Minfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Minfeld
Minfeld
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Minfeld hervorgehoben
49.0716666666678.1452777777778125Koordinaten: 49° 4′ N, 8° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Kandel
Höhe: 125 m ü. NHN
Fläche: 8,41 km²
Einwohner: 1528 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76872
Vorwahl: 07275
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 020
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 8
76870 Kandel
Webpräsenz: www.minfeld.de
Ortsbürgermeister: Manfred Foos
Lage der Ortsgemeinde Minfeld im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild
Ansicht von Westen
Ansicht von Südwesten
Wiesen zwischen krummen und graden Deich

Minfeld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz Sie gehört der Verbandsgemeinde Kandel an.

Geographie[Bearbeiten]

Minfeld liegt zwischen Karlsruhe und Landau in der Pfalz.

Zu Minfeld gehören auch die Wohnplätze Altmühle, Markhof, Schoßberghof, Lettenberghof, Rebenhof 1 und Rebenhof 2.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Um 700 war vermutlich die Entstehung des Dorfes. Im Jahr 982 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als Mundiveld, 1053 wurde der Ort Mundevelt genannt und 1267 Munernuelt.[3] 1053 wurde die Kirche fertiggestellt. 1345 erfolgte der Bau des Schlosses/Burg durch Heinrich von Lichtenberg. Hans Bübel aus Minfeld wurde 1525 als Führer im Bauernkrieg bekannt. 1556 bekannte sich Minfeld zur Reformation. 1579 war die erste Erwähnung einer Schule. 1639 brach die Pest in Minfeld aus.

1814 führten Zar Alexander von Russland, Kaiser Franz I. von Österreich und König Wilhelm III. von Preußen einen Siegeszug durch Minfeld. 1816 fiel Minfeld zu Bayern.

1908 erfolgte ein Anschluss an Wasserversorgung. 1938 war der Bau des Westwalls. 1982 fand die 1000-Jahr-Feier Minfelds statt.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Minfeld, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4][1]

Jahr Einwohner
1815 1.151
1835 1.253
1871 1.154
1905 1.114
1939 1.148
1950 1.105
Jahr Einwohner
1961 1.147
1970 1.457
1987 1.488
1997 1.601
2005 1.581
2012 1.528

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 43,9 Prozent der Einwohner evangelisch und 37,4 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Minfeld besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 5 2 9 16 Sitze
2009 4 3 2 7 16 Sitze
2004 6 4 1 5 16 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

  • 1949-1959: Ernst Zimmer (SPD)
  • 1959-1971: Friedrich Schreiber (CDU)
  • 1971-1972: Karl Weiß (CDU)
  • 1972-1984: Felix Liedtke (FDP)
  • 1984–2004: Clemens Nagel (SPD)
  • seit 2004: Manfred Foos (FWG)

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Grün ein rotgedecktes, an den Ecken mit goldenen Windfahnen bestecktes silbernes Haus mit zwei Reihen schwarzer Fenster und ohne Tür“.

Es wurde 1841 vom bayerischen König genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1495.[7]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Minfeld ist Limours in der französischen Region Île-de-France.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Protestantische Kirche[Bearbeiten]

Um 1053 erbauten Mönche aus Seltz die (seit dem 16. Jahrhundert) protestantische Kirche auf dem Kirchberg im Nordwesten des Dorfes. Um 1500 wurden im spätgotischen Stil Chorgewölbe und Chorfenster umgebaut und Seitenkapellen und die Sakristei angebaut. In der Kirche wurde 2006 durch einen Förderverein eine mittelalterliche Wandmalerei restauriert. Diese zeigt die St. Martins-Geschichte, die Erscheinung des Herrn, sowie die Verkündigung an Maria.

Besonders anschaulich lassen sich die an der Westwand des Chorbogens in drei Zonen geteilten Bildern darstellen. Die obere Zone zeigt die Anbetung der Könige, die Taufe Jesu und die drei Versuchungen Jesu in der Wüste. Die mittlere Zone stellt die Auferstehung Jesu, seine Himmelfahrt, die Begegnung des Auferstandenen mit Maria Magdalena, sowie die Ausgießung des Heiligen Geistes (Pfingsten) dar. Die untere Zone zeigt die klugen Jungfrauen und die Auferstehung am jüngsten Tage.[8]

Eine weitere Besonderheit ist die Winterhalter-Orgel und eine in der Pfalz einzigartige Piscina, in die das „geweihte“ Wasser geschüttet wurde.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Minfeld

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Minfeld liegt im Bereich des Karlsruher Verkehrsverbundes. Der nächste Bahnhof ist Winden (Pfalz), etwa vier Kilometer nordwestlich von Minfeld. Er ist ein Knotenpunkt des Regionalverkehrs; stündlich oder häufiger verkehren von dort aus Züge nach Neustadt, LandauKarlsruhe, Bad Bergzabern sowie Wissembourg. Die Buslinie 527 des Regionalbusverkehrs Südwest bietet wochentags außerdem eine Anbindung Minfelds an den Bahnhof Kandel an der Bahnstrecke Neustadt–Karlsruhe.

Durch das Gemeindegebiet von Minfeld verläuft die Bundesstraße 427.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Karl Friedrich Scholler (1810–1863), Theologe, Schriftsteller und Politiker, ab 1858 Prodekan in Minfeld, starb dort.
  • Clemens Nagel (* 1945), Politiker (SPD), von 1984 bis 2004 Ortsbürgermeister.
  • Daniel Moriz Lehr (* 1954), Bildhauer und Maler, schuf das Objekt Tim in Minfeld.
  • Janina Meißner (* 1995), Fußball-Bundesligaspielerin, in der Jugend beim SV 1946 Minfeld aktiv.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Minfeld – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 93 (PDF; 2,2 MB)
  3. Georg Heeger: Die germanische Besiedlung der Vorderpfalz an der Hand der Ortsnamen, Landau: Kaußler, 1900, S. 30 (Online bei dilibri.de)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  8. (KARAWATKI In: Minfeld 982–1982, Kandel)