Miniatur Wunderland

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Miniatur Wunderland GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 2000
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Frederik & Gerrit Braun, Stephan Hertz
Mitarbeiter 262
Branche Modellbahn
Website www.miniatur-wunderland.de
MiWuLa in der Speicherstadt

Das Miniatur Wunderland (MiWuLa) in Hamburg ist die größte Modelleisenbahnanlage der Welt.[1] Sie befindet sich in der historischen Speicherstadt und wird von der Miniatur Wunderland Hamburg GmbH betrieben. Auf der 1300 Quadratmeter (m²) großen Anlagenfläche liegen insgesamt 13 Kilometer Gleise im Maßstab 1:87 (Nenngröße H0), auf denen 930 digital gesteuerte Züge verkehren.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Sommer 2000 war Frederik Braun, einer der Gründer des Miniatur Wunderland, in Zürich im Urlaub. Dort kam ihm in einem Modelleisenbahngeschäft die Idee zur größten Modelleisenbahnanlage der Welt.[2] Zu Hause suchte Frederik E-Mail-Adressen aus dem Internet und startete eine Umfrage zur Beliebtheit echter und fiktiver Sehenswürdigkeiten von Hamburg. Das Miniatur Wunderland wurde, obwohl es noch nicht existierte, von den männlichen Befragten auf Platz 3 gewählt.

Nach eigenen Angaben der Brüder Gerrit und Frederik Braun entstand die ursprüngliche Idee für das MiWuLa inklusive Finanzierungsplan auf zwei DIN-A4-Blättern.[3] Geldgeber war die Hamburger Sparkasse, unterstützt durch Bürgschaften der Eigentümer und später zum Bau eines ersten Bistros der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg.[4][5]

Nach dem Baubeginn im Dezember 2000 gingen am 16.August 2001 die ersten drei Anlagenabschnitte (Knuffingen, Mitteldeutschland und Österreich) in Betrieb. Seither wurden ständig neue Anlagenteile ergänzt. Seit der Abschnitt Küste im November 2002 fertiggestellt wurde, ist das Wunderland die größte Modelleisenbahn in Europa. Die Erweiterungen im Dezember 2003 (USA) und Juli 2005 (Skandinavien) brachten die Hamburger schließlich an ihr Ziel, die größte Modelleisenbahnanlage der Welt zu bauen. Inzwischen haben gut zehn Millionen Menschen die Anlage besucht.[6] Im Jahr 2010 wurde ein neuer Besucherrekord mit rund 1.070.000 Besuchern aufgestellt.[7] 2011 konnte dieser mit 1.200.000 Besucher abermals gesteigert werden. Bisher haben die Gründer rund 12 Millionen Euro investiert; zugleich wurde die Anlage ohne öffentliche Gelder finanziert.[8]

Am 26. März 2010 bekamen die Unternehmensgründer Frederik und Gerrit Braun sowie Stephan Hertz für ihr soziales Engagement das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.[9] Im Jahr 2012 wurde das Miniatur Wunderland für den Michelleti Award, als bestes Technik- und Industriemuseum Europas, nominiert.

Am 5. Dezember 2012 konnte im Miniatur Wunderland der zehnmillionste Besucher begrüßt werden.[10]

Modellbahnanlage[Bearbeiten]

Leitstelle der Anlage mit über 30 Computern und über 70 Bildschirmen
Der neue Leitstand mit 40 Computern
Blick auf den Bauabschnitt Hamburg
Die Feuerwehr Knuffingen im Einsatz
Echtwasser mit fahrenden Schiffen in Skandinavien
Die Eisenbahnbrücke
AOL Arena (heute Imtech Arena)
Hinter den Kulissen: Durchgang unter den Alpen

Die Besucher gehen in einem langen Flur zwischen verschiedenen Räumen hin und her. Die Züge fahren an den Raumwänden und auf halbinselartigen Ausbuchtungen. Die Anlage besteht (Stand Mai 2011) aus acht fertiggestellten Abschnitten von jeweils 100 bis 300 m² Modellfläche:

