Misbaha

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Zwei Masabih mit 33 Perlen
Tasbih1924.jpg
Tespih fcm.jpg

Als Misbaha (arabisch ‏مسبحة‎, DMG misbaḥa, auch Masbaha; Pl.مسابح‎ / masābiḥ) oder Subha (‏سبحة‎, DMG subḥa; Pl. ‏سبح‎ / subaḥ) wird eine im Islam gebräuchliche Gebetskette bezeichnet. In nicht-arabischen Sprachen bzw. Ländern wird sie auch Tasbih, Tesbih oder Tespih genannt, was jedoch nicht ganz korrekt ist, da diese Namen in der arabischen Sprache eigentlich den Vorgang der Lobpreisung bezeichnen.

Die Gebetskette unterstützt das Sprechen bzw. das Zählen von Gebetsformeln (Tasbih / ‏تسبيح‎ / tasbīḥ / ‚Lobpreisung‘; Pl. Tasabih / ‏تسابيح‎ / tasābīḥ). Ferner wird sie auch als Talisman (Glücksbringer) benutzt und/oder als islamisches Symbol aufgehängt oder auch als Halsschmuck getragen.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Anfangszeit des Islam sollen Gläubige an Stelle eines Tasbih die Namen Gottes mit Hilfe kleiner Steine oder mit den Fingern rezitiert haben. Weil der Prophet Mohammed vermutlich keine Misbaha benutzt hat, lehnen ihn unter anderem Wahhabiten oder andere orthodoxe Gelehrte und Muslime als unislamische Neuerung ab (siehe Bidʿa), obwohl Muhammads Freund und erster Kalif Abu Bakr schon eine Art Misbaha in Form eines mit Knoten versehenen Seiles benutzte.

Die Misbaha und der im Mittelalter davon abgeleitete Rosenkranz, mit dem katholische und orthodoxe Christen ihr Gebet verrichten, stammen ursprünglich aus Indien. Im Hinduismus und Buddhismus wird eine Mala als Gebetskette verwendet.

Funktion[Bearbeiten]

Die Misbaha ist ein Hilfsmittel bei der Ausführung des Dhikr, besonders im Sufismus, und er dient dazu, das Abzählen zu erleichtern, wenn die 99 Namen Allahs gesprochen werden oder Allah – oft als Abschluss des Gebets – mit drei im Islam häufig gebrauchten Formeln gepriesen wird. Der Muslim spricht dabei 33 Mal Subhan Allah (subḥānahu wa ta'ālā), „gepriesen sei Gott“, 33 mal al-hamdulillah (al-ḥamdu li-llāh), „gelobt sei Gott“ bzw. „Gott sei Dank“, 33 mal Allahu Akbar (allāhu akbar), „Gott ist größer“ und einmal das Glaubensbekenntnis (Lā ilāha illā llāh), „es gibt keinen Gott außer (den einen) Gott“. Falls Muslime keine Gebetskette mit sich führen oder vorfinden, zählen sie die Formeln an den Fingern ab.

Die Misbaha wird heute, ähnlich wie das griechische Komboloi, von Männern und Frauen auch als Schmuck verwendet, das Tragen der Misbaha gilt als Männlichkeitsattribut.

Form[Bearbeiten]

Eine Misbaha hat üblicherweise 99 Perlen, die beweglich an einer Schnur aufgereiht und in drei Sektionen zu je 33 Perlen aufgeteilt sind. Die Perlen wurden früher meist aus Holz gefertigt, wertvolle Misbaha-Perlen besitzen unter anderem aufwendige Inkrustationen (verzierende Metalleinlagen). Andere Materialien sind z. B. Kunststoff, Elfenbein, Olivenkerne, Glas oder echte Perlen; besonders wertvoll sind z. B. Masabih aus blauem Bernstein.[1]

Die Sektionen sind jeweils durch eine verlängerte oder vergrößerte und andersfarbige Perle gekennzeichnet, es genügt auch nur eine besonders gestaltete Schlussperle. Häufig besitzen Masabih kurz vor der Schlussperle eine kleine Nebenkette mit bis zu zehn Perlen, die auf einer dickeren Schnur sitzen. Diese Perlen verrutschen nicht von selbst, mit ihnen wird die Zahl der Gebetsrunden festgehalten. Nach jedem Durchgang wird eine Perle verschoben, die dann an ihrem Platz bleibt. Die Haupt- und Nebenketten können an den Enden durch Stoffquasten oder Schmuckstücke verziert sein.

Es gibt auch kleinere Masabih mit 33 Perlen, die ebenfalls weit verbreitet sind und oft mitgeführt werden. Auch eine geringere Anzahl Perlen ist möglich, falls bspw. welche verlorengehen und nicht ersetzt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helga Venzlaff: Der islamische Rosenkranz (= Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. Bd. 47, 2). Steiner-Wiesbaden-GmbH, Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04111-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alec Corday, Hermann Dittrich: Amber – The Caribbean Approach. In Color, Herbst/Winter 2009, S. 2 (PDF; 856 kB)