Miststreuer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Miststreuer im Einsatz

Der Miststreuer (seltener auch Dungstreuer genannt) ist ein in der Landwirtschaft verwendeter spezieller Anhänger zum Transport und zur Ausbringung auf dem Feld des bei der Viehhaltung anfallenden Festmists (Dung und Einstreu) oder aber auch von Cahmpost und Komposten. In Hinblick auf den Transport zum Ausbringungsort muss der Miststreuer zur Fahrt auf öffentlichen Straßen eingerichtet sein.

Früher wurde der Mist zu Düngezwecken von Hand mit der Mistgabel ausgebracht, was insbesondere bei großen Mengen sehr aufwändig ist. Erst seit den 1950er Jahren haben sich Miststreuer als landwirtschaftliches Gerät etabliert.

Auf dem Boden der Ladefläche eines Miststreuers befindet sich ein Kratzboden aus quer liegenden Leisten, die mit umlaufenden Ketten verbunden sind. Der Kratzboden fördert den Dung zum Ende des Anhängers, wo er vom dort befindlichen Streuaggregat mit beweglichen Messern abgefräst und zugleich zerkleinert wird. Sodann wird der Mist durch Streuwalzen und/oder Teller gleichmäßig auf das Feld verteilt. Die Streuwalzen können je nach Typ waagrecht oder senkrecht angebracht sein. Die Streubreite kann bei Tellerbreitstreuwerken bis zu 20 m betragen. Kratzboden, Streuwalzen und Streuteller werden meistens über die Zapfwelle des ziehenden Traktors angetrieben. Es gibt aber auch Miststreuer mit Bodenantrieb über die Räder, die sich zum Einsatz mit Zugtieren eignen[1]. Bei modernen Miststreuern wird der Kratzboden teilweise aber auch über ein Getriebe durch einen Hydraulikmotor angetrieben. So kann die Ausbringmenge einfach über den Volumenstrom für den Ölmotor gesteuert werden. Auch kann bei Verstopfungen der Kratzboden einfach reversiert (die Förderrichtung des Kratzbodens umgekehrt) werden. Bei Großflächenstreuern kommt oft ein hydraulisch verstellbarer Stauschieber vor dem Streuwerk zum Einsatz, um die Dosierbarkeit zu verbessern. Da der Mist zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zur Düngung eingesetzt wird, kann die Ausbringmenge durch die Fahrgeschwindigkeit des Zugfahrzeuges und durch die einstellbare Vorschubgeschwindigkeit des Kratzbodens variiert werden. Optional können in den Miststreuer auch Wiegeeinrichtungen integriert werden, mit denen über eine Regelung der Kratzbodengeschwindigkeit die Ausbringmenge exakt geregelt werden kann.

Das Streuwerk ist vielfach abbaubar, damit der Anhänger außerhalb der Düngezeit für andere Zwecke genutzt werden kann.

Im Gartenbau nutzt man den Miststreuer trotz des schlechteren Mischungsergebnisses anstelle kostspieligerer stationärer Mischmaschinen auch zum Vermischen der verschiedenen Zuschlagsstoffe bei der Herstellung von Erdsubstraten.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Koch: Traditionelles Arbeiten mit Pferden. 3. Auflage, Verlag Ulmer, Stuttgart-Hohenheim
  2. Ulrich Sachweh (Herausgeber): Der Gärtner, Band 3, Baumschule, Obstbau, Samenbau, Gemüsebau. 2. Auflage, Ulmer, Stuttgart 1986/1989, ISBN 3-8001-1148-9, S. 133

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Eichhorn (Herausgeber): Landtechnik. 7. Auflage, Ulmer, Stuttgart 1952/1999, ISBN 3-8001-1086-5, S. 538 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Miststreuer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien