Mitfahrgelegenheit

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Mitfahrgelegenheit (MFG) nennt man eine organisierte Mitnahme von Mitreisenden im eigenen Auto, teilweise auch mit der Bahn bei Reisen, die für mehrere Personen billiger werden.

Vermittlung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mitfahrzentrale

Lange wurden Fahrgemeinschaften hauptsächlich über niedergelassene Mitfahrzentralen organisiert. Neben einer kostenpflichtigen Vermittlung werden Versicherungsleistungen, die sich auf die Mitfahrgelegenheit beziehen, angeboten. Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets entwickelten sich auch spezielle Internetseiten, die gebührenfrei oder gebührenpflichtig Mitfahrgelegenheiten vermitteln. So wird Suchen und Anbieten von Fahrten über entsprechende Internetportale organisiert und niedergelassene Mitfahrzentralen wurden geschlossen.

Vor der Verbreitung des Internets waren auch gebührenfreie Mitfahrgelegenheiten über eigens dafür eingerichtete Schwarze Bretter oder Zettelkästen nicht selten, etwa bei studentischen Organisationen. Heute besteht im Internet ein Dutzend Mitfahrzentralen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, für einmalig orientierte Langstrecken bis zu regelmäßigen Pendlerstrecken mit ortsabhängiger Suche im Umkreis oder auch spontane Vermittlungen per Smartphone oder internetfähigem Navigationssystem.

Organisation[Bearbeiten]

Unabhängig davon, ob eine Mitfahrgelegenheit per Internet oder eine lokale Mitfahrzentrale gefunden wurde, sind einige Details zu klären. Dies empfiehlt sich für beide Seiten – Fahrer und Mitfahrer – auch deshalb, damit es nicht zu Missverständnissen und Ärgernissen kommt. Man sollte abklären, ob und wie viele Plätze noch frei sind bzw. benötigt werden, denn das kann sich bei kurzfristigen Fahrten oder beliebten Strecken innerhalb von Minuten ändern. Es ist sinnvoll, Namen und Handynummer austauschen, damit man sich kurzfristig über Änderungen oder Probleme im Verkehr und Verspätungen informieren kann. Ein genauer Treffpunkt für den Reisebeginn und ein Ausstiegsort für das Ende der Mitfahrt sind für beide Seiten hilfreich. Dabei ist zu bedenken, dass Mitfahrgelegenheiten in vielen Fällen nur eine Reise-Teilstrecke abdecken. Oft ist das für beide Seiten zutreffend. Nicht zuletzt sollte man über die Höhe der Fahrtkostenbeteiligung eine klare Absprache treffen.

Nutzung[Bearbeiten]

Mitfahrgelegenheiten sind in Deutschland bei Männern wie Frauen gleichermaßen beliebt. Die Mitfahrer sind zum großen Teil junge Leute zwischen 20 und 30, vor allem Studenten. Die Fahrer sind meist in einem ähnlichen Alter oder nur unwesentlich älter.

Der Hauptvorteil für die Mitfahrer liegt im Preis, der meist günstiger ist als der für Bahn oder Flugzeug. Preisliche Konkurrenz bekommen die Mitfahrgelegenheiten in jüngster Zeit durch den zuvor nur sehr eingeschränkt zulässigen Linienverkehr mit Fernbussen.

In vielen anderen Ländern, insbesondere außerhalb Westeuropas, hat sich das Konzept der privaten Mitfahrgelegenheit nie durchsetzen können. Neben den dort oft sehr viel niedrigeren Preisen für öffentliche Verkehrsmittel spielen hierbei vor allem Sicherheitsbedenken von Mitfahrern und auch Fahrern eine Rolle, die in Deutschland geringer ausgeprägt sind.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Tatsache, dass sich Fahrer und Mitfahrer in der Regel vorher nicht kennen und gerade bei über das Internet vermittelten Mitfahrgelegenheiten leicht ihre Identität verbergen können, lässt bei vielen Menschen Sicherheitsbedenken aufkommen. Mögliche Probleme reichen von unzuverlässigem Verhalten ("Versetzen") über Zahlungsstreitigkeiten und gefährliche Fahrstile bis hin zu kriminellen Übergriffen. Obgleich zumindest letzteres in Deutschland (anders als in vielen anderen Ländern) sehr selten vorkommt und die meisten Teilnehmer ehrlich und zuverlässig sind. Man kann das Risiko minimieren, indem man gesunden Menschenverstand anwendet und einige Verhaltensregeln beachtet:

  • Ein Vermittlungsportal benutzen,
  • mit Bewertungssystem oder einer "Schwarze Liste",
  • bei dem Fahrer und auch Mitfahrer durch Hinterlegen von Ausweiskopien o.Ä. ihre Identität verifizieren lassen können, was dann im Profil angezeigt wird.
  • Schon einmal vor der Fahrt telefonisch Kontakt aufnehmen, um Unklarheiten zu beseitigen und einen ersten Eindruck vom andern zu bekommen.
  • Über Ort und Zeit von Abfahrt und Ankunft, Strecke, Fahrzeug, Preis und andere Bedingungen sollten vor der Fahrt klare Absprachen getroffen werden.
  • Einer Vertrauensperson vorher mitteilen, bei wem man wann wohin mitfährt. Eventuell ihr auch das Kfz-Kennzeichen mitteilen, z.B. während der Fahrt per SMS.
  • Bei einem Fahrer oder Mitfahrer, der einem nicht behagt, nicht einsteigen bzw. ihn nicht mitnehmen. Auch kann eine Fahrt jederzeit abgebrochen werden.
  • Mobiltelefon mit sich führen.

Abgrenzung zur (semi-) professionellen Personenbeförderung[Bearbeiten]

Eine Mitfahrgelegenheit ist die Möglichkeit, in dem Fahrzeug eines anderen mitzufahren unter Beteiligung der Insassen (und nicht nur der Mitfahrer) an den realen Kosten der einzelnen Fahrt: Benzin, Maut, Öl (und gegebenenfalls weitere Kosten). Bei der professionellen Personenbeförderung gibt es in der Regel feste Preise, unabhängig von der Anzahl der Mitfahrer bzw. Insassen, und die Beförderung wird gezielt und regelmäßig angeboten. Bei der Mitfahrgelegenheit ist der Fahrer i.d.R. nicht mit dem Ziel unterwegs, andere zu befördern, sondern gibt stattdessen mit seiner Fahrt anderen die Gelegenheit, eine bestimmte Strecke zu Preisen, die häufig unter denen der professionellen Personenbeförderung liegen, zu bewältigen.

Eine andere Form der zeit- oder teilweisen Nutzung von Kraftfahrzeugen ist das Carsharing, hierbei mietet sich der Fahrer in eine zeitweise Nutzung ein.

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Es gibt im Bereich der privaten Mitfahrgelegenheiten gewerbsmäßige Fahrer, die ihre Fahrten als "privat" tarnen, sie aber tatsächlich in Gewinnerzielungsabsicht durchführen. Dies verstößt gegen das Personenbeförderungsgesetz und ist strafbar, gerade im Falle eines Unfalls kann es auch zu erheblichen haftungsrechtlichen Problemen für den Fahrer kommen. Neben Sicherheitsbedenken (Übermüdung durch oft hohes Fahrpensum ohne gesetzliche Ruhezeiten) führt dies für Mitfahrer häufig zum Problem der Überbuchung: Fahrer haben z.B. acht Sitzplätze in ihrem Kleinbus, sagen aber zehn Mitfahrern zu, um bei Nichterscheinen eines Teils davon dennoch ausgelastet zu sein. Erscheinen alle zehn, können zwei nicht mitfahren, wodurch Streitigkeiten vorprogrammiert sind. Solche Fahrer sind im Vorfeld nicht immer zu erkennen, weil sie oft trickreich vorgehen. Die Vermittlungsplattformen bekämpfen diese Form des Missbrauchs, sind dabei aber nur mäßig erfolgreich.

Mitreise bei Bahn und Flug[Bearbeiten]

Eine andere Form von Mit„fahr“gelegenheiten sind Mitflüge, die in Mitflugzentralen vermittelt werden. Des Weiteren gibt es im Internet zahlreiche Plattformen, bei denen man Mitfahrer für Ländertickets oder das Schönes-Wochenende-Ticket der DB oder für das Einfach-Raus-Ticket der ÖBB suchen und finden kann.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mitfahrgelegenheit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien