Minussinsk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadt
Minussinsk
Минусинск
Vorlage:Infobox Ort in Russland/Wartung/Flagge
Wappen
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Region Krasnojarsk
Stadtkreis Minussinsk
Bürgermeister Oleg Sokolow
Gegründet 1739
Stadt seit 1822
Fläche 62 km²
Bevölkerung 71.170 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1148 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 250 m
Zeitzone UTC+8
Telefonvorwahl (+7) 39132
Postleitzahl 66260x
Kfz-Kennzeichen 24, 84, 88, 124
OKATO 04 423
Website minusinsk.info
Geographische Lage
Koordinaten 53° 42′ N, 91° 41′ O53.791.683333333333250Koordinaten: 53° 42′ 0″ N, 91° 41′ 0″ O
Minussinsk (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Minussinsk (Region Krasnojarsk)
Red pog.svg
Lage in der Region Krasnojarsk
Liste der Städte in Russland

Minussinsk (russisch Минусинск) ist eine russische Kreisstadt mit 71.170 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] in der Region Krasnojarsk am Zufluss des Jenissei in den Krasnojarsker Stausee in Sibirien.

Geographie[Bearbeiten]

Minussinsk liegt nahe dem Jenissei, etwa 260 km Luftlinie südlich von Krasnojarsk und 25 km östlich von Abakan, der Hauptstadt der Republik Chakassien.

Minussinsk ist heute Endstation einer Abzweigung der Transsibirischen Eisenbahn. Künftig soll die Linie durch das Sajangebirge in die unabhängige Republik Tuwa nach Kysyl verlängert werden. Ferner liegt die Stadt an der Fernstraße M 54.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Minussinsker Kurgankultur (Bronzezeit) dauerte von etwa 1000 v. Chr. bis 1 n. Chr.

Gegründet 1739 als Dorf Minjusa (Миньюса), im Jahre 1810 umbenannt in Minussinskoje (Минусинское), wurde der Ort 1822 unter seinem heutigen Namen zur Stadt. Es entwickelte sich als Zentrum für Landwirtschaft, Leder- und Pelzverarbeitung sowie für Textilherstellung. Vom 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Minussinsk ein Verbannungsort. In der Umgebung bei Schuschenskoje war auch Lenin von 1897 bis 1900 in der politischen Verbannung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 10.231
1926 20.400
1939 31.354
1959 38.318
1970 40.763
1979 56.237
1989 72.942
2002 72.561
2010 71.170

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Minussinsk besitzt ein Theater und verschiedene Kirchen.

Das Martjanow-Museum ist ein über 100 Jahre altes bedeutendes Museum. Es zeigt Exponate zur Natur und Geschichte der Region.

In der Umgebung von Minussinsk befinden sich ein großes Depot und eine Werkstatt für die alten Lokomotiven der Transsibirischen Eisenbahn.

Wirtschaft und Bildung[Bearbeiten]

Hauptindustriezweige der Stadt sind die elektrotechnische und die Nahrungsmittelindustrie, außerdem die Herstellung von Möbeln und Textilien. In Minussinsk werden die Bodenschätze von Tuwa auf den Jenissei bzw. Krasnojarsker Stausee verschifft oder per Eisenbahn weiter transportiert.

In Minussinsk gibt es eine Zweigstelle der Elektrotechnischen Hochschule Moskau.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Leben in Minussinsk ist Gegenstand des Romans Minus des 1971 in Kysyl geborenen Schriftstellers Roman Sentschin.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roman Senčin: Minus. Dumont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2003, ISBN 383217849X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten]