Mitgiftmord

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Mitgiftmord wird eine Art der Mitgiftverbrechen genannt, bei der Ehefrauen beziehungsweise Schwiegertöchter bei unzureichender Mitgift ermordet werden. Sehr häufig ist die Brautverbrennung, jedoch werden Frauen auch vergiftet oder sind vermeintlich bei einer Operation gestorben. Besonders häufig geschieht dies in Indien, wo im Jahr 2005 7026 Frauen auf diese Weise ermordet wurden.[1] Die Gründe für Indien werden in der materialistisch eingestellten aufstrebenden Mittelschicht gesucht. Zum Teil wird die Mitgift nach der Heirat nachträglich erhöht oder der Ehemann versucht, durch erneute Heirat an eine weitere Mitgift zu gelangen. Scheidungen passieren in der indischen Gesellschaft sehr selten, da diese als beschämend empfunden werden. Rechtlich verbietet der 1961 in Kraft getretene Dowry Prohibition Act die Praxis der Mitgift,[2] jedoch werden die Vergehen selten bestraft. Die Vereinten Nationen haben in der Erklärung über die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen Mitgiftmorde als Menschenrechtsverletzung geahndet.[3] In ihrer Publikation Indiens' verdrängte Wahrheit sprechen die beiden Journalisten Georg Blume und Christoph Hein inzwischen von jährlich hunderttausenden Brautverbrennungen. Die allermeisten werden mittels Kerosin übergossen und angezündet.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieser Arzt schenkt indischen Brandopfern ein neues Gesicht. In: Bergedorfer Zeitung. 30. März 2011, abgerufen am 2. Juni 2013.
  2. Gabriele Alex: Genderequality in Indien – Erfolge und Probleme. In: Der Bürger im Staat. Landeszentrale für Politische Bildung Badenwürtenberg, 2009, S. 216–219, abgerufen am 2. Juni 2013 (PDF; 3,6 MB).
  3. Katharina Puttendörfer: Der Kampf der Frauen. 21. Mai 2013, abgerufen am 2. Juni 2013.
  4. Georg Blume, Christoph Hein: Indiens verdrängte Wahrheit. Edition Körber-Stiftung, 2014, ISBN 978-3-89684-154-4.