretisch können Spieler so Tausende verschiedene Blöcke beziehungsweise Items benutzen.

Einzel- und Mehrspielermodus[Bearbeiten]

Minetest kann sowohl im lokalen Einzelspieler- als auch im Mehrspielermodus in einem Netzwerk gespielt werden.[6][4][5]

Im Einzelspielermodus wird ein lokaler Server erstellt, zu dem nur der Einzelspieler-Client eine Verbindung aufbauen kann. Der Spieler hat so alle Möglichkeiten, die ein Server Administrator auch hat, wie zum Beispiel sich selbst das Fliegen zu erlauben oder sich Gegenstände zu geben, ohne diese abgebaut zu haben.

Im Mehrspielermodus verbindet sich der Spieler mit einem Server, der Minetest ausführt und es anderen erlaubt, sich in das Spiel einzuloggen. So können sich mehrere Spieler mit einem Server verbinden und in Echtzeit miteinander bauen, chatten und Materialien austauschen. Es ist außerdem möglich, dass die Spieler in Gruppen gegen Feinde oder gegen andere Spielergruppen kämpfen können (PvP), wenn der Server-Administrator dies erlaubt. Was Spieler auf einem Mehrspieler-Server machen können, hängt von dem Administrator ab, was er erlaubt und nicht erlaubt und was für Mods er installiert hat. Sämtliche Mods laufen ausschließlich auf dem Server, so dass die Mods, die der Client installiert hat, ignoriert werden.[4]

Jede Kopie von Minetest hat sowohl einen grafischen Client als auch einen auf einer Kommandozeile laufenden Server. Der grafische Client kann auch als dedizierter Server fungieren, der solange läuft, bis der Administrator das Spiel beendet.[9]

Minetest anpassen[Bearbeiten]

Modding[Bearbeiten]

Beispielmod: "pipeworks"

Minetest kann durch Modding in der simplen Scriptsprache Lua erweitert werden.[10] Die Modding-API ist sehr umfangreich und weil in Minetest die Engine und der Spielinhalt streng getrennt sind, kann das Spiel erweitert werden, ohne die Engine insbesondere die Netzwerksynchronität zu beeinflussen.[4][11] Das macht es möglich, ein vollkommen neues Spiel auf Basis von Minetest zu entwickeln, welches mit dem eigentlichen Minecraft-ähnlichen Spielinhalt nichts mehr zu tun hat.

Wenn Mods auf einem Server installiert sind, überträgt dieser automatisch die Daten an den Client, welche dieser zum Anzeigen benötigt. Die Scripts der Mods werden auf dem Server ausgeführt.[4] Dadurch ist es möglich auf einem Server mit beliebigen Mods zu spielen ohne manuell den eigenen Client zu verändern.

Eine Sammlung meist WTFPL-lizenzierter Mods kann im offiziellen Forum gefunden werden.[10]

Texture Packs[Bearbeiten]

In Minetest ist es möglich die vom Spiel, vom Server oder von Mods vorgegebenen Texturen durch von selbst- oder von Dritten erstellten Bildersammlungen – auch als „Texture Packs“ bekannt – zu ersetzen.

In der offiziellen Version ist ein simples Set aus 16×16 Pixel großen Texturen enthalten, im offiziellen Forum[12] ist jedoch von einfach nur höher aufgelösten Texturepacks bis zu solchen die dem Spiel zu einem ganz neues – beispielsweise comicartigen oder futuristischen – Aussehen verhelfen einiges erhältlich.

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

Version 0.3

Der 0.3 Zweig hatte 2 stabile Veröffentlichungen: 0.3.0 am 1. November 2011 und 0.3.1 am 9. November 2011.

0.3.1 war die letzte stabile Veröffentlichung vor 0.4.0.[6] Es gab noch keine API für Mods und der Inhalt des Spiels war noch nicht getrennt, sodass zusätzliche Modifikation nicht möglich waren, ohne den Engine-Code zu ändern. So waren die Spieler auf den Standardinhalt beschränkt.

Versionen 0.4-dev bis 0.4.3

0.4 ist die aktuelle stabile Iteration. In dieser Version wurden Spielengine und Inhalt voneinander getrennt.[4] Dies machte es einfach Mods zu schreiben, welche das Standardspiel erweitern.

Dank der Modding-API konnte die Minetest-Community viele Mods erstellen, die mehr Elemente zu dem Spiel und dem Gameplay hinzufügen, wie Betten, Tiere oder neue Mineralien.

Mit Version 0.4 kamen viele neue Elemente zu dem Spiel hinzu, wie fallende Blöcke (Sand, Kies) Treppen und Wolle.[5]

Version 0.4.4

Ab dem 18. Oktober 2012 fand ein starker Aktivitätsschub bei der Minetest-Entwicklung durch verstärkte Community-Beteiligung statt. In den folgenden Monaten wurden viele alte Fehler behoben und neue Features entwickelt. Namhaft sind dabei die Unterstützung für 3-dimensionale Objekte für Lebewesen,[13] einige Verbesserungen des Netzwerkprotokolls und die Einführung von Shadern,[14] sanfte Tag-Nacht-Übergänge[15] auf Engineseite so wie viele Vereinheitlichungen und Verbesserungen des Spielinhalts.

