Missouri

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Dieser Artikel erläutert den US-Bundesstaat Missouri; zu anderen Bedeutungen siehe Missouri (Begriffsklärung).
Missouri
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Über dieses Bild
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Jefferson City
Staatsmotto: Salus populi suprema lex esto
(lat.: Das Heil des Volkes sei das höchste Gesetz. )
Fläche: 180.533 [1] km²
Einwohner: 5.988.927 (Zensus 2010) (33 E./km²)
Mitglied seit: 10. August 1821
Zeitzone: Central: UTC−6/−5
Höchster Punkt: 540 m (Taum Sauk Mountain)
Durchsch. Höhe: 240 m
Tiefster Punkt: 70 m Saint Francis River
Gouverneur: Jay Nixon (D)
Post / Amt / ISO MO / MO / US-MO
Karte von Missouri
Karte von Missouri
Geographische Karte Missouris
Geographische Karte Missouris

Der Staat Missouri [mɪˈzʊəri oder mɪˈzʊərə] wurde nach dem Fluss Missouri benannt, der wiederum seinen Namen vom indianischen Volk der Missouri hat. Das Wort Missouri stammt von deren Nachbarn, dem Volk der Illinois, die sie wi-mihs-oor-i-t-a nennen, was „die mit den Holz-Kanus“ bedeutet.[2] Missouri ist ein US-Bundesstaat des Mittleren Westens der Vereinigten Staaten. Die Hauptstadt ist Jefferson City. Die gewöhnliche Abkürzung des Staates ist MO. Die staatliche Universität befindet sich in Columbia. Der Mississippi und der Missouri fließen durch den Staat.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gesamtfläche Missouris beträgt 180.533 km², womit es auf Rang 21 aller US-Bundesstaaten liegt.

Gleichauf mit Tennessee hat Missouri die meisten Anrainerstaaten. Im Norden liegt Iowa, im Osten Illinois (jenseits des Mississippi), Kentucky und Tennessee, im Süden Arkansas und im Westen Oklahoma, Kansas und Nebraska (jenseits des Missouri River).

Nördlich des Missouris befinden sich die nördlichen Ebenen, die nach Iowa, Nebraska und Kansas hineinragen.

Das Ozarkplateau hebt sich südlich des Flusses ab und reicht nach Arkansas und Oklahoma hinein. Springfield (Missouri) im Südwesten Missouris liegt auf dem Ozarkplateau. Im Süden Missouris beginnt das Ozarkgebirge.

Gliederung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Staatsgebiet Missouris war Teil der Fläche, die Frankreich als Louisiana abgekauft wurde. Missouri, das seinen Namen von den historischen Bewohnern, dem Indianervolk der Missouri, erhielt, wurde 1821 als Teil des Missouri-Kompromisses zum Bundesstaat. Missouri wurde auch „Tor zum Westen“ genannt, weil es Durchgangsland der Siedler auf dem Weg in den Westen war.

Zu Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges hatten es die Sympathisanten der Nordstaaten, die sich hier zu einem großen Teil aus deutschen Einwanderern zusammensetzten, geschafft, den pro südlich eingestellten Gouverneur und den Großteil der Mitglieder des Staatsparlaments zu vertreiben und Missouri, das sich weiterhin zur Sklaverei bekannte, im Lager der Unionsstaaten zu halten. Der geflüchtete Gouverneur und ein Teil der Parlamentarier verkündeten daraufhin von ihrem Exil aus die Sezession Missouris, das am 28. November 1861 offiziell als 12. Staat in die Konföderation aufgenommen wurde. Obwohl die Unionstruppen und ihre Anhänger, die etwa zwei Drittel der Bevölkerung ausmachten, den Großteil des Staates kontrollierten, konnten sie nicht verhindern, dass Missouri in der Folgezeit zum Schauplatz eines mit äußerster Grausamkeit geführten Kleinkrieges prosüdlicher Guerillas, der Bushwhacker, gegen die Unionstruppen und die sie unterstützenden irregulären Kampfverbände wurde. Weite Gebiete des Staates verwandelten sich in den folgenden Jahren in ein Niemandsland, in dem Angriffe aus dem Hinterhalt, Brandstiftung und wahllose Morde an echten und vermeintlichen Sympathisanten des gegnerischen Kriegslagers den Alltag bestimmten. Nach dem Massaker von Lawrence erließ der Befehlshaber der Unionstruppen in Missouri, General Thomas Ewing, Jr., am 25. August 1863 seine General Order No. 11, mit der die Zwangsevakuierung von vier Countys (sie entsprechen den deutschen Landkreisen) entlang der Grenze zu Kansas angeordnet wurde. Die gewaltsame Vertreibung von rund 10.000 Personen verfolgte den Zweck, den Südstaaten-Rebellen potentielle Unterstützer zu entziehen, gleichzeitig wurden damit aber auch weite Landstriche Missouris auf Jahre hinaus wieder zur Wildnis. Erst im Januar 1865 wurde in Missouri eine neue Staatsregierung gewählt. Bis dahin hatte ein pro nördlich eingestellter Staatskonvent die Macht im Staat ausgeübt.[3]

Missouri wird im Volksmund auch der Show-Me State genannt, wobei der Ursprung dieser Wendung nicht ganz klar ist. Bekannt wurde die Phrase durch die Rede des Vertreters Missouris im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Willard Duncan Vandiver, der auf einem Bankett in Philadelphia sagte: "I come from a state that raises corn and cotton and cockleburs and Democrats, and frothy eloquence neither convinces nor satisfies me. I am from Missouri. You have got to show me."[4] Heute wird mit der Phrase vor allem das Klischee bedient, dass die Leute aus Missouri unbeirrbar, konservativ und argwöhnisch seien.

Politik[Bearbeiten]

Die Hauptstadt Missouris ist Jefferson City. Der jetzige Gouverneur ist der Demokrat Jay Nixon. Missouri stellt acht Abgeordnete im Repräsentantenhaus.

Die jetzige Verfassung von Missouri, die vierte des Staates, wurde 1945 verabschiedet und verkörpert die Gewaltenteilung. Die Gesetzgebung findet durch ein Zweikammersystem statt: durch ein Repräsentantenhaus und einen Senat. Beide zusammen bilden die Missouri General Assembly.

Da Missouri im Zentrum des Landes liegt und politisch gesehen Nord-/Süd- sowie West-/Ost-Differenzen und sowohl Großstädte als auch ländliche Gegenden hat, gilt es oft als Indikator für die Gesamtstimmung der Vereinigten Staaten (so genannter bellwether state). In seinen südöstlichen Gebieten ist Missouri auch noch von Ausläufern des Bible Belts geprägt. Missouri ist in der neueren Politikgeschichte der USA einer der klassischen Battleground States geworden. Seit 1960 ist der Sieg in Missouri für einen Präsidentschaftskandidaten auch ein Anzeichen auf den Gesamtsieg. Barack Obama erreichte ihn 2008 und 2012 ohne eine Mehrheit in Missouri, zuletzt war dies Dwight D. Eisenhower 1956 gelungen. Unter der Regierung von George W. Bush war Missouri zunächst stark republikanisch geprägt. Bei den Senatswahlen 2006 gewann die Demokratin Claire McCaskill in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen ihren republikanischen Gegenkandidaten Jim Talent, nach den Wahlen zum Repräsentantenhaus 2010 waren aber sechs der neun Abgeordneten Mitglieder der Republikanischen Partei. Im 113. Kongress verlor Missouri ein Mandat; dies ging zu Lasten der Demokraten, die nun nur noch zwei Abgeordnete stellen. Im Electoral College verfügt Missouri seit 2012 über zehn Stimmen, 1984 waren es noch zwölf.[5]

Staatsregierung[Bearbeiten]

Kongress[Bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Census Einwohner ± in %
1810 19.783
1820 66.586 200 %
1830 140.455 100 %
1840 383.702 200 %
1850 682.044 80 %
1860 1.182.012 70 %
1870 1.721.295 50 %
1880 2.168.380 30 %
1890 2.679.185 20 %
1900 3.106.665 20 %
1910 3.293.335 6 %
1920 3.404.055 3 %
1930 3.629.367 7 %
1940 3.784.664 4 %
1950 3.954.653 4 %
1960 4.319.813 9 %
1970 4.676.501 8 %
1980 4.916.686 5 %
1990 5.117.073 4 %
2000 5.595.211 9 %
2010 5.988.927 7 %
Vor 1900[6]

1900–1990[7] 2000 + 2010[8]

Mit der Volkszählung von 2000 wurde die Bevölkerung mit 5.595.211 festgestellt. Die größten Städte sind St. Louis und Kansas City.