  • Die ersten drei Abschnitte wurden parallel erstellt. Sie zeigen Mittel- und Süddeutschland mit dem Harz, außerdem verfügt es über eine lange ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse.
  • Die fiktive Stadt Knuffingen erhielt als Besonderheit ein Straßensystem mit fahrenden Autos.
  • Im Abschnitt Österreich ging es um die Umsetzung des Themas Alpen, unter anderem durch einen vielstöckigen Wendel, von dem aus Züge aus den übrigen Abschnitten die Flurseite über den Köpfen der Besucher wechseln.
  • Die nächste Ausbaustufe umfasst den Abschnitt mit dem Thema Hamburg, deutsche Küste.
  • Der USA-Abschnitt enthält unter anderem Las Vegas, Miami, etwas Wilden Westen, wieder ein System mit fahrenden Autos und einen Weltraumbahnhof.
  • Der Abschnitt Skandinavien setzt den Schwerpunkt mit einer echten Wasserfläche: In der 30.000 Liter großen „Nord-Ostsee“-Meereswanne sollen in Zukunft computergesteuerte Schiffe verkehren. Zurzeit wird noch manuell gesteuert. Auch Ebbe und Flut werden hier simuliert. Das „Meer“ wird von einer Storebeltbrücke überquert. Ein Bergwerksbetrieb erinnert an Kiruna.
  • Die über zwei Etagen reichenden Schweizer Alpen wurden im November 2007 fertiggestellt. Durch einen Deckendurchbruch auf einer Gesamtfläche von 100 m² erreichen die Berge fast sechs Meter Höhe. Die Besucher erreichen diese neue Ebene über Treppen, während die Züge in verdeckten Kehren und in einem Loklift die Höhenunterschiede überwinden. An die Landschaften der Kantone Tessin und Graubünden soll erinnert werden.
  • Der Abschnitt „Knuffingen Airport“ wurde im Mai 2011 nach rund sechs Jahren Bau und Entwicklungszeit und 3,5 Millionen Euro Investitionen eröffnet. Zu sehen ist ein 150 m² großer Flughafen mit einer weltweit einzigartigen Flughafensteuerung.
  • Ein kleiner Abschnitt ist die Hafencity mit der Elbphilharmonie. Im Mai 2012 wurde mit der Planung angefangen und im August desselben Jahres mit dem Bau. Insgesamt 9m² standen zur Verfügung, auf dieser Fläche wurden 10 ausgewählte Häuser aufgebaut. Die Eröffnung war am 13. November 2013 und wurde per Livestream übertragen.[11]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Zu den Besonderheiten gehört ein simulierter Tagesablauf, bei dem sich alle 15 Minuten Dämmerung, Nacht und Tag wiederholen. Dazu gehört eine automatische Lichtsteuerung, die die über 300.000 Lampen zur Tageszeit passend schaltet.

Die 120 Quadratmeter große Fantasiestadt Knuffingen mit rund 6.000 Einwohnern ist mit über 100 beweglichen Modellautos ausgestattet, darunter auch zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge, mit denen in Knuffingen im Schnitt alle zehn Minuten ein Feuerwehreinsatz simuliert wird. Die Verkehrssimulation wird durch ein modifiziertes Car-System ermöglicht, das auch in den Abschnitten USA, Skandinavien und Knuffingen Airport eingesetzt wird. Die Bewegung der Flugzeuge am Boden ist mit Hilfe einer an das Car-System angelehnten Technik realisiert.

Die Anlage gilt als detailreich, als Beispiele gelten eine sich verändernde Spielstandsanzeige in der Imtech Arena und eine magnetisch gesteuerte Kuh in einem Kuhfladen-Bingo-Spiel, ein verunglückter Käserad-Laster sowie ein Miniatur-Blinkenlights im Hamburg-Teil. Durch rund 200 Schalter können die Besucher Vorgänge auf der Anlage steuern: Zum Beispiel startet ein Bergwerkszug, Windräder drehen sich, in der Imtech Arena fällt das nächste Tor, ein Space Shuttle startet oder ein Hubschrauber hebt ab.

Während besonderer Führungen ist auch ein Blick hinter die Kulissen möglich. Dabei zeigt sich, dass die Detailverliebtheit auch an vom normalen Publikumsbereich nicht einsehbaren Stellen nicht aufhört.

Knuffingen Airport[Bearbeiten]

Nach sechsjähriger Planungs- und Bauzeit ist am 4. Mai 2011 als besonderer Anlagen-Abschnitt der Modellflughafen „Knuffingen Airport“ für die Besucher offiziell in Betrieb genommen worden. Seine Gebäude ähneln dem Hamburger Flughafen. Wie im fiktiven Hauptort Knuffingen gibt es auch hier eine Simulation einer Berufsfeuerwehr mit vier Flugfeldlöschfahrzeugen. Auf der 14 Meter langen Startbahn können Flugzeugmodelle auf einem unsichtbaren Schlitten maßstäblich realistisch beschleunigt werden und mittels zweier Führungsstangen auch scheinbar vom Boden abheben und in einer (Wolken-)Wand verschwinden. Durch die Führungsstangen ist je nach Startphase eine horizontale Neigung der Flugzeuge der Wirklichkeit angenähert möglich. Im Unterschied zur Wirklichkeit und als Zugeständnis an die Einbindung in eine Anlage mit sehr verschiedenen Landschaften und Bahngesellschaften halten auf dem Airport-Bahnhof (Linie S 1) nicht nur S-Bahnen, sondern auch Fernverkehrszüge.

Nach Angaben der Betreiber stecken in den 150 Quadratmetern neben 150.000 Arbeitsstunden auch rund 3,5 Millionen Euro an Kosten. Die Fläche ist nicht nur mit vielen rollenden Flugzeugmodellen, sondern auch mit hunderten Autos, Fluggastbrücken, Parkhaus, Flughafenhotel und Einzelfiguren ausgestattet.

Präsenz in den Medien[Bearbeiten]

Der 106-minütige Spiegel-TV-Dokumentarfilm Miniatur Wunderland – Hinter den Kulissen der größten digitalen Modelleisenbahn der Welt aus dem Jahr 2004 gibt Einblicke in die Planungen, den Aufbau und den Alltag des Miniatur Wunderlandes.[12]

Schon mehrfach wurden die Hamburger nach Fertigstellung der verschiedenen Ausbaustufen von einem Reporterteam der Eisenbahn-Romantik vom SWR besucht. Auch ihnen wurde ein Blick hinter die Kulissen gewährt. Zahlreiche Fernsehsender, Zeitschriften und Zeitungen berichteten bereits häufig über das Miniatur Wunderland.

Im Mai 2009 drehte der Rapper Samy Deluxe den Videoclip zu seinem gesellschaftskritischen Lied Stumm im Miniatur Wunderland. Innerhalb von nur einer Nacht wurden ungefähr 100 Sequenzen aufgenommen, in denen eine Miniaturfigur durch die Anlage „läuft“ (Stop-Motion).[13]

Am 5. Dezember 2009 fand die Außenwette der Fernsehsendung Wetten, dass..? im Miniatur Wunderland statt.[14]

Die Handlung mehrerer Folgen der Hamburger Krimiserie Großstadtrevier spielte im Miniatur Wunderland.[15][16]

Im Mai 2014 wurde in kooperation mit Das Bo ein Musikvideo zu dem Lied Fanfest zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gedreht. [17]

Maßstabstreue[Bearbeiten]

Einige der Wirklichkeit ganz oder teilweise nachempfundene Bauwerke entsprechen nicht dem der Anlage zugrunde liegenden Generalmaßstab von 1:87, sondern sind teils deutlich verkleinert dargestellt. So misst die Start- und Landebahn des Verkehrsflughafens in der Länge etwa 14 Meter statt der maßstäblich angezeigten 30 bis 45 Meter sowie in der Breite deutlich weniger als die verhältnismäßigen 50 bis 70 cm. Die Nachbildungen des Heinrich-Hertz-Turms und der Michaeliskirche sind jeweils deutlich niedriger als die geforderten Höhen von 3,20 m beziehungsweise 1,50 m. Der Fußballplatz in der Arena ist mit einer dem Maßstab 1:150 entsprechenden Länge von 70 cm ebenfalls kürzer als die der Spurweite entsprechenden 1,20 m und auch entsprechend schmaler. Die Anstiegswinkel der Deiche sind gegenüber der Wirklichkeit deutlich überspitzt, um eine geringere Breite zu erfordern. Das Schloss Neuschwanstein ist im Maßstab 1:120 gebaut. In dem neuen "Abschnitt Hafencity und Elbphilharmonie" wurde auch ebenfalls ein anderer Maßstab verwendet. Die Gebäude sind alle auf einem Grundriss von 1:120, deshalb mussten sie gestaucht und einige Stockwerke sogar ganz weggelassen werden, damit die Figuren (welche auch dort im Maßstab 1:87 sind) in die Gebäude passen. Die Elbphilharmonie selbst wird im Maßstab 1:130 nochmals etwas kleiner: Wenn man sich Gebäude von unten nach oben anschaut, wirken sie viel größer, als wenn man, wie hier im Modell, von oben auf die Gebäude herabschaut.