Version 0.4.5

Am 5. März 2013 wurde Version 0.4.5 veröffentlicht. Diese Version ist die erste, die komplett von der Community erstellt und veröffentlicht wurde.[16] Neben der Fehlerbehebung wurden neue Features hinzugefügt, sowie kleine Änderungen vorgenommen. Beispielhaft zu nennen ist die Verbesserung des MapGenerators sowie das automatische Auflisten öffentlicher Server für das Multiplaying.[17]

Version 0.4.6

Es wurden einige Änderungen im Gameplay vorgenommen. So gibt es nun wieder Dungeons und Dschungel, die mit Version 0.4.4 entfernt wurden. Des Weiteren reagieren nun Lava und Wasser und bilden je nach Bedingung Stein oder Obsidian. Auch neu eingeführt wurden Diamanten, Gold, Bronze, Kupfer und Steinziegel. Dazu kommen noch viele kleine Änderungen und Fehlerbehebungen.[18]

Version 0.4.7

Die wohl größten Neuerung im Gameplay sind Blumen, die zufällig in der Welt vorkommen, sowie die Möglichkeit Landwirtschaft zu betreiben. Neben den zahlreichen kleinen Änderungen und Fehlerbehebungen wurden einige neue Funktionen fürs Modding hinzugefügt, sowie kleine optische Änderungen vorgenommen.[19]

Version 0.4.8

Neben kleineren Änderungen, wie neue Sounds und der Verbesserung der Interact-Privilegien, wurde das Ertrinken bei zu langem Aufenthalt unter Wasser und der Wettersupport hinzugefügt. Neben den kleinen Änderungen und Fehlerbehebungen sind wieder neue Funktionen für das Modding hinzugekommen.[20]

Version 0.4.9

Es existiert auch eine Version 0.4.9.[21]

Version 0.4.10

In Version 0.4.10 sind viele Änderungen vorgenommen worden. So gibt es Beispielsweise nun eine Third-Person-Perspektive, einige neue Blöcke und Items sowie viele Bugfixes. Auch sind Dschungel (implementiert in 0.4.6) standardmäßig aktiviert. [22]

Abspaltungen[Bearbeiten]

Voxelands[Bearbeiten]

Voxelands wurde von Minetest-C55 0.3.x abgespalten, da sich mehrere Entwickler über die Ausrichtung von Minetest 0.4 uneinig waren. Nach der Meinung der Voxelands-Entwickler, konzentriert sich die Weiterentwicklung von Minetest zu sehr auf Modding und die Engine. Voxelands hingegen möchte mehr den Spielspaß in der Vordergrund stellen.[23]

Freeminer[Bearbeiten]

Freeminer ist eine weitere Abspaltung von Minetest.[24] Auch hier war der Grund eine verschiedene Meinung der Entwickler. 2013 wurde die erste Version veröffentlicht.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Installationsanleitung für Android im Minetestwiki. Abgerufen am 6. Juni 2014.
  2. Minetest-Download. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  3. Minetest 0.4.9. Abgerufen am 8. Februar 2014.
  4. a b c d e f g h i j k l Main website. Abgerufen am 21. September 2012.
  5. a b c d e f Free open-source Minecraft-inspired game. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  6. a b c d e f g h i Minetest, Free and Open Source Sandbox Game Inspired by Minecraft. Linux Game News, abgerufen am 21. September 2012.
  7. The game Minetest. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  8. The „Cloniest“ Minecraft Clone You Will Ever See: ‘Minetest-c55′. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  9. Minetest-c55: A Minecraft Clone That’s Pretty Good. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  10. a b Minetest Modding Forum section. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  11. Minetest-c55 modding API. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  12. Minetest-c55 Texture Packs forum section. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  13. https://github.com/minetest/minetest/commit/ac97a7f70eefd4b8065e006c634a0a5baf236b62
  14. https://github.com/minetest/minetest/commit/27373919f4369c0c511f9f0ac66854b7f76e101d
  15. https://github.com/minetest/minetest/commit/804a7875a2018f3d8cb3fbe917c11ecc1666d25a
  16. Minetest 0.4.5 released. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  17. Changelog. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  18. Changelog zu 0.4.6. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  19. Changelog zu 0.4.7. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  20. Changelog zu 0.4.8. Abgerufen am 29. Dezember 2013.
  21. Changelog zu 0.4.9. Abgerufen am 8. Februar 2014.
  22. Changelog zu 0.4.10. Abgerufen am 7. Juli 2014.
  23. http://voxelands.com/
  24. Freeminer