Mischa Kuball

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Mischa Kuball (* 20. September 1959 in Düsseldorf) ist ein deutscher Künstler und seit 2007 Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Biografie[Bearbeiten]

Kuball wurde 1959 in Düsseldorf geboren. Seit 1984 arbeitet er im öffentlichen und institutionellen Raum und erhielt zahlreiche Förderpreise und Stipendien. Seit 1991 hatte er zudem Lehraufträge an Universitäten und Kunsthochschulen. 1999/2000 war er Gastprofessor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig zum Thema „Licht und Raum“, 2004 – 2008 lehrte er Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Seit Oktober 2007 ist er Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) und gründete dort das -1/MinusEins Experimentallabor.

Mithilfe des Mediums Licht – in Installationen und Fotografie – erforscht er architektonische Räume und führt soziale und politische Diskurse. Er reflektiert die unterschiedlichen Facetten von kulturellen Sozialstrukturen bis hin zu architektonischen Eingriffen, die den Wahrzeichencharakter und den architekturgeschichtlichen Kontext betonen oder neu kodieren. In politisch motivierten und partizipatorischen Projekten verschränken sich öffentlicher und privater Raum. Sie ermöglichen eine Kommunikation zwischen Teilnehmern, dem Künstler, dem Werk und dem öffentlichen Raum. Kuball arbeitete mit privaten Lampen, wie auf der Biennale von São Paulo (1998) oder verwandelte Architekturen wie das ehemalige Mannesmann-Hochhaus in Düsseldorf (1990) und die Synagoge in Stommeln (1994) zu eigenständigen Lichtkörpern. Kuball bedient sich auch des natürlichen Tageslichts, wie sein einjähriges Projekt ...ein Fenster in der Johanneskirche in Düsseldorf (2001).

Weitere Arbeiten wurden in zahlreichen Orten und mit Institutionen im In- und Ausland realisiert. Im Bauhaus Dessau (1992), Jewish Museum, New York (2002), Hamburger Kunsthalle (2007), NTT-Intercommunication Center Tokyo (2008). Temporäre Installationen wurden am Eingang der Kunstsammlung NRW Düsseldorf (2005), der Neuen Nationalgalerie, Berlin (1999), dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (2005) und dem Centre Pompidou-Metz (2010) installiert.

Seit 2009 verwirklicht Mischa Kuball außerdem eine Reihe von ortspezifischen Installationen, die den gemeinsamen Titel "public preposition" tragen und in Venedig 2009, Marfa 2009, Toronto 2011, Bern 2011, Wolfsburg 2012 zu sehen waren, geplant sind darüber hinaus Projekte in Christchurch 2012, Jerusalem und Katowice. Die „public prepositions“ spiegeln Mischa Kuballs anhaltendes Interesse an einer künstlerischen Auseinandersetzung mit abstrakten Formen und symbolischer Kommunikation. „Preposition“ bezieht sich hier auf die syntaktische Funktion der Präposition und beschreibt für die Werke eine Mittelposition zwischen den historisch und sozial konnotierten Orten und der künstlerischen Intervention.

2010 setzte Mischa Kuball ein partizipatorisches Projekt mit Harald Welzer und Christoph Keller, "NEW POTT", mit hundert Familien aus hundert Nationen anlässlich der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas mit den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum um. Zu dem Projekt ist 2011 der Reader „New Pott: Neue Heimat im Revier“, hrsg. von Harald Welzer/Mischa Kuball in der Christoph Keller Edition bei JRP/Ringier, Zürich 2010 erschienen. Ein begleitender Tagungsband: „New Realtions inArt and Society“ wurde 2012 von Fridericke Wappler herausgegeben.

Seit Anfang 2011 war sein komplexes Projekt "platon's mirror" u. a. im ZKM | Museum für Neue Kunst Karlsruhe, ARTSPACE Sydney, MNAC in Bucarest, Central St. Martin School London und der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen.

Zum 40-jährigen Jubiläum der Bergischen Universität Wuppertal entwickelte Kuball die Lichtinstallation MetaLicht, die an den Türmen der Universität angebracht wurde und insgesamt 6000 verschiedene Muster erzeugen kann. Sie wurde im Oktober 2012 eingeweiht.

