Mit eisernen Fäusten

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Filmdaten
Deutscher Titel Mit eisernen Fäusten
Originaltitel The Scalphunters
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sydney Pollack
Drehbuch William W. Norton Sr.
Produktion Jules V. Levy
Arthur Gardner
Arnold Laven
Roland Kibbee
Burt Lancaster
Musik Elmer Bernstein
Kamera Duke Callaghan
Richard Moore
Schnitt John Woodcock
Besetzung

Mit eisernen Fäusten ist ein US-amerikanischer Spielfilm, bei dem Sydney Pollack Regie führte. Die Deutschlandpremiere der Westernkomödie war am 8. November 1968.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Der Film handelt von der langsam wachsenden Freundschaft von Joe Bass und "seinem" schwarzen Sklaven Joseph Lee - von den Komantschen Schwarze Feder genannt. Joe Bass wird mit seinen Fellen auf dem Weg zum Pelzhändler von Kiowas unter Häuptling Schwarzer Krähe überfallen. Sie nehmen ihm die Felle und seine Vorräte weg und „überlassen“ ihm als „Bezahlung“ den schwarzen, sehr gebildeten Sklaven Joseph Lee. Der kann zwar lateinische Sprüche zitieren, lesen und schreiben, doch vom Überleben in der Wildnis und Durchsetzen im Kampf hat er keine Ahnung. Bass hingegen hat alle Überlebenskünste der Wildnis gelernt, kennt die Pflanzen, Überlebensstrategien, kann mit Gewehr wie Messer oder Fäusten sehr gut umgehen – und säuft. Bass verfolgt mit Lee die Indianer, um die Felle zurückzubekommen. Die haben jedoch im Proviant inzwischen das Fässchen Whisky entdeckt und fallen total betrunken einer Horde Skalpjäger um Jim Howie in die Hände, die die Indianer als leichte Beute einfach abknallen und sich auch der Felle bemächtigen.

So müssen Bass und Lee notgedrungen die Skalpjäger verfolgen. Als Bass die Banditen auskundschaftet, die im Tal unter ihnen lagern, wagt sich Lee aus Neugier zu weit vor, rutscht den Berg runter und gerät in die Gefangenschaft von Jim Howie und seinen Banditen (angeschlossen der Treck mit den Frauen, von denen nur Jim Howies Freundin Kate ins Bild gesetzt wird). Die beschließen, Lee auf dem Sklavenmarkt von Galveston zu verkaufen. Lee kann sich jedoch mit seiner Bildung und seinen Manieren bei den Frauen des Trecks einschmeicheln. Als er hört, dass die Banditen aufgrund der vielen Steckbriefe nach Mexiko wollen, beschließt er, bei ihnen zu bleiben, weil in Mexiko die Freiheit auf ihn wartet.

Doch Bass kann auch alleine durch immer neue Attacken (seine Schießkunst, Steinlawinen, das Pferde irre machende Narrenkraut) die Banditen in Schach halten. Da diese nach der Narrenkraut-Attacke schwer angeschlagen sind, kann Lee sie überreden, durch ihn mit Bass einen Vergleich auszuhandeln. Bass lässt sie nach der Freigabe der Felle ziehen, verlangt jedoch von Lee, dem er nicht mehr ganz traut, zunächst bei ihm zu bleiben. Doch Jim Howie denkt gar nicht daran, die Felle Bass zu überlassen. Er versteckt sich und kann Bass überwältigen und fesseln, weil Lee immer noch nicht kämpfen will. Erst als Howie Bass eröffnet, er wolle ihn skalpieren und danach das Fell über die Ohren ziehen, reagiert Lee, kann Howie erst das Messer, dann den Revolver entwinden. Im folgenden Handgemenge erschießt Lee Howie. Doch der Ruhm des Siegers steigt ihm zu Kopf: Er raubt erst Howie aus und will dann auch Bass liegen lassen und mit dessen Pferd nach Mexiko reiten.

Doch Bass kann sich von den Fesseln befreien und fordert Lee zum Kampf. Bei der folgenden, natürlich aus dramaturgischen Gründen unentschiedenen Prügelei kommen die Kiowas mit Schwarzer Krähe zurück, bringen die restlichen Skalpjäger um und nehmen die Frauen samt Wagentreck gefangen – von der Kameraführung sehr schön fotografiert mit den nichts ahnden Kämpfern Bass und Lee im Vordergrund, während im Hintergrund das Indianergemetzel zu sehen ist.

Zum Schluss nimmt Schwarze Krähe Bass erneut die Felle weg und auf dessen Proteste hin zeigt er auf seine „Bezahlung“ Lee. In der Schlussszene nimmt Bass noch einen Schluck auf der Whisky-Flasche und gibt sie diesmal – im Gegensatz zu früheren Szenen – auch Lee. Der macht ihn darauf aufmerksam, dass in dem von den Indianer eroberten Wagen der Banditen noch zwei Kisten Whisky sind, so dass spätestens am Abend viele Indianer total betrunken sein werden..

Hintergründe[Bearbeiten]

Joe Hembus sieht den Film als wichtigen Beitrag zur Erneuerung des Western. Der Charakter des Films als „Westernkomödie" sei allerdings durch die deutschen Verleihfirmen in den Hintergrund gedrängt worden, „als hätte es die gewaltigen Besucherzahlen von Filmen wie Vier Fäuste für ein Halleluja und Mein Name ist Nobody nie gegeben." [2] Stattdessen sei dieser komödiantische Film als hartes Drama herausgebracht worden. „Daher der Titel Mit eisernen Fäusten." [2]

Ein interessantes Detail des Films auf das Hembus hinweist - und welches exemplarisch die Entwicklung des Western von den 50er Jahren zu den späten 60ern deutlich macht, - ist die Rolle von Shelley Winters: In The Scalphunters spielt sie die Geliebte des Bösewichts Telly Savalas - im Jahr 1950, in Winchester 73 war sie die Freundin des braven James Stewart. Sie hätte sich in Anthony Manns Edelwestern lieber selbst erschossen, als sich den Indianern gefangen zu geben. Bei Pollock ruft sie stattdessen: „Indian Man, I don't know how many wifes you have now, but you're going to have yourself the damnedest white squaw in the entire Kiowa Nation!"[2] (In der deutschen Fassung: "Edler Häuptling, ich weiß nicht wie viele Frauen du schon hast, aber jetzt kriegst du die tollste weiße Squaw, die der Kiowa-Stamm je gesehen hat!").

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films bezeichnet den Film als: “Elegant inszenierter Western, in dem sich das politische Klima der 60er Jahre niederschlägt: Nachdem er zunächst Gewalt als legitimes Mittel gegen Unterdrückung propagiert hat, schwächt der versöhnliche Schluß diese Stoßrichtung ab."[3]

Joe Hembus schreibt in seinem Western-Lexikon, dass Sydney Pollack seine Komödie so spiele, „als habe er lange und mit gutem Resultat über Brecht nachgedacht. Das Spiel vom falschen Herren und falschen Sklaven funktioniert auch dank seiner Poesie und Schönheit."[2]

prisma lobt: "Sydney Pollack lieferte mit dem ebenso spannenden wie witzigen Western eine amüsante, gut gespielte Lektion zum Thema Rassendiskriminierung. Besonders Lancaster als muskelbepackter und nicht gerade intelligenter Hinterwäldler Joe Bass und Ossie Davis als gebildeter farbiger Sklave wissen hier zu überzeugen."[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ossie Davis wurde 1969 für den Golden Globe in der Kategorie Bester Nebendarsteller nominiert.

Telly Savalas und Burt Lancaster wurden wurde für ihre schauspielerischen Leistungen bei den Laurel Awards nominiert. Ersterer kam bei der Verleihung des Golden Laurel in der Kategorie Bester Nebendarsteller auf den dritten Platz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IMDb releasinfo
  2. a b c d Hembus, Joe; Western Lexikon; München 1982; S. 416 ff
  3. Mit eisernen Fäusten im Lexikon des Internationalen Films
  4. prisma.de

Weblinks[Bearbeiten]