Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses

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Filmdaten
Deutscher Titel Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses
Originaltitel Mississippi Burning
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1988
Länge 127 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Alan Parker
Drehbuch Chris Gerolmo
Produktion Frederick Zollo
Robert F. Colesberry
Musik Trevor Jones
Kamera Peter Biziou
Schnitt Gerry Hambling
Besetzung

Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1988 von Regisseur Alan Parker mit Gene Hackman und Willem Dafoe in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten]

1964 im US-Bundesstaat Mississippi: Drei junge Männer sind nachts auf einer abgelegenen Straße unterwegs, als sie von sieben Männern in drei Fahrzeugen verfolgt und bedrängt werden. Als sie auf einem Fahrzeug ein Polizeilicht sehen, halten sie an. Daraufhin werden sie als "Judenbengel" und "Niggerfreunde" beschimpft und alle drei erschossen. Bei den drei Männern (zwei Weiße und ein Schwarzer) handelte es sich um Bürgerrechtler, die sich für das Wahlrecht für Schwarze einsetzten. Da die Männer als vermisst gemeldet wurden, werden zwei FBI-Agenten zur Aufklärung des Falles ins ländliche Jessup County geschickt: der junge, getreu nach den Buchstaben des Gesetzes agierende Alan Ward aus dem Norden, sowie der ältere Rupert Anderson, der früher einmal selbst Sheriff im südlichen Bundesstaat war.

Der vor Ort herrschende offene Rassismus, die mangelnde Kooperationsbereitschaft der lokalen Polizeibehörden und die eingeschüchterten Schwarzen erschweren die Ermittlungen. Als auf die beiden Agenten geschossen wird und man ihnen ein brennendes Kreuz vor die Tür stellt, fordert Ward zusätzliche Agenten an, obwohl sein Kollege dagegen ist. Eines Tages finden sie den ausgebrannten Wagen der jungen Männer in einem Sumpfgebiet in der Nähe und sind nun davon überzeugt, dass die Vermissten das Gebiet nie verlassen haben und nun tot sein müssen. Daraufhin fordert Ward eine weitere Hundertschaft bei FBI und Militär an, die sie bei den Ermittlungen unterstützen und auch das gesamte Sumpfgebiet durchsuchen sollen.

Anderson kommt der Frau von Hilfssheriff Pell näher, die ihrem Mann ein Alibi für die Tatzeit gegeben hatte, schließlich aber erklärt, dass ihr Mann eins der Fahrzeuge in der Tatnacht gefahren hatte und die Leichen auf einer Farm unter einem Erdwall vergraben sind. Als das FBI die Leichen findet, vermuten die Täter sogleich, dass Pells Frau das Versteck verraten hat, weshalb sie von ihrem Mann zusammengeschlagen wird. Ward akzeptiert daraufhin Andersons illegale Methoden, der nun Bürgermeister Tilman von einem schwarzen FBI-Kollegen entführen lässt und ihn unter Folterandrohung zur Aussage zwingt, was in der Tatnacht vorgefallen ist. Laut dessen erpresster Aussage haben Pell und Bailey die jungen Männer erschossen. Aufgrund der illegalen Methode kann diese Aussage jedoch nicht für eine Anklage wegen Mordes vor einem dafür zuständigen Gericht des Bundesstaates Mississippi verwendet werden (vgl. Beweisverbot), sodass man sie nun wegen Verletzung der Bürgerrechte vor ein Bundesgericht bringen will.

Schließlich werden Pell und Bailey zu je zehn Jahren Haft verurteilt, die weiteren Beteiligten, darunter Clayton Townley ebenfalls zu zehn Jahren, Floyd Swilley und Wesley Cooke zu je sieben Jahren und Lester Cowens zu drei Jahren. Sheriff Stuckey wurde freigesprochen und Bürgermeister Tilman tot aufgefunden, nachdem er sich erhängt hatte.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Film wurde inspiriert vom tatsächlichen Fall der Ermordung von drei Bürgerrechtlern (James Earl Chaney, Michael Schwerner und Andrew Goodman) durch Mitglieder des White Knights of the Ku Klux Klan in Neshoba County am 21. Juni 1964.[1] [2] Der Fall wurde bereits 1975 unter dem Titel Attack on Terror: The FBI vs. the Ku Klux Klan als zweiteiliges TV-Doku-Drama für den Fernsehsender CBS verfilmt, das 1980 unter dem deutschen Titel FBI - Kampf dem Terror auch im ZDF ausgestrahlt wurde.
  • Der Filmtitel bezieht sich auf den damaligen Decknamen der FBI-Untersuchung zum Fall: Mississippi Burning, abgekürzt MIBURN.[3] [4]
  • Die Dreharbeiten zum Film begannen am 7. März 1988 und endeten im Mai 1988. Gedreht wurde an verschiedenen Orten im Bundesstaat Mississippi, sowie in La Fayette (Alabama).
  • Die Produktionskosten wurden auf 15 Millionen US-Dollar geschätzt. In den Kinos der USA wurden rund 34,6 Millionen US-Dollar eingespielt.
  • Kinostart in den USA war am 27. Januar 1989, in Deutschland am 6. April 1989. Zuvor wurde der Film im Rahmen des Wettbewerbs der Internationalen Filmfestspiele Berlin 1989 gezeigt.

