Ministerium der Angst

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Filmdaten
Deutscher Titel Ministerium der Angst
Originaltitel Ministry of Fear
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1944
Länge 85 Minuten
Stab
Regie Fritz Lang
Drehbuch Seton I. Miller
Produktion Seton I. Miller für Paramount Pictures
Musik Victor Young
Kamera Henry Sharp
Schnitt Archie Marshek
Besetzung

Ministerium der Angst ist ein US-amerikanischer Spionagefilm von Fritz Lang aus dem Jahr 1944 nach dem gleichnamigen Roman von Graham Greene.

Handlung[Bearbeiten]

England 1944: Stephen Neale wird aus der Nervenheilanstalt entlassen, in der er einsaß, da er seiner Frau Sterbehilfe leistete. Auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung der „Mothers of the Free Nations“, in die er sich verirrt, wird er für einen Nazi-Spion gehalten und bekommt einen Kuchen als „Gewinn“ zugeschanzt. Bevor er sich versieht, wird ihm im Zug der Kuchen von einem vorgeblich blinden Mann gestohlen. Während eines Bombardements durch deutsche Bomber wird der Blinde getötet, der sich in einer Ruine mit dem Kuchen vor Neale verstecken wollte.

Neale fährt zurück nach London, und engagiert zur Aufklärung der Vorkommnisse den Privatdetektiv Mr. Rennit. Bei weiteren Nachforschungen trifft er bei den „Mothers of the Free Nations“ die Geschwister Carla und Willi Hilfe. Willi Hilfe führt Neale zu Mrs. Bellane, die gerade eine Séance abhält. Eine Stimme beschuldigt Neale, seine Frau ermordet zu haben. Ein Schuss fällt und einer der anderen Gäste, Mr. Cost/Travers ist tot. Neale wird beschuldigt, ihn getötet zu haben.

Neale flieht zu Carla, von der er sich Hilfe erwartet. Sie führt ihn zu einer Buchhandlung, wo er sich angeblich verstecken kann. Der Besitzer bittet Neale und Carla, einen Lederkoffer mit Büchern zu einem Dr. Forrester bringen, doch beim Öffnen des Koffers entpuppt sich der Inhalt als Sprengladung. Neale erwacht in der Krankenstation von Scotland Yard, in der ihm Inspektor Prentice mitteilt, dass er wegen Mordes an dem von ihm beauftragten Privatdetektiv Rennit gesucht wird. Neale erzählt von dem Kuchen. Die beiden finden in einer Hütte dessen Überreste und darin ein Stück Mikrofilm, der Aufnahmen von wichtigen Minenfeldern enthält. Nun ist klar, dass es um einen Spionagering geht.

Die Spur führt zu einem Herrenausstatter, der Schneider ist der angeblich tote Cost/Travers, der sich entlarvt sieht und Selbstmord begeht. Neale findet heraus, dass Cost/Travers zuvor an eine Adresse, an der sich Carla Hilfe aufhält, einen Anzug mit eingenähtem Mikrofilm liefern wollte. Bei Hilfe eingetroffen, wird Neale von dem sich nun als Spion zu erkennen gebenden Willi Hilfe attackiert, jedoch in letzter Sekunde von Carla gerettet, die ihren Bruder erschießt. Clara und Neale fliehen vor den ankommenden Nazi-Agenten auf das Dach und werden von diesen zunehmend bedrängt, bis der Nachgekommene Inspector Prentice die Spione erschießt.

Der Film endet mit einer Szene, in der Neale und Carla über ihre anstehende Hochzeit und Familienplanung sprechen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Laut Michael Töteberg nahm Fritz Lang das Angebot, in Ministry of Fear die Regie zu übernehmen, spontan an, da er Graham Greene als Autoren schätzte. Nach Lektüre des Drehbuchs versuchte er erfolglos sich der Regieverpflichtung zu entledigen. „Lang verzichtete darauf der phantastischen Spionage-Story Glaubwürdigkeit zu verleihen, und konzentrierte sich auf eine mit Paradoxien arbeitende Lichtregie … Die ablehnende Haltung zum Drehbuch ist dem Film anzumerken.“[1]

Kritik[Bearbeiten]

„Umsichtig inszenierter Antinazi- und Spionage-Thriller nach einem Graham-Greene-Roman, der, nachdem er zu Beginn in Hitchcock-Manier Verwirrung und Spannung geschaffen hat, stark abfällt und sich ein dickes Happy-End leistet. Das muntere, unterhaltsame Spiel entschädigt für die Pappmaché-Kulissen und mancherlei Klischees.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred George (als: m.g.): The Ministry of Fear. Paramaount. In: Aufbau, New York, Jg. 11, Nr. 7, 16. Februar 1945.
  • Peter Bogdanovich: Fritz Lang in America. Studio Vista, London 1967.
  • Frieda Grafe, Enno Patalas, Hans Helmut Prinzler: Fritz Lang. Reihe Film 7, Peter W. Jansen, Wolfram Schütte (Hrsg.), Hanser, München 1976.
  • Jan-Christopher Horak: Anti-Nazi-Filme der deutschsprachigen Emigration von Hollywood 1939–1945. Maks, Münster 1984.
  • Klaus Hoeppner (Red.): Fritz Lang. Filmblätter. Filmografie. Bibliografie. Filmheft, Nr. 6, Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek, Berlin 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Töteberg: Fritz Lang. Rowohlt, ISBN 3-499-50339-5, S. 104.
  2. Ministerium der Angst im Lexikon des Internationalen Films