Mittelberg (Vorarlberg)

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Mittelberg
Wappen von Mittelberg
Mittelberg (Vorarlberg) (Österreich)
Mittelberg (Vorarlberg)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Hauptort: Mittelberg
Fläche: 96,85 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 10° 9′ O47.32277777777810.1555555555561200Koordinaten: 47° 19′ 22″ N, 10° 9′ 20″ O
Höhe: 1200 m ü. A.
Einwohner: 4.814 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 6991, 6992, 6993 (Österreich)
87567, 87568, 87569 (Deutschland)
Vorwahl: 05517
Gemeindekennziffer: 8 02 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Walserstr. 52
6991 Riezlern
Website: gde-mittelberg.at
Politik
Bürgermeister: Andi Haid (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(24 Mitglieder)
12 ÖVP, 7 FPÖ, 5 Initiative Pro Kleinwalsertal
Lage der Gemeinde Mittelberg im Bezirk Bregenz
Alberschwende Andelsbuch Au Bezau Bildstein Bizau Bregenz Buch Damüls Doren Egg Eichenberg Fußach Gaißau Hard Hittisau Höchst Hörbranz Hohenweiler Kennelbach Krumbach Langen bei Bregenz Langenegg Lauterach Lingenau Lochau Mellau Mittelberg Möggers Reuthe Riefensberg Schnepfau Schoppernau Schröcken Schwarzach Schwarzenberg Sibratsgfäll Sulzberg Warth Wolfurt VorarlbergLage der Gemeinde Mittelberg (Vorarlberg) im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Das Kleinwalsertal
Das Kleinwalsertal
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Mittelberg ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bregenz mit 4814 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Sie ist als geografische Exklave identisch mit dem Kleinwalsertal.

Geografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kleinwalsertal #Geografie

Mittelberg ist auf Straßenverbindungen nur über Bayern, also das Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland, erreichbar, und wird daher auch als Funktionelle Exklave bezeichnet.

Mittelberg liegt in den Allgäuer Alpen, die ein Teil der nördlichen Ostalpen sind. Die höchste Erhebung ist der Große Widderstein (2.536 m). Von ihnen wird das Kleinwalsertal gegenüber dem übrigen Staatsgebiet Österreichs abgeschnitten.

Die Breitach ist der größte Bach im Gemeindegebiet. Sie fließt durch alle drei Ortschaften und nimmt das Wasser der Seitenbäche auf. In Mittelberg speisen Bäche wie Derrabach, Turabach, Bärgundbach, Gemstelbach und Wildenbach die Breitach und deren Seitenbäche.

Zu den wichtigsten Bergen von Mittelberg gehören:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Mittelberg grenzt an fünf Gemeinden in Vorarlberg, welche allesamt zum Bezirk Bregenz gehören und Teile des Bregenzerwaldes sind, wobei sich Schröcken und Warth als zum Tannberg gehörig schon Richtung Arlbergregion orientieren. Die einzige angrenzende deutsche Gemeinde ist Oberstdorf, welche Mittelberg Nord bis Südost umfasst.

Oberstdorf (Lkr. Oberallgäu, RegBez. Schwaben, BYDE)

Bezau
Schoppernau

Nachbargemeinden
Warth

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat nur eine Katastralgemeinde, Mittelberg, und 3 Ortschaften und Zählsprengel, die Dörfer Hirschegg, Mittelberg mit Baad (dieses Dorf wird ortsüblich als eigener Gemeindeteil gezählt), sowie Riezlern (Hauptort).

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kleinwalsertal #Geschichte

Die Region wurde im Jahre 1270 von den aus der Schweiz kommenden Walsern besiedelt, die zur Volksgruppe der Alemannen gehören. Durch diese Herkunft unterscheiden sich die Bewohner sprachlich noch heute von jenen der umliegenden Gemeinden. Ihr Dialekt wird den höchstalemannischen Dialekten zugeordnet, während man im Allgäu einen niederalemannischen Dialekt und im restlichen Vorarlberg einen hochalemannischen Dialekt (Vorarlbergerisch) spricht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Zuständiger Gerichtsbezirk ist Bezau.

Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 10.403.437 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 26.732.399 €. Der Schuldenstand betrug 2001 18.421.179 €.

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

13
7
5
13 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
  • ÖVP: 13
  • FPÖ: 7
  • Initiative Pro Kleinwalsertal: 5

Die Gemeindevertretung besteht aus 24 Mitgliedern. Nach der Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl 2010 stellen:

Amtierender Bürgermeister ist Andi Haid von der ÖVP.

Gemeindename und Wappen[Bearbeiten]

Mittelberg, aufgenommen ca. 1900

Da das Dorf Mittelberg als erste der drei Ortschaften im Kleinwalsertal besiedelt worden ist, und später der Gerichtssitz war (Sitz des Gerichts war aber zuletzt Hirschegg), trägt die Gemeinde den Namen Mittelberg. Nomineller Gemeindehauptort ist heute nicht Mittelberg, sondern Riezlern. Es gab in der Vergangenheit Bestrebungen, den Gemeindenamen auf Kleinwalsertal zu ändern. Das rührt einerseits von der Tatsache, dass sich die anderen zwei Ortschaften gleichwertig entwickelt haben, und andererseits, dass sich der Name Kleinwalsertal im Gegensatz zu Gemeinde Mittelberg in der Bevölkerung etabliert hat. Diese Bestrebungen konnten sich allerdings nicht durchsetzen.

Wappen at mittelberg.png
Wappen Gemeinde Mittelberg.gif

Wappenbeschreibung:

Ein blauer Schild, aus dessen Grunde sich ein Felsen erhebt, auf dem ein aufgerichteter, natürlicher Steinbock steht; hinter dem Felsen ist ein hoher, spitz zusammenlaufender grüner Bergkegel zu sehen. Felsen und Bergkegel sind mit Legföhren bewachsen.
Den Schild umgibt eine bronzefarbene ornamentierte Randeinfassung.
[1]


Das rechts gezeigt Wappen ist die Darstellung, die die Gemeinde verwendet. Sie folgt nicht präzise der Blasonierung. Die linke ist eine heraldisch korrekte Form, die von Vorarlberger Landesarchiv gezeigt wird.[1] In beiden Darstellungen ist nur der Schild, nicht der Rahmen umgezeichnet.

Das Wappenbild ist das ehemalige Wappen des Gerichtes Mittelberg,[2] das Kleinwalsertal führt daher – anders als einige Großwalsertalgemeinden – nicht den Walserstern.[3] Der Steinbock findet sich schon seit 1431 im Siegel des „freyen Walsergerichts“.[4] Als Gemeindewappen wurde es am 5. April 1929 von der Vorarlberger Landesregierung bestätigt.[4]

Den Steinbock als Wappentier führen auch Sonntag (1966), Dünserberg (1969), Bürserberg (1970) und St. Gerold (1970), sowie – nicht Walserisch – in Vorarlberg auch Hohenems.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kleinwalsertal #Wirtschaft

Aufgrund ihrer geografischen Lage wurde die Gemeinde zum deutschen Zollanschlussgebiet gemacht.

Tourismus[Bearbeiten]

Walmendingerhornbahn
Hauptartikel: Kleinwalsertal #Tourismus

Die 1966 erbaute Walmendingerhornbahn erschließt im Sommer ein 43 km umfassendes Wandergebiet und im Winter ein Skigebiet mit zwei zusätzlichen Sesselliften. Die Talstation befindet sich unweit des Mittelberger Ortszentrums auf 1200 m ü. A.. Die Bergbahn endet auf 1996 m ü. A. knapp unter dem Gipfel des Walmendingerhorns.

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es Volksschulen in Mittelberg, Hirschegg und Riezlern, sowie eine Mittelschule mit anschließender Polytechnischer Schule. Weiters gibt es im Schulzentrum Riezlern eine Förderschule.

Vereinssport[Bearbeiten]

Wegen der geografischen Lage nehmen einige Sportvereine am Spielbetrieb in Deutschland teil. So trat die Tischtennis-Damenmannschaft des SV Kleinwalsertal in den 1980er Jahren in der Bayernliga an.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mittelberg (Vorarlberg)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Leo Müller (1799–1844), Erfinder
  • Resi Hammerer (1925–2010), österreichische Medaillen-Gewinnerin in der Ski-Abfahrt bei den Olympischen Spielen 1948
  • Josef Fritz (1926–1975), Politiker (ÖVP)
  • Ludwig Leitner (* 1940), Skirennläufer im österreichischen und deutschen Nationalteam
  • Klaus Amann (* 1949), Literaturwissenschaftler
  • Philipp Ther (* 1967), Historiker
  • Markus Eberle (* 1969), Skirennläufer im österreichischen und deutschen Nationalteam
  • Stefanie Schuster (* 1969), Skirennläuferin im österreichischen Nationalteam
  • Werner Schuster (* 1969), Skispringer und Trainer des schweizerischen und deutschen Nationalteams
  • Alexandra Robl (* 1975), Bergsteigerin

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mittelberg (Vorarlberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wortlaut und Wappen: 96 Gemeindewappen, Katalog zur Ausstellung Bregenz, Landhaus, 16. Juni bis 4. Juli 2008, S. 45 (pdf, vorarlberg.at)
  2. vergl. dazu auch Otto Stolz: Geschichtliche Nachrichten über das Vorkommen von Steinwild in Tirol und Vorarlberg. In: Veröffentlichungen des Ferdinandeums 2, Kapitel Großes und Kleines Walsertal (Vorarlberg), S. 14 (ganzer Artikel S. 3–19, pdf, landesmuseum.at, dort S. 12).
  3. Ulrich Nachbaur, Vorarlberger Landesarchiv: Steinbock und Sterne - Walsertum und Gemeindewappen. Vortrag, Tagung WALSERspuren - 700 Jahre Walser in Vorarlberg am 17. und 18. September 2012 in Bregenz (Weblink, vorarlberger-walservereinigung.at)
  4. a b Wie der Steinbock ins Kleinwalsertal zurückkehrte. In: Allgäuer Anzeigeblatt online
  5. Von Wäldertannen bis zu Walsersternen, vorarlberg.at · Landesarchiv · Ausstellungen · 96 Gemeindewappen
  6. Zeitschrift DTS, 1988/8 - dts regional/Süd S.2