Kritiken[Bearbeiten]

„Das Problem [..] ist die sadistische Dirty-Harry-Masche, die Hackman gegen die Ku-Klux-Klan-Brutalos im Süden einsetzt, sie gleichsam mit ihren eigenen Waffen schlagend und dabei an atavistische Rachegelüste appellierend: Gegen Schweine helfen nur schweinische Methoden. In einer Szene setzt Hackman, während FBI-Beamte grinsend und ihn abschirmend vor der Tür stehen, einem Südstaaten-Polizisten das Messer im Rasiersalon an die Kehle und ritzt ihm ungerührt das Gesicht auf, bevor er ihn zusammenschlägt. [..] Aber gerade in diesem authentischen Fall hat sich das FBI aus guten Gründen gehütet, der schweigenden und gelegentlich lynchen lassenden Mehrheit im Süden auch nur ein Argument gegen die Ermittlungen zu liefern. Und daß ein Film, der illegales Unrecht und verschwörerische Brutalität anprangern will, ausgerechnet zu ihrer Bekämpfung nach deren Methoden greifen muß, schwächt seine moralische Position doch sehr.“

Der Spiegel[5]

„Der Film ist ein Duell: Gene Hackman und Willem Dafoe gegen den Ku Klux Klan. Deshalb ist es ziemlich unsinnig, Alan Parker vorzuwerfen, er zeige keine Helden mit schwarzer Hautfarbe. Schlimmer ist, daß Parkers effekthascherische Regie so ziemlich alles tut, um „Mississippi Burning" in den Abklatsch eines Gangsterfilms zu verwandeln. Dennoch durchbricht der Film ein Tabu: er setzt eine ganze Schicht weißer amerikanischer Spießer ins Unrecht, und er zeigt die politischen Interessen, die hinter dem Rassenhaß der Südstaatler stehen. Parkers Film hat viele Schwächen, aber harmlos ist er nicht.“

Die Zeit[6]

„Atmosphärisch dicht fotographiert, gut gespielt und durchweg ansprechend inszeniert, strauchelt der Film aber immer, wenn man hinter die gelackte Fassade der hochkarätigen Hollywood-Produktion schaut und ein so flaches wie plakatives Script erblickt, dessen Dramaturgie aus wenig mehr besteht als: The FBI vs. the KKK. [..] Für die Zuschauer, die sich bei einer gut erzählten Geschichte nicht unbedingt an den weiterreichenden problematischen Repräsentationsstrategien des amerikanischen Mainstreamkinos stören lassen, bietet Mississippi Burning eben genau das: grundsolides Hollywood-Erzählkino.“

Schnitt – Das Filmmagazin[7]

„Im Handlungsablauf dem Schema eines Western nicht unähnlich, rückt der Film die Folgen jahrhundertelanger Unterdrückung der Farbigen überzeugend ins Bild - im Zentrum stehen freilich einmal mehr die Weißen. Vorzüglich gespielt und dicht inszeniert.“

Lexikon des internationalen Films[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Bei der Oscarverleihung 1989 gewann Kameramann Peter Biziou einen Oscar in der Kategorie Beste Kamera. Darüber hinaus war der Film in sechs weiteren Kategorien für einen Oscar nominiert: Bester Hauptdarsteller (Gene Hackman), Beste Nebendarstellerin (Frances McDormand), Beste Regie (Alan Parker), Bester Schnitt (Gerry Hambling), Bester Film sowie Bester Ton.
  • Zur Verleihung der Golden Globe Awards 1989 war der Film in vier Kategorien nominiert: Beste Regie (Alan Parker), Bester Hauptdarsteller - Drama (Gene Hackman), Bestes Filmdrehbuch (Chris Gerolmo), sowie Bester Film - Drama.
  • Im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin 1989 gewann Gene Hackman den Filmpreis Silberner Bär als Bester Darsteller, Regisseur Alan Parker war zudem für den Filmpreis Goldener Bär nominiert.
  • Bei der Verleihung der britischen BAFTA Film Awards gewann der Film in drei Kategorien einen Preis (für Kamera, Schnitt und Ton) und war zudem in zwei weiteren Kategorien nominiert (für Regie und Filmmusik).
  • 1989 wurde der Film mit dem Political Film Society Award für Menschenrechte ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spätes Urteil im Rassismus-Mord
  2. Morde des Ku-Klux-Klan: Aufklärung am Mississippi
  3. 1964: Mississippi Burning
  4. siehe Filmkritik Tief im Süden in "Der Spiegel"
  5. Filmkritik Tief im Süden
  6. Filmkritik Geschichten aus Amerika
  7. Filmkritik Whitewash
  8. Eintrag im Lexikon des internationalen Films