Mirny (Sacha)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadt
Mirny
Мирный (russisch)
Мирнэй (jakutisch)
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Ferner Osten
Republik Sacha (Jakutien)
Rajon Mirny
Bürgermeister Sergei Alexandrow
Gegründet 1955
Stadt seit 1959
Fläche 123 km²
Bevölkerung 37.188 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 302 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 340 m
Zeitzone UTC+9
Telefonvorwahl (+7) 41136
Postleitzahl 678170–678175
Kfz-Kennzeichen 14
OKATO 98 404
Website www.gorodmirny.ru
Geographische Lage
Koordinaten 62° 32′ N, 113° 59′ O62.533333333333113.98333333333340Koordinaten: 62° 32′ 0″ N, 113° 59′ 0″ O
Mirny (Sacha) (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Mirny (Sacha) (Republik Sacha)
Red pog.svg
Lage in der Republik Sacha‎
Liste der Städte in Russland

Mirny (russisch Мирный, jakutisch Мирнэй/Mirnej) ist eine Stadt in der Republik Sacha (Jakutien) (Russland) mit 37.188 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Grenze von Lenaplateau und Wiljuiplateau, etwa 820 km westlich der Republikshauptstadt Jakutsk, am Fluss Ireljach, einem linken Nebenfluss der in den Wiljui mündenden Otschtschugui-Botuobuija.

Die Stadt Mirny ist der Republik administrativ direkt unterstellt und zugleich Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons (Ulus).

Mirny ist über Straßen mit Lensk und Udatschny verbunden und besitzt einen Flughafen.

Mirny ist der Klimaklasse des ewigen Frostes (EF) zuzuordnen. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt -11,4°C bei einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 509mm.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 21. August 1954 wurde hier von der Geologin Larissa Popugajewa der erste Kimberlitschlot Sibiriens und der Sowjetunion entdeckt und Sarniza genannt, am 13. Juni 1955 durch Jekaterina Jelagina, Juri Chabardin und Wiktor Awdejew der noch größere und günstiger gelegene Schlot Mir. Im selben Jahr begann die detaillierte Erkundung des Schlotes, und in unmittelbarer Nähe erfolgte die Gründung einer Siedlung, welche nach dem Schlot Mirny genannt wurde (russisch Mir für Frieden; mirny für friedlich). Bereits 1959, mit Beginn der Diamantenförderung, erhielt der Ort Stadtrecht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1959 5.695
1970 23.826
1979 30.462
1989 38.793
2002 39.981
2010 37.188

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kultur, Bildung und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Mirny gibt es ein Diamanten-Forschungs- und Projektinstitut (Jakutniproalmas) sowie eine Filiale der Nord-östlichen föderalen Universität.

Die Stadt hat ein Museum zur Geschichte der Stadt und der Diamantenförderung.

Aufsehen erregte im Jahr 2005 die Errichtung einer Stalinbüste anlässlich des 60. Jahrestages des Sieges der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mirny ist Zentrum der Diamantenförderung Russlands durch ALROSA.

Im Jahr 2001 wurde die Diamantenförderung im mittlerweile über 500 Meter tiefen Schlot Mir über Tage eingestellt und wurde unter Tage weitergeführt. Seit 2004 ist die Mine endgültig stillgelegt.[3] Seit 1969 wird der Schlot Internazionalnaja(62.457111111111113.70975400) ausgebeutet, zunächst ebenfalls im Tagebau, seit 1981 unter Tage. Seit den 1990er Jahren erfolgt auch der Abbau der Schlote Jubileinaja und des zuerst entdeckten Sarniza, zwei weitere wurden erkundet und für den Abbau vorbereitet (Botuobinskaja und Njurbinskaja). Im ca. 450 km nördlich gelegenen Udatschny befindet sich mit der Udatschnaja ein weiterer großer Kimberlit-Tagebau.

Daneben gibt es Betriebe der Lebensmittel- und Bauwirtschaft.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Klimadiagramme.de
  3. Reuben Adams: The mystery of Russia’s dangling carats. In The Australian Mining Review, 28. März 2012 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mirny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien