Mitteilungsheft

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Eintrag in einem Muttiheft mit Bienchen als Auszeichnung „für vorbildliches Verhalten“ (DDR, 1986)
DIN-A6-Heft, das in der DDR als Muttiheft benutzt wurde

Ein Mitteilungsheft ist ein Heft oder ein kleineres Buch, das der Kommunikation zwischen Lehrern einer Schule (insbesondere Klassenlehrern der Eingangsklassen), eines Kindergartens oder einer sonderpädagogischen Einrichtung und den Eltern eines Kindes dient. Derartige Hefte lassen sich in deutschen Schulen bereits für das frühe 19. Jahrhundert nachweisen.[1]

Es wird auch als Merkheft, Kommunikationsbuch, Verkehrsheft, Pendelheft bezeichnet sowie umgangssprachlich und häufig ironisch als Muttiheft.

Ein Mitteilungsheft dient dazu, Eltern regelmäßig über bestimmte Ereignisse an der Schule, bspw. Elternabende, Projektunterricht und Exkursionen, sowie deren häusliche Vorbereitung zu informieren. Außerdem wird das Verhalten ihres Kindes eingetragen, dazu zählen Tadel, aber auch Lob und Auszeichnungen. Auszeichnungen können durch Stempel angezeigt werden (in der DDR und danach „Bienchen“ genannt). Die Eintragungen müssen in manchen Einrichtungen von den Eltern unterschrieben werden, um die Kenntnisnahme zu bestätigen. Studien zufolge sehen Eltern das Mitteilungsheft wie auch andere Formen der schriftlichen Information als wichtige Ergänzung zur sonstigen Kommunikation mit der Schule, die sie oftmals als eher unbefriedigend empfinden.[2]

Weitere Formen der schriftlichen Lehrer-Eltern-Kommunikation[Bearbeiten]

In manchen Schulen werden Mitteilungen statt in ein Mitteilungsheft in das Hausaufgabenheft des Kindes eingetragen, zusammen mit der Auflistung der Hausaufgaben.

Mitteilungen, soweit sie alle Schüler einer Klasse betreffen, werden von den Lehrern auch in Papierform als Elternbrief mitgegeben oder auch als E-Mail versandt.

Als formelle Abschlussmitteilung nach einem Schuljahr oder -halbjahr dient das Zeugnis.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. So z. B. um 1838 an der Städtischen Töchterschule Berlin. „Jedes Kind würde sich ein Büchelchen in Oktavformat zu halten haben, worin jeder der Lehrenden ein kurzes Urtheil über das Kind am letzten Tage jedes Monats (mit Ausnahme jedes dritten Monats, an welchem eine ausführliche Censur in allen Klassen ertheilt werden würde) einzutragen hätte. Diese Büchelchen würden die Eltern und Pflegemütter der schlechteren Schülerinnen in steter Aufmerksamkeit auf den häuslichen Fleiß und die Führung der Kinder zu halten geneigt sein.“ Landesarchiv Berlin, A Rep. 020-02 Nr. 259 Bl. 3.
  2. Rüdiger Laskowski, Katharina Weinhold: Kritische Distanz. Zur Kommunikation und Kooperation von Familie und Grundschule mit Ganztagsangeboten in Sachsen. In: Regina Soremski, Michael Urban, Andreas Lange (Hrsg.): Familie, Peers und Ganztagsschule. Juventa Verlag, Weinheim und München, ISBN 978-3-7799-2157-8, S. 129–145 (Google Books).