Missa solemnis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der lateinische Begriff Missa solemnis (auch solennis) bedeutet übersetzt „feierliche Messe“ und bezeichnete ursprünglich die feierliche Form der heiligen Messe, das „Hochamt“. In der Musik wird der Begriff benutzt für eine besonders festliche und umfangreiche Vertonung mit entsprechender Besetzung des Ordinariums der heiligen Messe, also der feststehenden Teile der Liturgie: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei.

Eine große Messe geht sowohl im Umfang als auch in ihrer symphonischen Komposition nicht selten über die Möglichkeiten einer Aufführung im liturgischen Rahmen hinaus, so dass konzertante Aufführungen häufig sind.

Der Missa solemnis steht gegenüber die Missa brevis, bei der entweder der gesamte Ordinariumstext in einer musikalisch einfacheren Form vertont wird oder die Vertonung lediglich Kyrie und Gloria umfasst.

Die bekannteste Missa solemnis ist wohl die von Ludwig van Beethoven. Die Petite Messe solennelle (frz. „kleine feierliche Messe“) von Gioachino Rossini ist in einigen Elementen dem Vorbild der Beethovenschen Missa solemnis verpflichtet. Auch von Wolfgang Amadeus Mozart stammen bekannte Messen dieses Typs, so die fragmentarische Große Messe in c-Moll und die Waisenhausmesse, während Mozarts üblicherweise als Missa solemnis bezeichnete Messe in C-Dur KV 337 dieser Gattung gerade nicht angehört. Weitere Beispiele sind die Messe solennelle en l'honneur de Sainte-Cécile von Charles Gounod oder die Messe solennelle von Hector Berlioz.