Abschnitte in der Übersicht[Bearbeiten]

Abschnitt Name Fertigstellung Größe
1 Harz August 2001 ca. 120 m²
2 Knuffingen August 2001 ca. 120 m²
3 Österreich August 2001 ca. 60 m²
4 Hamburg November 2002 ca. 200 m²
5 Amerika Dezember 2003 ca. 100 m²
6 Skandinavien Juli 2005 ca. 300 m²
7 Schweiz November 2007 ca. 250 m²
8 Knuffingen Airport Mai 2011 ca. 150 m²
9 Italien Sommer 2015 (geplant) ca. 170 m²
10 Frankreich Mitte 2017 (geplant) ca. 130 m²
11 England Mitte 2019 (geplant)

Kleine Zusatzabschnitte[Bearbeiten]

Abschnitt Name Fertigstellung Größe
1 Hafencity und Elbphilharmonie November 2013 ca. 9m²

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Miniatur Wunderland. Hinter den Kulissen der größten digitalen Modellbahn der Welt. GeraNova 2004. ISBN 3-89724-590-6
  • eine bis jetzt achtteilige Sonderheft-Serie Miniatur Wunderland. EK-Verlag
    • Miniatur Wunderland – Idee, Planung, Bau. Ein Traum wurde wahr. Eine Reise durchs Wunderland. Die Attraktion in Hamburgs Speicherstadt. (2002)
    • Miniatur Wunderland 2 – Der neue Bauabschnitt. Car-System und Feuerwehr. Vom Hafen bis zur Nordseeküste. Großstadt mit Hamburger Motiven. Die zweite Reise durchs Wunderland. (2003)
    • Miniatur Wunderland 3 – Im Lichtermeer der Großstadt. Die dritte Reise ins Wunderland. (2004)
    • Miniatur Wunderland 4 – Skandinavien. Die vierte Reise ins Wunderland. (2005)
    • Miniatur Wunderland 5 – Blick hinter die Kulissen (2006)
    • Miniatur Wunderland 6 – Die Schweizer Alpen im Miniatur Wunderland (2008)
    • Miniatur Wunderland 7 – Flughafen- und Flugzeugtechnik, Knuffingen Airport... (2011)
    • Miniatur Wunderland 8 - Technik, Bau und Betrieb (2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Miniatur-Wunderland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Worlds Largest Miniature Railway // On The Road (Ep 20). In: YouTube-Kanal Guinness World Records: OMG!, 17. März 2013, abgerufen am 16. April 2013. (englisch)
  2. Geschichte von MiWuLA
  3. WELT: Artikel zur Gründung des MiWuLa
  4. http://www.bg-hamburg.de/cms_de-sta_art-710-20-22/Miniatur-Wunderland.html Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg
  5. Aussage von F. Braun im MiWuLa-Forum, 25. März 2003
  6. Nachricht auf NZZOnline
  7. http://www.miniatur-wunderland.de/anlage/wochenberichte/jahr-10/artikel/jahresrueckblick-2009/ Jahresrückblick auf 2009
  8. Johannes Ritter: Verspätungen am Knuffingen Airport: Die Zwillingsbrüder Frederick und Gerrit Braun haben in Hamburg die größte Modelleisenbahn der Welt gebaut, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Januar 2012, Seite 16: "Subventionen von der Stadt Hamburg haben Sie dafür nicht bekommen. "Wir haben auch keine beantragt", betont Frederick Braun nicht ohne Stolz."
  9. http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/2187214/2010-03-26-bksm-miniaturwunderland.html
  10. ndr.de: Zehnmillionster Besucher im Miniatur Wunderland Artikel vom 5. Dezember 2012
  11. http://www.miniatur-wunderland.de/news/aktionen/meldung/artikel/livestream-zur-elbphilharmonie-eroeffnung-am-13112013/
  12. ISBN 3-937901-00-0
  13. Hip-Hop trifft Modellbahn - Samy Deluxe: Stumm
  14. welt.de – Modellbahn-Spektakel bei „Wetten dass ..?“
  15. http://www.miniatur-wunderland.de/community/tv/miniatur-wunderland/tipp/artikel/verschollen-im-paradies-das-grossstadtrevier-im-miniatur-wunderland/
  16. http://www.miniatur-wunderland.de/community/tv/miniatur-wunderland/tipp/artikel/das-grossstadtrevier-im-wunderland/
  17. http://www.miniatur-wunderland.de/anlage/video/miwula-tv/film/artikel/wm-2014-die-fanfeste-im-wunderland-sind-eroeffnet/

53.5438888888899.9888888888889Koordinaten: 53° 32′ 38″ N, 9° 59′ 20″ O