Das Bevölkerungswachstum beträgt 0,6 % (478.310) gemessen an der Basis von 1990. 84,9 % (4.748.083) sind Weiße, 2,1 % (118.592) sind Hispanics, 11,2 % (629.391) sind Schwarze, 1,1 % (61.595) sind asiatischer Abstammung, 0,4 % (25.076) sind Indianer oder alaskischer Abstammung, 0,1 % (3.178) sind Hawaiier oder Polynesier, 0,8 % (45.827) sind sonstiger Abstammung, und 1,5 % (82.061) zählen sich zu einer heterogenen Abstammung (Mischlinge).

6,6 % der Bevölkerung ist jünger als 5 Jahre, 25,5 % sind unter 18 Jahre, 13,5 % sind 65 Jahre oder älter. Der weibliche Anteil der Bevölkerung beträgt 51,4 %.

5,1 % der Bewohner Missouris sprechen eine andere Sprache als Englisch.

Geburten- und Sterberate:

Geburten: 74.037
Todesfälle: 54.322
Todesfälle von Kindern: 564

151.196 der Bewohner Missouris sind Ausländer. 81,3 % haben einen High-School-Abschluss, 21,6 % haben einen akademischen Abschluss (Bachelor).

Religionen[Bearbeiten]

Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahre 2000 waren die Katholische Kirche mit 856.964, die Southern Baptist Convention mit 797.732 und die United Methodist Church mit 226.578 Anhängern.[9] Etwa 20 % der Bevölkerung sind katholischer Konfession; insbesondere in den Gegenden der Städte Kansas City und St. Louis. Baptisten, Methodisten und Lutheraner gehören zu den protestantischen Bekenntnissen. Independence nahe Kansas City gilt den Mormonen als zukünftiges Neues Jerusalem, besonders Anhänger der kleineren mormonischen Kirchen sind dort konzentriert.

Größte Städte[Bearbeiten]

Chesterfield (Missouri) Joplin (Missouri) Florissant Blue Springs (Missouri) Saint Peters (Missouri) Saint Charles (Missouri) Saint Joseph (Missouri) O’Fallon (Missouri) Lee’s Summit Columbia (Missouri) Independence (Missouri) Springfield (Missouri) St. Louis Kansas City (Missouri)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bezirke (Countys) Missouris

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 33.297 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: 37.714; nationaler Rangplatz: 37).

Wichtigste Industriezweige sind Luftfahrttechnik, Logistik, Landwirtschaft und Nahrungsmittelwirtschaft, Chemie, Druckindustrie, Elektronik.

Die landwirtschaftliche Produktion konzentriert sich auf Rindfleisch, Bohnen, Schweinefleisch, Heu, Mais, Geflügel und Eier.

Im Südosten Missouris in den fruchtbaren Ebenen des Mississippis wird Baumwolle und Reis angebaut.

Missouri besitzt große Vorräte von Kalkstein. Andere Bodenschätze sind Blei, Kohle. Die Bauindustrie wird von hier aus mit Zement und Kies beliefert.

Tourismus und Dienstleistung sind weitere wichtige Erwerbszweige.

Bildung[Bearbeiten]

Die wichtigsten staatlichen Universitäten sind die University of Missouri mit Hauptstandort in Columbia, die Missouri State University, die Missouri Western State University und die Southeast Missouri State University. Die bekanntesten privaten Hochschulen sind die Washington University in St. Louis und die Saint Louis University. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Missouri verzeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Density Using Land Area
  2. Michael McCafferty: Correction: Etymology of Missouri. In: American Speech, Vol 79, Issue 1, Frühling 2004, Seite 32
  3. Siehe dazu: James M. McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges. 6. Auflage. List, München 1996, S. 277-280 und 771-776, ISBN 3-471-78178-1.
  4. "Ich komme aus einem Staat, der Mais und Baumwolle und Spitzkletten und Demokraten hervorbringt, und schäumende Beredsamkeit überzeugt mich weder, noch befriedigt sie mich. Ich komme aus Missouri. Ihr müsst es mir beweisen." Siehe http://www.sos.mo.gov/archives/history/slogan.asp
  5. www.270towin.com
  6. U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 20. August 2014
  7. Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  8. Auszug aus census.gov (2000+2010) Abgerufen am 4. April 2012
  9. The Association of Religion Data Archives | Maps & Reports

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Missouri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Missouri – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

38.416666666667-92.433333333333Koordinaten: 38° N, 92° W