Mirjam Pressler

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Mirjam Pressler bei einer Lesung im Berliner Anne Frank Zentrum, 2012.
Mirjam Pressler nach einer Lesung ihres Romans „Rosengift“ in der Duisburger Zentralbibliothek, 2004

Mirjam Pressler (* 18. Juni 1940 in Darmstadt) ist eine deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen, schreibt aber auch Bücher für Erwachsene und übersetzt andere Autoren aus dem Hebräischen, dem Englischen und dem Niederländischen ins Deutsche.

Leben[Bearbeiten]

Mirjam Pressler ist das uneheliche Kind einer jüdischen Mutter. Sie wuchs bei Pflegeeltern auf. In Darmstadt und Bensheim besuchte sie das Gymnasium, dann studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main sowie Sprachen in München und verbrachte ein Jahr in einem Kibbuz in Israel. Aus einer gescheiterten Ehe mit einem Israeli hat sie drei Töchter. 1970 kehrte Mirjam Pressler nach München zurück und arbeitet seitdem als freie Schriftstellerin. Derzeit lebt sie in Landshut. Mirjam Pressler ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Werk[Bearbeiten]

Ihre Bücher konfrontieren die Leser mit der Realität von Kindern und Jugendlichen in Gegenwart und Vergangenheit und stellen schwierige Lebenssituationen ins Zentrum. Sie enttäuschen jede Hoffnung auf einfache Lösungen. Am Ende scheint aber oft Zuversicht auf. Das Thema Holocaust zieht sich durch eine ganze Reihe ihrer Werke: In Malka Mai etwa steht der Überlebenskampf einer achtjährigen Jüdin im Zentrum.

„Ich finde es einfach spannend, wenn Menschen es hinkriegen, aus Scherben und Trümmern wieder etwas aufzubauen.[1]

Mirjam Pressler

Biographische, auch autobiographische Elemente fließen zwar oft in ihre Bücher ein, aber sie bilden nur die Basis für die Geschichten.

Als Übersetzerin übertrug Mirjam Pressler mehr als 300 Titel aus dem Hebräischen, dem Englischen und dem Niederländischen ins Deutsche, darunter Werke von John Steinbeck (Von Mäusen und Menschen), Peter van Gestel, Uri Orlev (Lauf, Junge, lauf), Amos Oz (Unter Freunden) oder Zeruya Shalev. Als ein Hauptwerk gilt die von ihr übertragene Kritische Werkausgabe der Tagebücher von Anne Frank.

Bibliographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1980: Bitterschokolade, Text: Mirjam Pressler, Beltz & Gelberg (Weinheim), ISBN 978-3407806307
  • 1981: Kratzer im Lack, Roman
  • 1981: Nun red doch endlich, Kinderroman
  • 1981: Stolperschritte, Text: Mirjam Pressler, Spectrum (Stuttgart), ISBN 978-3797613547, Roman
  • 1982: Novemberkatzen, Kinderroman
  • 1982: Zeit am Stiel, Roman
  • 1984: Katharina und so weiter, Erzählung
  • 1984: Nickel Vogelpfeifer, Erzählung
  • 1984: Riesenkuß und Riesenglück
  • 1986: Mit vierundsechzig stirbt man nicht, Kriminalroman
  • 1987: Goethe in der Kiste
  • 1987: Jessi, ich schenk dir meinen Wackelzahn
  • 1988: Bär Brumm Bär
  • 1990: Jessi – Lutzibutzi spinnt
  • 1990: Wer sich nicht traut, ist ein Feigling. Geschichten zum Mutmachen
  • 1992: Der schönste Hund der Welt
  • 1992: Ich sehne mich so. Die Lebensgeschichte der Anne Frank
  • 1992: Sieben und eine Hex. Hexengeschichten
  • 1994: Auch Vampire können sich irren und andere Geschichten zum Gruseln
  • 1994: Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen, Text: Mirjam Pressler, Beltz & Gelberg (Weinheim), ISBN 978-3407796486, Roman
  • 1995: Jessi, Eine Sekunde nicht aufgepasst
  • 1995: Jessi und die Tante Dorothea
  • 1997: Ben und Lena im Kindergarten
  • 1997: Ben und Lena und das Kätzchen
  • 1998: Ben und Lena gehen einkaufen
  • 1999: Ben und Lena gehen zum Arzt
  • 1999: Geschichten von Jessi
  • 1999: Shylocks Tochter. Venedig im Jahre 1568, Ghetto von Venedig 5327/8, Roman
  • 2000: Ben und Lena freuen sich auf Weihnachten
  • 2000: Neues von Jessi
  • 2001: Malka Mai, Roman
  • 2002: Für Isabel war es Liebe, Roman
  • 2003: Die Zeit der schlafenden Hunde, Roman
  • 2004: Rosengift, Roman
  • 2005: Wundertütentage, Roman für Kinder
  • 2007: Golem, stiller Bruder, Roman
  • 2009: Nathan und seine Kinder, Text: Mirjam Pressler, Beltz & Gelberg (Weinheim), ISBN 978-3407810496, Roman für Kinder
  • 2009: Grüße und Küsse an alle. Die Geschichte der Familie von Anne Frank (zusammen mit Gerti Elias), S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-10-022303-6
  • 2011: Ein Buch für Hanna, Text: Mirjam Pressler, Beltz & Gelberg (Weinheim), ISBN 978-3407810793, Roman
  • 2011: Guten Morgen, gute Nacht, Text: Mirjam Pressler, Illustration: Helga Bansch, Gedichte
  • 2013: Wer morgens lacht, Roman, Beltz & Gelberg (Weinheim), ISBN 978-3-407-81143-1

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1985: Novemberkatzen. Regie: Sigrun Koeppe.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Daum (Bearb.): Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz 2001: Mirjam Pressler. Eine Würdigung. Brandes und Apsel, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-933086-80-9
  • Anne Goebel: So etwas wie Zuversicht. Mehr als 60 Bücher hat Mirjam Pressler in den vergangenen 30 Jahren veröffentlicht. In ihren Geschichten konfrontiert sie den Leser meist mit der ungeschönten Wirklichkeit. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 217, 20./21. September 2014, ISSN 0174-4917, S. R20

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anne Goebel: So etwas wie Zuversicht. Mehr als 60 Bücher hat Mirjam Pressler in den vergangenen 30 Jahren veröffentlicht. In ihren Geschichten konfrontiert sie den Leser meist mit der ungeschönten Wirklichkeit. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 217, 20./21. September 2014, ISSN 0174-4917, S. R20