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

2012 'Platon's Mirror', MNAC – National Museum of Contemporary Art, Bukarest, Rumänien; SAMSI – Sofia Arsenal Museum of Contemporary Art, Sofia, Bulgarien; Central Saint Martins College of Art & Design, London, UK; Museum of Contemporary Art, Lissabon, Portugal; Kunsthalle Düsseldorf, Deutschland 2011 'Platon's mirror', ZKM Karlsruhe, Artspace Sydney, Jagiellonen University Krakau, Polen

2010 Mischa Kuball: NEW POTT, Kunstsammlungen der RUB, Campusmuseum. Sammlung Moderne, Bochum, Deutschland

2010 Emscherkunst.2010 mit dem Projekt Lichtinstallation der Klärbecken & Catch as catch can[1] mit Lawrence Weiner

2009 Artist in Residence, Marfa, Texas, USA

2008 ’CityPortrait’, Contemporary Art Museum, Toyota, Japan

2008 ’Re:Mix/ Broca II (Letters/Numbers)’, Experimental Art Foundation, Adelaide, Australien

2007 ’Re:Mix/Broca II (Letters/Numbers)’, ZKM | Museum für Neue Kunst, Karlsruhe, Deutschland

2005 ’space - speed - speech’, Gallery of Modern Art, Glasgow, UK

2005 ’Flash Planet 2005’, IMA, Institute of Modern Art, Brisbane

2005 ’Lucky Number. Neue Projektionen’, Museum für Gegenwartskunst Siegen, Deutschland

2003/2005 ’UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK’, Installation im öffentlichen Raum, Leuchtschriften an der Universitätsbibliothek der Ruhr-Universität Bochum, Deutschland [2]

2003 ’City thru’ Glass’, State Tretyakov Gallery, Moskau, Russland

2003 ’Utopie / Black Square 2001ff.’, Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

2003 ’Stadt durch Glas / Düsseldorf - Moscow - Düsseldorf’, K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Deutschland

2000 ’urban context’, Projekt. Bunker Lüneburg, Lüneburg, Deutschland

2000 ’public stage’, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle/Saale, Deutschland

1998 ’project rooms’, Kabinett für aktuelle Kunst, Bremerhaven; Kölnischer Kunstverein, Köln; Stadtgalerie Saarbrücken in der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Saarbrücken, Deutschland

1998 ’Private Light/Public Light’, Beitrag zur 24. Biennale von São Paulo, Brasilien

1994 ’refraction house’, Installation im öffentlichen Raum, Synagoge Stommeln, Puhlheim, Deutschland

1990 ’Megazeichen’, Installation im öffentlichen Raum, Mannesmann-Hochhaus, Düsseldorf, Deutschland

Publikationen[Bearbeiten]

  • Karin Stempel (Hrsg.): Private light, public light. Deutscher Beitrag zur 24. Biennale São Paulo 1998. Cantz, Ostfildern-Ruit 1998, ISBN 3-89322-504-8.
  • Florian Matzner (Hrsg.): … in progress – Mischa Kuball. Projekte 1980 – 2007. Hatje Cantz, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7757-1926-1.
  • Mischa Kuball, Harald Welzer (Hrsg.): New Pott: Neue Heimat im Revier. JRP Ringier, Zürich 2011, ISBN 978-3-03-764138-5.
  • Friedericke Wappler (Hrsg.): New Relations in Art and Society. JRP Ringier, Zürich 2011, ISBN 978-3-03764-189-7.
  • Platon's Mirror Zur Aktualität des Höhlengleichnisses angeregt durch Projektionen von Mischa Kuball, Hrsg. von Andreas F. Beitin & Blair French, Verlag der Buchhandlung Walther König, Karlsruhe/Sydney 2011, ISBN 978-3-86335-108-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Lichtinstallation der Klärbecken & Catch as catch can"
  2. Leuchtschriften an der Universitätsbibliothek der RUB, artibeau - Kunst in Bochum