Mirepoix (Ariège)

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Mirepoix
Wappen von Mirepoix
Mirepoix (Frankreich)
Mirepoix
Region Midi-Pyrénées
Département Ariège
Arrondissement Pamiers
Kanton Mirepoix
Gemeindeverband Pays de Mirepoix.
Koordinaten 43° 5′ N, 1° 52′ O43.0888888888891.8736111111111302Koordinaten: 43° 5′ N, 1° 52′ O
Höhe 276–462 m
Fläche 47,28 km²
Einwohner 3.127 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 66 Einw./km²
Postleitzahl 09500
INSEE-Code
Website http://www.mirepoix.fr/

Mirepoix – Cathédrale Saint-Maurice und Château de Terride

Mirepoix ist eine südfranzösische Gemeinde mit 3127 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Ariège der Region Midi-Pyrénées. Sie gehört zum Arrondissement Pamiers.

Lage[Bearbeiten]

Mirepoix liegt in einer Höhe von etwa 300 Metern ü. d. M. auf dem Südufer des Flusses Hers-Vif zwischen den Städten Pamiers (ca. 20 Kilometer westlich) und Carcassonne (ca. 40 Kilometer nordöstlich) bzw. Limoux (ca. 33 Kilometer südöstlich). Etwa 30 Kilometer nördlich liegt die Stadt Castelnaudary; etwa 25 Kilometer südwestlich befindet sich das Städtchen Foix.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 3.078 3.255 3.273 3.139 2.993 3.061 3.077

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort stets zwischen 3.500 und 4.500 Einwohner. Die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft führte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem kontinuierlichen Absinken der Einwohnerzahlen bis auf knapp über 3.000 seit den 1940er Jahren.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mirepoix lebte in hohem Maße von der in den Weilern und Dörfern der näheren Umgebung betriebenen Landwirtschaft; die Kleinstadt selbst fungiert bis heute als regionales Handels-, Handwerks- und Dienstleistungszentrum. Heute spielt der Tourismus eine nicht unwesentliche Rolle für die Einnahmen des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert lebten in Mirepoix viele Katharer, da auch der Lehnsherr (seigneur) Katharer geworden war. Den Unterlagen der Inquisition zufolge soll im Jahr 1206 in Mirepoix ein großes Konzil der Katharer stattgefunden haben. Pierre-Roger de Mirepoix der Ältere, Gouverneur der benachbarten Katharerfestung Montségur, erwarb sich Verdienste bei ihrer Verteidigung, die 1204 auf Veranlassung von Raymond de Pereille, einem Mitglied der Familie Mirepoix wieder aufgebaut wurde. Im Jahr 1209 nahm Simon IV. de Montfort Mirepoix nach erfolgreicher Belagerung ein. Danach übergab er den Ort einem seiner Getreuen, Guy de Lévis. Im Jahr 1223 belagerte Raymond Roger von Foix erfolgreich Mirepoix und Pierre-Roger de Mirepoix wurde noch einmal Lehnsherr und der Katharer-Glaube kehrte nochmals für einige Jahre in die Stadt zurück. Im Vertrag von Paris (1229) wurde Mirepoix an Guy de Lévis zurückgegeben. Dessen Erbe, Jean de Lévis, ließ den Ort nach einer durch den Bruch des Staudamms von Puivert im Jahr 1289 verursachten Überschwemmungskatastrophe südlich des Hers wieder aufbauen und erhob ihn zur Bastide.

Im Jahr 1317 wurde die ehemalige Katharerstadt Mirepoix durch Papst Johannes XXII. zum Sitz eines katholischen Bistums gemacht, welches bis zum Konkordat von 1801 existierte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus (mairie) von Mirepoix
Kathedrale Saint Maurice
Kirchenschiff
  • Die malerische Altstadt ist von einer Stadtmauer umgeben und liegt am Fuße des Château de Terride. Schmale Gassen führen in ihr Zentrum, in dem meist zweigeschossige, mittelalterliche Fachwerkhäuser auf hölzernen Arkaden (couverts) um einen ausgedehnten Platz (Place Général Leclerc) mit Brunnen stehen, auf dem montags und donnerstags Markt gehalten wird. Mehrere Häuser stehen als Monuments historiques unter Denkmalschutz.
  • Schönstes Haus am Platze ist das aus dem 15. Jahrhundert stammende und seit dem Jahr 1915 als Monument historique[1] anerkannte Haus der Konsuln (Maison des Consuls). Viele Enden der Fachwerkbalken über der Arkadenzone sind reich skulptiert mit gekrönten Häuptern, schönen Frauen, phantastischen Bestien etc.
  • Das heutige Rathaus (mairie) befindet sich ebenfalls in einem seit 1929 unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhaus.[2]
  • Zu der in Teilen erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer von Mirepoix gehört die im Jahr 1372 erbaute Porte d’Aval, die seit 1930 als Monument historique anerkannt ist.[3]
  • Die ehemalige spätgotische Kathedrale St-Maurice von Mirepoix wurde ab dem Jahr 1343 erbaut; der Turm wurde jedoch erst 1506 fertiggestellt. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts im Verlauf einer grundlegenden Restaurierung bzw. Überarbeitung durch Viollet-le-Duc bei der das eindrucksvolle Kreuzrippengewölbe des einschiffigen Langhauses erneuert wurde; das Kirchenschiff ist mit 21,40 m ist das breiteste aller jemals in Frankreich erbauten. Die meisten der originalen Schlusssteine des Gewölbes, die – wegen ihrer außergewöhnlichen Qualität – teilweise dem Meister von Rieux zugeschrieben werden, befinden sich heute im Musée des Augustins in Toulouse. Die Kapelle des Bischofs Philippe de Lévis verfügt über ein im Fußboden eingelassenes Labyrinth. Der Kirchenbau wurde bereits im Jahr 1907 als Monument historique anerkannt.[4]
  • Der ehemalige Bischofspalast (Palais épiscopale) ist ein schmuckloses, aber komplett aus Stein errichtetes Gebäude aus dem frühen 16. Jahrhundert; die größeren der vielen Rechteckfenster haben steinerne Fensterkreuze. Der Bau beherbergt heute das Musée Patrimoine et Traditions.
  • Das im Jahr 960 erstmals erwähnte, aber immer wieder umgebaute Château de Terride steht etwas außerhalb des Ortes an der Flanke eines Hügels. Es befindet sich in Privatbesitz und ist seit 1875 als Monument historique anerkannt.[5]

Ereignisse[Bearbeiten]

Jährlich feiert Mirepoix im Juli sein Mittelalterfestival (Les Médiévales) mit Tanz- und Theaterdarbietungen in alten Kostümen und im August das Marionettenfestival (Festival de la Marionette). Im Oktober findet das Apfelfest statt.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Partnerstadt[Bearbeiten]

Mirepoix unterhält eine Partnerschaft mit der spanischen Kommune Palafrugell.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mirepoix (Ariège) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maison des Consuls, Mirepoix in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Hôtel de Ville, Mirepoix in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Porte d’Aval, Mirepoix in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Ancienne Cathédrale Saint-Maurice, Mirepoix in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Château de Terride, Mirepoix in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)